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Nutzung schnurloser Festnetztelefone/DECT-Telefone
Infoblatt Juli 2005

Schnurlose Festnetztelefone übertragen per Funk Gespräche zwischen einer am Telefonfestnetz angeschlossenen Basisstation und einem tragbaren mobilen Telefon (Handgerät).
Meist besitzt die Basisstation eine kurze Antenne und ist zugleich Ladegerät für das Handgerät. Eine Basisstation kann mit maximal sechs Handgeräten, die in eigenen Ladegeräten aufbewahrt werden, kommunizieren. An eine Telefonleitung können auch mehrere Basisstationen angeschlossen werden, die untereinander in Funkkontakt stehen

Was ist ein DECT-Telefon?
Für das schnurlose Telefonieren werden zurzeit hauptsächlich Geräte mit dem so genannten „DECT“-Standard („Digital Enhanced Cordless Telephone“, ein digitales System für schnurlose Telefone) verwendet.
Im privaten Bereich werden DECT-Telefone zum mobilen Telefonieren in Haus und Garten genutzt. Im beruflichen Umfeld kommen sie als drahtlose Nebenstellenanlagen zum Einsatz.

Wie funktionieren DECT-Telefone?
Bei DECT-Telefonen wird die Sprache zwischen der Basisstation und den Handgeräten mit Hilfe hochfrequenter elektromagnetischer Felder übertragen. Der verwendete Frequenzbereich liegt zwischen 1800 und 1900 Megahertz (MHz). Ein „Zeitschlitzverfahren“ ermöglicht, dass die Nutzer der maximal sechs Handgeräte intern miteinander telefonieren können: Ein Zeitrahmen von 10 Millisekunden (ms) wird in 24 Zeitschlitze von je 0,42 ms unterteilt. Ein bestimmtes Handgerät sendet während eines Gespräches nur in einem Teil der 24 Zeitschlitze Informationen an die Basisstation. Während der restlichen Zeitschlitze können die anderen Handgeräte Informationen mit der Basisstation austauschen. Daraus ergibt sich für das einzelne Handgerät ein gepulstes Signal mit einer Wiederholungsfrequenz von 100 Hertz (Hz).

Welche Strahlung tritt bei DECT-Telefonen auf?
Schnurlose DECT-Telefone haben eine Reichweite bis zu 300 Metern im Freien und bis zu 50 Metern in Gebäuden. Die dafür erforderliche maximale Sendeleistung von Basisstation und Handgerät beträgt jeweils nur 250 Milliwatt (mW) pro Puls. Aufgrund des Zeitschlitzverfahrens ergibt sich daraus bei einem Gespräch eine mittlere abgestrahlte Leistung - sowohl für die Basisstation als auch für das Handgerät - von maximal 10 mW.

Schnurlose Festnetztelefone mit DECT-Standard haben keine bedarfsgerechte Leistungsregelung. Somit senden die Basisstation und das Handgerät während des Telefonierens immer mit der gleichen Leistung, unabhängig davon, ob der Nutzer mit dem Handgerät 1 Meter oder 300 Meter von der Basisstation entfernt ist.

Um den reibungslosen Betrieb mit den Handgeräten sicherzustellen, sendet die DECT-Basisstation - wenn nicht telefoniert wird - ein kontinuierliches Kontrollsignal aus, allerdings mit zeitlich verkürzten Impulsen. Dadurch reduziert sich ihre mittlere Leistung von 10 mW (während eines Telefonates) auf 2,5 mW. Dagegen senden die Handgeräte nur während der Gespräche.

Verursachen DECT-Telefone gesundheitliche Risiken?
Grundlage für die Beurteilung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch die hochfrequenten Felder der DECT-Telefone sind die von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung empfohlenen Basisgrenzwerte. Diese werden als Spezifische Absorptionsrate (SAR) angegeben. Die SAR beschreibt, welche Menge der Strahlungsleistung (W) vom menschlichen Köper (kg) aufgenommen wird. Die maximal zulässige SAR beträgt
  • 0,08 W/kg für den ganzen Körper und
  • 2,00 W/kg für Teile des Körpers, zum Beispiel für den Kopf.

Bei DECT-Telefonen liegt der SAR-Wert für den Kopf unter 0,1 W/kg. Der empfohlene Grenzwert von 2,0 W/kg wird also um ein Vielfaches unterschritten. Nach dem Stand der Wissenschaft auf nationaler und internationaler Ebene gibt es zwar Hinweise auf biologische Wirkungen, aber keine Nachweise, dass hochfrequente elektromagnetische Felder – die Grundlage der Funktionsweise der DECT-Telefone – gesundheitliche Risiken verursachen. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Auch eine besondere Gefährdung durch gepulste Signale, die immer wieder angeführt wird, konnte bisher auf wissenschaftlicher Basis nicht belegt werden.

Vorsorge und Empfehlungen
Der Gebrauch von DECT-Telefonen und weiteren Quellen hochfrequenter elektromagnetischer Felder - wie Handys und drahtlosen Datenübertragungsverfahren - führt zu einer Zunahme der Strahlungsexpostion der Menschen. DECT-Telefone stellen oftmals die stärkste Quelle hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung im Haushalt dar. Um möglichen gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die persönliche Strahlenbelastung generell zu minimieren.

Tipps für den Umgang mit DECT-Telefonen:
  • Stellen Sie die Basisstation dort auf, wo Sie sich nicht ständig aufhalten, zum Beispiel im Flur. Meiden Sie Kinder-, Schlaf- und Wohnzimmer. Stellen Sie sie nicht direkt auf den Schreibtisch.
  • Führen Sie nur kurze Telefonate.
  • Setzen Sie neu entwickelte DECT-Telefone ein, die strahlungsfrei sind, wenn das Handgerät in der Basisstation steckt.
Alternativen zu DECT-Telefonen:
  • Nutzen Sie schnurgebundene Telefone, insbesondere bei längeren Gesprächen.
  • Bis zum 31.12.2008 können Sie schnurlose Festnetztelefone mit dem CT 1+-Standard einsetzen: Die Basisstationen senden nur während eines Telefonates. Es werden keine gepulsten Signale gesendet. Beachten Sie:
  • CT 1+-Telefone sind nicht abhörsicher.
  • Die Geräte dürfen ab dem 01.01.2009 nicht mehr betrieben werden. Ein anderer Funkdienst bekommt diese Frequenzen.
Forderungen des BfS an die Industrie
Entwicklung von DECT-Telefonen
  • mit bedarfsgerechter Leistungsregelung,
  • die im Stand-by-Betrieb strahlungsfrei sind.

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