Navigation und Service

Sind Schmucksteine radioaktiv?

Der Zusatz von radioaktiven Stoffen bei der Herstellung von Schmuck ist nach Paragraph 105 Strahlenschutzverordnung zum Schutz des Verbrauchers verboten.

Die Farbe von vielen natürlichen Edelsteinen beziehungsweise Halbedelsteinen kann durch ionisierende Strahlung verändert oder intensiviert werden. In der Natur geschieht dies durch die Strahlung natürlicher Radionuklide. Der Effekt kann aber auch künstlich durch Bestrahlung der Schmucksteine hervorgerufen werden, z. B. gehört der blaue Topas, der in der Natur meistens farblos vorkommt, zu den am häufigsten derart behandelten Edelsteinen.

Bestrahlt wird in der Regel mit Elektronen- oder Gammastrahlung. Dabei entsteht keinerlei Aktivität in den Schmucksteinen, das Tragen ist in diesem Fall unbedenklich. Selten, da viel komplizierter, werden Edelsteine mit Neutronen bestrahlt. Dabei werden in den Edelsteinen in geringen Mengen radioaktive Stoffe gebildet, die selber Strahlung aussenden, deren Strahlungsintensität aber in relativ kurzer Zeit abklingt. Wird derartiger Schmuck in der Abklingzeit ständig getragen, könnten örtlich begrenzt unerwünschte Strahlenexpositionen der Haut auftreten. Das Risiko gesundheitlicher Schäden ist in diesen Fällen jedoch gering. Um diese ungerechtfertigte Exposition zu vermeiden, muss gewährleistet sein, dass mit Neutronen bestrahlte Edelsteine erst nach einer ausreichenden Abklingzeit in den Handel kommen. Dies gilt insbesondere für den dunkelblauen Topas (Handelsname "London blue"), dessen intensive Farbe nur durch Neutronenaktivierung erzeugt werden kann. Hier ist unbedingt auf die Einhaltung der Abklingzeit zu achten. Beim Erwerb solcher Edelsteine über Online-Händler, die diese aus dem Ausland importieren, kann dies aber nicht garantiert werden.

© Bundesamt für Strahlenschutz