Risikowahrnehmung und Risikokommunikation im Bereich der Niederfrequenten Felder - 3608S03015
urn:nbn:de:0221-2009100601 BfS-RESFOR-22/09
Zusammenfassung
Im Forschungsvorhaben wurden auf der Basis des bisherigen Kenntnisstands fünf Thesen formuliert, die durch zwei telefonische Befragungen überprüft wurden: Eine Breitenbefragung unter der deutschen Bevölkerung mit 1514 Teilnehmern und eine vertiefende Befragung von 205 Personen, die in der Nähe einer Hochspannungsleitung wohnen. Zwei der Thesen konnten verifiziert werden, bei den drei übrigen war dies nicht signifikant möglich.
Je geringer die Wohnentfernung zu einer Hochspannungsleitung ist, desto intensiver ist die Betroffenheit und die berichtete Beeinträchtigung, insbesondere bei Sichtverbindung zur Hochspannungsleitung. Mit zunehmender subjektiv erlebter Beeinträchtigung wächst außerdem der Informationsbedarf bezüglich niederfrequenter Felder sowie das Bedürfnis, sich über die eigenen gesundheitlichen Bedenken auszutauschen.
Nur etwa ein Viertel der Befragten in der Nähe einer Hochspannungsleitung ging davon aus, dass sich Behörden um die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung bemühen. Im Fall eines Informationsbedürfnisses wird eher der Rat von wissenschaftlicher Seite (und dem BfS) gesucht. Genutzte Medien zur Information sind je nach Alter vor allem Fernsehen/Radio, Printmedien und Internet, aber auch persönliche Gespräche. Die Mehrheit der Befragten war mit den erhaltenen Informationen zufrieden, wobei unabhängige Medien als Quelle bevorzugt werden. Insgesamt hat die Untersuchung ergeben, dass eine Risikokommunikation bezogen auf niederfrequente Felder notwendig ist, vor allem von wissenschaftlicher Seite. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen sollten dabei auch die technischen Aspekte kommuniziert werden, da diese oft unzureichend verstanden sind.