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Gesucht: Alternativen für hochradioaktive Strahlenquellen

Deutschland tritt für die Sicherheit und Sicherung von hochradioaktiven Strahlenquellen ein

Bei einem internationalen Expertentreffen am 14. Juni 2018 in Wien diskutieren Fachleute, Behördenvertreter und Politiker darüber, ob und wie hochradioaktive Strahlenquellen etwa in Medizin und Industrie durch Alternativen ersetzt werden können. Ziel ist es, die Gefahr durch radioaktive Strahlenquellen zu senken.

Deutschland, vertreten durch eine Expertin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), hat erstmals den Vorsitz des Treffens in Kooperation mit den USA und Frankreich.

Anwendung und Sicherheit hochradioaktiver Strahlenquellen

Hochradioaktive Strahlenquellen sind umschlossene radioaktive Stoffe. Ihr Einsatz ist in vielen Bereichen der Industrie, Medizin und Forschung nicht mehr wegzudenken. Angewendet werden sie u.a.

  • in der Strahlentherapie und der Transfusionsmedizin,
  • bei der zerstörungsfreien Prüfung unterschiedlicher Materialien,
  • zu Dichtemessungen in der Forschung und
  • zur Produktbestrahlung.

Sie stellen aber auch eine ernstzunehmende radiologische Gefährdung dar, gerade in Hinsicht auf kriminelle und terroristische Bedrohungen. Die Strahlung einer solchen Quelle kann bei Personen in unmittelbarer Nähe bereits innerhalb kurzer Zeit zu schweren oder sogar tödlichen Strahlenschäden führen, ihre Sicherung ist somit von hoher Bedeutung.

Der Umgang mit solchen Quellen sowie Verlust oder Fund sind darum international streng geregelt. In Deutschland werden alle hochradioaktiven Quellen in einem zentralen Register (HRQ-Register) beim BfS erfasst.

Austausch über internationale Erfahrungen mit alternativen Technologien

Frau steht an Blutbestrahlungsanlage BlutbestrahlungsanlageBlutbestrahlungsanlage Quelle: Identification of Sources and Devices - Reference Manual, IAEA Nuclear Security Series, 2007

Bei dem Expertentreffen kommen Vertreter mehrerer Staaten zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und darüber zu diskutieren, wie herkömmliche Anwendungen mit hochradioaktiven Strahlenquellen durch alternative, aus Sicherungssicht weniger riskante Technologien ersetzt werden können.

Frankreich hat dabei eine Vorreiterrolle eingenommen: So wurden dort bereits sämtliche Geräte zur Bestrahlung von Blutkonserven mit hochradioaktivem Cäsiumchlorid durch Röntgengeräte ersetzt. Auch die Stadt New York (USA) hat aus Sicherungsaspekten alle Cäsiumchlorid-Strahlenquellen aus ihren Krankenhäusern entfernt und - sofern erforderlich - durch entsprechende Alternativen ersetzt.

Bei dem Treffen werden neben neuesten Entwicklungen u.a. auch die Kosten und Einsparungen durch den Einsatz alternativer Technologien diskutiert. Außerdem besprechen die Experten, was weiterhin an Forschung und Entwicklung nötig ist.

Das Treffen ist ein offenes Forum zum Austausch von Informationen und Erfahrungen. Die Treffen finden seit 2015 regelmäßig in Wien statt, wofür die Internationale Atomenergie-Organisation (International Atomic Energy Agency, IAEA) die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

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Stand: 14.06.2018

© Bundesamt für Strahlenschutz