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Aussagekräftige Messdaten im Notfall

BfS und Bundespolizei trainieren Hubschraubermessungen in der Region Greifswald

Ausgabejahr 2018
Datum 05.11.2018

Messungen von Radioaktivität sind in einem Notfall die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Vom 6. bis 9. November 2018 bereiten sich Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und der Bundespolizei (BPol) in der Region Greifswald daher mit Hubschraubermessflügen auf mögliche Einsätze vor.

Wesentliches Ziel dieser Übung ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, inwieweit die Messergebnisse der Hubschrauberflüge mit Daten aus Bodenproben verglichen werden können. Messübungen von BfS und Bundespolizei finden regelmäßig statt, um sicherzustellen, dass die Zusammenarbeit im Ernstfall reibungslos funktioniert.

Grundlage für den Katastrophenschutz

Portrait Dr. Inge Paulini Dr. Inge PauliniBfS-Präsidentin Inge Paulini

"In einem Notfall ist es unverzichtbar, die Rahmenbedingungen gut zu kennen. Gleichzeitig müssen alle Abläufe eingeübt sein. Einen entscheidenden Beitrag dazu leisten die gemeinsam durchgeführten Hubschraubermessungen.

Die dort gewonnenen Daten und Erkenntnisse fließen ein ins Lagebild und bilden eine wichtige Grundlage für die Katastrophenschutzbehörden der Bundesländer, um die richtigen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung zu ergreifen", betonte die Präsidentin des BfS, Inge Paulini.

Aus der Luft lässt sich schnell und großflächig ermitteln, welche radioaktiven Stoffe am Boden abgelagert wurden, welche Gebiete bei einem nuklearen Notfall besonders betroffen sind und welche Strahlenbelastung für die Bevölkerung sich daraus ableitet. Darüber hinaus ermöglichen hubschraubergestützte Messsysteme das Auffinden von radioaktiven Einzelquellen.

Messflüge in der Region Greifswald

Bei der anstehenden Übung soll getestet werden, inwieweit mit unterschiedlichen Flugverfahren große Flächen radiologisch kartiert und die Hubschraubermessungen mit bereits vorhandenen Bodendaten abgeglichen werden können. Hier geht es vor allem um natürlich vorkommende radioaktive Stoffe sowie um Ablagerungen von Caesium-137, welches nach dem Unfall in Tschernobyl vor 32 Jahren ausgetreten ist. Darüber hinaus bietet der Standort Greifswald die Möglichkeit aufgrund der dort vorhandenen Anlagen und des eingelagerten Inventars die Leistungsfähigkeit der Messmethode zu überprüfen.

Die Messflüge finden im Raum Lubmin, Dedelow sowie südlich von Greifswald statt. Für die Messflüge werden zwei Hubschrauber der Bundespolizei eingesetzt. Die zu untersuchenden Messgebiete und die konkreten Flugrouten werden – als Teil der Übung – erst am jeweiligen Übungstag festgelegt. Die täglichen Flugzeiten liegen zwischen 9 Uhr und 17 Uhr. Die Flughöhe beträgt mindestens 90 Meter, die Fluggeschwindigkeit etwa 100 Kilometer pro Stunde.

Langjährige Zusammenarbeit

Zur Radioaktivitätsmessung aus der Luft arbeiten BfS und Bundespolizei bzw. ihre Vorgängerbehörden bereits seit Ende der 1980er Jahre zusammen: Das BfS stellt das wissenschaftlich-technische Personal und die Messtechnik, die Bundespolizei die Hubschrauber und deren Besatzung zur Verfügung.

Regelmäßige gemeinsame Messflüge auch mit internationalen Partnern sichern die Einsatzbereitschaft: Innerhalb von fünf Stunden kann jeder Ort in Deutschland mit einem einsatzfähigen Hubschrauber erreicht werden.

Stand: 05.11.2018

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© Bundesamt für Strahlenschutz