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Optische Strahlung

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UV-Tipp im Winter: Wer Vitamin-D-Mangel hat, braucht kein Solarium

Frau im Solarium Frau im Solarium

Der Winter ist da. Der Vitamin-D-Spiegel sinkt: Ab ins Solarium? Wenn es nach der Werbung geht, ist die Sache klar. Aber wie sieht es wirklich aus mit den für die Vitamin-D-Bildung benötigten UV-B-Strahlen?

Die UV-Strahlung in modernen Solarien hat meist nur einen geringen Anteil an UV-B-Strahlung. Dieser geringe Anteil kann die Vitamin-D-Bildung anregen. Aber das muss einem klar sein: Die Wirkung der künstlich erzeugten und in Solarien eingesetzten UV-Strahlung unterscheidet sich nicht von der Wirkung der natürlichen UV-Strahlung der Sonne. Das heißt, dass neben dem Anstoß der Vitamin-D-Bildung auch alle bekannten negativen gesundheitlichen Wirkungen in einem Solarium bei jeder einzelnen Bestrahlung auftreten.

Solariennutzung erhöht Hautkrebsrisiko

Studien bestätigen eindeutig den Zusammenhang zwischen Solariennutzung und erhöhtem Hautkrebsrisiko. Wer jemals ein Solarium nutzt, hat ein 20 % höheres Risiko an einem Melanom (schwarzer Hautkrebs) zu erkranken, als solche, die nie ein Solarium nutzen. Dieses Risiko erhöht sich auf 59 %, wenn die erste Solarien-Nutzung vor dem 35. Lebensjahr erfolgt. Jede zusätzliche Solarien-Nutzung pro Jahr geht mit einer Erhöhung des Melanom-Risikos um 1,8 % einher. Und Schätzungen nach können ca. 5 % aller Melanom-Neuerkrankungen in Europa auf Solarien-Nutzung zurückgeführt werden - und das hauptsächlich bei Frauen.

Man weiß, dass Solariennutzung die Entstehung verschiedener Hautkrebsarten auslösen und auch Augenkrebs (Augenmelanome) verursachen kann. Und - es gibt keinen Grenzwert für die UV-Bestrahlungsstärke in Solarien, unter dem die UV-Strahlung von Solarien als sicher betrachtet werden kann.

Also: In einem Solarium kann UV-B-Strahlung vorhanden sein, so dass Vitamin D gebildet wird. Aber die gleichzeitig und nicht davon trennbaren gesundheitlichen Risiken, insbesondere für Hautkrebs, überwiegen den Vorteil der UV-initiierten Vitamin-D-Bildung bei weitem. International wird darum von der Solariennutzung zur Vitamin-D-Bildung abgeraten.

Vitamin-D-Mangel lässt sich gut ohne künstliche UV-Strahlung vorbeugen

Vitamin-D-Mangel

Fachgesellschaften gehen von einem Vitamin-D-Mangel bei einem Vitamin-D-Blutserumspiegel unter 12 Nanogramm pro Milliliter (30 Nanomol pro Liter) aus. Wünschenswert wäre ein Blutserumspiegel von 20 Nanogramm pro Milliliter (50 Nanomol pro Liter) und höher.

Wer sich im Sommer öfters draußen aufgehalten hat – sei es bei Spaziergängen oder der Gartenarbeit – hat sich einen Vitamin-D-Vorrat angelegt. Das gespeicherte Vitamin D wird in der "dunklen" Jahreszeit vom Körper genutzt. Hinzu kommt das Vitamin D, das über die Ernährung aufgenommen wird.

Einen tatsächlichen Vitamin-D-Mangel kann nur der Arzt feststellen. Liegt ein Vitamin-D-Mangel vor, dann kann man diesem leicht mit Vitamin-D-Präparaten begegnen. Solch eine Supplementierung beziehungsweise Medikation mit Vitamin-D-Präparaten sollte unter ärztlicher Überwachung erfolgen. Säuglinge und Kleinkinder sollten sowieso bis zum zweiten erlebten Frühsommer Vitamin-D-Präparate erhalten.

© Bundesamt für Strahlenschutz