Anforderungen an Methoden und Umfang der über- und untertägigen Erkundung eines Standortes für ein Endlager unter Einbeziehung eines internationalen Vergleichs - 3605R02555
urn:nbn:de:0221-2009042391 BfS-RESFOR-15/09
Zusammenfassung
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beauftragte die Golder Associates GmbH mit der Bearbeitung des Forschungsvorhabens 3605R02555 zum Thema „Anforderungen an Methoden und Umfang der über- und untertägigen Erkundung eines Standortes für ein Endlager unter Einbeziehung eines internationalen Vergleichs“. Die Bearbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Geophysik und Geotechnik Leipzig GmbH (GGL) und Institut für Gebirgsmechanik GmbH (IfG) in vier Arbeitsschritten:
Recherche internationaler Erkundungsmethoden und deren Zielsetzung
Darstellung und Bewertung internationaler Erkundungsprogramme
Ableitung von Erkundungsmaßnahmen für Deutschland
Vergleich internationaler Erkundungsanforderungen mit Erfahrungen aus Deutschland
Der AkEnd [AKEND (2002)] hat ein Verfahren zur schrittweisen Auswahl von Standorten zur Endlagerung radioaktiver Abfälle in Formationen mit günstigen geologischen Voraussetzungen empfohlen. Danach ist im vierten und fünften Verfahrensschritt die übertägige bzw. untertägige Erkundung eines Standortes auf seine Eignung als mögliches Endlager für radioaktive Abfälle vorgesehen. Die Anwendung des aktuellen internationalen Standes von Wissenschaft und Technik ist eine Voraussetzung für die Methodenauswahl und den Umfang einer solchen Erkundung in Deutschland. Ziel der durchgeführten Arbeiten war es, Informationen über die geowissenschaftlichen Methoden zur Erkundung eines Standortes für ein Endlager für radioaktive Abfälle, den Umfang einer entsprechenden Standorterkundung sowie die hierzu ggf. noch erforderliche Methodenentwicklung international zu erfassen. Auf Grundlage dieser internationalen Erfahrungen wurde abgeleitet, welche Erkundungsmethoden im Falle des vierten und fünften Verfahrensschrittes für einen Endlagerstandort in Deutschland anzuwenden wären. In Deutschland sind folgende geologische Formationen für ein Endlager für radioaktive Abfälle zu betrachten: Salzgesteine, Tone und Tonsteine, Kristallin sowie sonstige Gesteine unter Tonbedeckung. Für die bisher in Deutschland untersuchten Standorte Morsleben und Gorleben (Salzgestein - steile Lagerung) sowie Konrad (sonstige Gesteine unter Tonbedeckung) erfolgte ein Vergleich der für die entsprechenden Formationen aus den internationalen Erfahrungen abgeleiteten Erkundungsmethoden mit den Erfahrungen in Deutschland.