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Radon in Häusern
Infoblatt April 2005

Einflüsse von Radon in Häusern

Im geologischen Untergrund wird ständig das natürlich radioaktive Edelgas Radon gebildet, das teilweise in die luftgefüllten Porenräume der Gesteine und Böden freigesetzt wird. In Deutschland sind in der Bodenluft Radonkonzentrationen in einem Bereich von weniger als 10 000 bis 100 000 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) üblich, lokal können aber auch deutlich höhere Konzentrationen vorkommen. Aus dem Baugrund gelangt Radon ins Freie und auch in Gebäude, wenn der bodenberührende Gebäudebereich (z.B. Keller und nicht unterkellerte Räume) nicht ‚dicht’ ist. Welche Radonkonzentrationen in einem Gebäude auftreten, wird durch die Radonbildung im Baugrund, die den Radontransport bestimmenden Eigenschaften der dort vorkommenden Materialien und die Bauweise bestimmt. Bei einer Radonkonzentration in der Bodenluft von 100 000 Bq/m3 reichen bereits geringe Luftmengen aus, um in einem Raum die Radonkonzentration deutlich zu erhöhen. Deshalb ist die Dichtheit des Bauwerkes im erdberührten Bereich von besonderem Einfluss auf die Höhe der Radonkonzentrationen in einem Gebäude. Risse in Mauerwerk oder Bodenplatte, undichte Fugen zwischen Bauwerksteilen, ungenügend abgedichtete Kabel- oder Rohrdurchführungen und andere „Schwachstellen“ im Bauwerk begünstigen das Eindringen des Radons in das Haus. Dagegen bieten Häuser mit einem Beton- Plattenfundament und dem heute üblichen fachgerechten Schutz gegen Bodenfeuchtigkeit dem Radon aus dem Baugrund nur wenige Eindringmöglichkeiten.

Erhöhte Radonkonzentrationen können nicht nur in Räumen mit direktem Kontakt zum Baugrund, sondern auch in anderen Gebäudebereichen auftreten. Vom Baugrund in das Gebäudeinnere gelangendes Radon kann sich vor allem über Treppenaufgänge, Kabelkanäle und Versorgungsschächte, aber auch durch Geschossdecken in die höher gelegenen Räume des Hauses ausbreiten. Die meisten Häuser in Deutschland sind in kompakter Bauweise bei überwiegender Verwendung mineralischer Baustoffe errichtet. In den Baumaterialien wird, wie in Böden und Gesteinen, Radon gebildet, das teilweise in die Häuser freigesetzt wird. Werden Baustoffe mit erhöhter Radonfreisetzung verwendet, kann das höhere Radonkonzentrationen in den Räumen zur Folge haben. In Deutschland spielt die Belastung durch Baumaterialien eine geringe Rolle. Der Jahresmittelwert der Radonkonzentration beträgt in Wohnräumen durchschnittlich 50 Bq/m3. In Gebieten mit höheren Radonkonzentrationen in der Bodenluft und guten Wegsamkeiten für Radon, sind in Gebäuden häufiger erhöhte Radonkonzentrationen anzutreffen. Jahresmittelwerte über 1000 Bq/m3 sind jedoch auch dort selten.

Aufgrund des von Standort zu Standort unterschiedlichen Radonvorkommens im Baugrund und den speziellen baulichen Gegebenheiten sind die Radonkonzentrationen in Gebäuden unterschiedlich. Auch die Lebensgewohnheiten der Bewohner, vor allem das Lüftungsverhalten beeinflussen die Radonkonzentrationen. Wie die Situation in einem Haus tatsächlich ist, kann nur durch Messungen geklärt werden. Da im Winter in der Regel höhere Konzentrationen auftreten als in den wärmeren Jahreszeiten sollten diese möglichst über den Zeitraum von einem Jahr in Aufenthaltsräumen durchgeführt werden (z. B. in Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer). Mit der Bewertung der Radonsituation eines Hauses sollten nur solche Firmen und Institutionen beauftragt werden, die einschlägige Erfahrungen aufweisen und in ein behördliches Programm zur Qualitätssicherung der Radonmessungen eingebunden sind.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass bei langjährigem Aufenthalt in Räumen das zusätzliche Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um 10% pro Anstieg der Radonkonzentration um 100 Bq/m3 zunimmt. Da Radon in allen Gebäuden vorkommt, stellt es ein wichtiges Gesundheitsproblem dar. Deshalb ist es erforderlich, die Radonkonzentrationen in Räumen, in denen sich Personen nicht nur vorübergehend aufhalten, zu senken. Da die Radonmenge, die durch Luftaustausch mit der Außenluft in das Gebäude gelangt und aus Baumaterialien freigesetzt wird, kaum reduziert werden kann, ist eine generelle Verringerung der Radonkonzentrationen in Bereiche deutlich unter 100 Bq/m3 in Deutschland praktisch nicht realisierbar. Oberhalb von 100 Bq/m3 kommt der überwiegende Teil des Radons meist aus dem Untergrund. In solchen Fällen sollten deshalb immer Maßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration in Betracht gezogen werden.

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