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Neue Untersuchungen zu strahleninduzierten Katarakten bei Mäusen und Folgerungen für den Grenzwert der Augenlinsendosis

Anfang 16.11.2017 14:00 Uhr
Ende 16.11.2017 15:00 Uhr

Katarakte (Linsentrübungen) infolge ionisierender Strahlung sind seit langem bekannt. Aufgrund epidemiologischer Befunde empfiehlt die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP), die Grenzwerte auf 20 mSv/Jahr zu senken. Prof. Jochen Graw, Leiter der Arbeitsgruppe "Augenkrankheiten" am Institut für Entwicklungsgenetik des Helmholtz Zentrums München, berichtet über Untersuchungen an Linsen von Mäusen nach Bestrahlungen zwischen 0 und 0,5 Gy.

Gäste sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Katarakte (Grauer Star) sind verschiedenartige Trübungen der Augenlinse, die (selten) als Erbkrankheit bei der Geburt und (häufig) bei Personen über 60 Jahren auftreten. Menschen über 75 Jahren leiden zu ~50 % an Katarakten. Katarakte als Folge von ionisierender Strahlung sind seit Jahrzehnten bekannt, z.B. bei Atombombenüberlebenden oder infolge von medizinisch bedingten Bestrahlungen im Kopfbereich. Aufgrund epidemiologischer Befunde, vor allem nach dem Tschernobyl-Unfall und an interventionell arbeitenden Radiologen, empfiehlt die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP), die Grenzwerte von derzeit 150 mSv/a auf 20 mSv/a zu senken.

Untersuchungen an der Maus sind von großem Vorteil, wenn es darum geht, die Ursachen und Mechanismen von Krankheiten zu verstehen. Das gilt auch für Katarakte, denn das Auge der Maus ist im Prinzip so aufgebaut wie das des Menschen, und die Untersuchungsmethoden sind dieselben. Früher wurden viele Experimente mit verschiedenen Mausstämmen durchgeführt, die mit der Spaltlampe sehr feine Linsentrübungen bis zu einer Dosis von 0,5 Gy nachweisen konnten. Für die Dosis unterhalb von 0,5 Gy gab es bisher keine Daten.

Untersuchungen der "Augengruppe" am Helmholtz Zentrum haben nun mit einer empfindlicheren Technik (Scheimpflug-Analyse) in dem Dosisbereich zwischen 0 und 0,5 Gy eine strahleninduzierte Zunahme der maximalen Trübung der Augenlinse nur um 1 % feststellen können. Die Zunahme der Trübung aufgrund des Alters betrug dagegen 2 %.

Adresse

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Sitzungssaal E 128/129
Ingolstädter Landstr. 1
85764 Oberschleißheim/Neuherberg

Kontakt

Renate Kanzliwius, BfS
Telefon: 030 18333-2118
Stand: 06.09.2017

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