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Optische Strahlung

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Optische Strahlung

Schutzmaßnahmen

Optische Strahlung von Lasern und konventionellen Lichtquellen unterscheiden sich nicht grundsätzlich in ihren biologischen Wirkungen. Durch die starke Bündelung der Laserstrahlung können jedoch so hohe Intensitäten (Bestrahlungsstärken beziehungsweise Bestrahlungen) erreicht werden, dass damit spezielle Gewebereaktionen hervorgerufen werden können (siehe "Biologische und gesundheitliche Auswirkungen"). Bei der Anwendung von Laserstrahlung sind daher besondere Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Lasergeräte werden vom Hersteller entsprechend ihrem Gefährdungspotenzial in verschiedene Klassen eingeteilt. So kann der Benutzer leicht abschätzen, wie er sich verhalten soll und welche Schutzmaßnahmen zu wählen sind. Die Klassifizierung ist so gewählt, dass mit zunehmender Klassenzahl die gesundheitliche Gefährdung steigt und umfangreichere Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Maßgebend für die Klasseneinteilung sind die Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" BGV B2 und die DIN-Norm EN 60825-1 (VDE 0837-1, Ausgabe Mai 2008 mit einer Berichtigung vom Dezember 2008). Eine hilfreiche Handlungsanleitung für die Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bieten die BGV B2 "Unfallverhütungsvorschrift Laserstrahlung" und die BGI 5007 "Lasereinrichtungen für Show- und Projektionszwecke".

Für die allgemeine Bevölkerung sind Schutzmaßnahmen vor allem bei der Anwendung von Lasern in Diskotheken und bei Veranstaltungen, sowie beim Gebrauch von Laserpointern von Bedeutung (siehe "Anwendungen im Alltag und in der Technik").

Für den privaten Gebrauch dürfen Laser und Laserprodukte nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie den Laserklassen 1, 1M, 2 oder 2M entsprechen und entsprechend gekennzeichnet sind.

Laserklassen und ihre Gefährdung, typische Leistung und Anwendungen
LaserklasseGefährdung beziehungsweise SchutzmöglichkeitTypische Leistung P (Dauerstrich-Laser)Typische Anwendung
1unter vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen sicher. Ein direkter Blick in den Laserstrahl ist dennoch zu vermeiden.kleiner als 0,4 Milliwatt (mW)Scanner-Kasse, CD- und DVD-Laufwerke; die Zuordnung zur Laserklasse 1 gilt nur für das ungeöffnete Gerät als Gesamtheit, nicht für den darin verbauten Laser!
1Mbei Einsatz von optisch sammelnden Instrumenten für das Auge gefährlich (sonst wie Klasse 1)kleiner als 0,4 Milliwatt, aber der Strahldurchmesser ist größer als sieben Millimeter (mm)Laserdrucker
2Der direkte Blick in den Strahl muss vermieden werden - bei längerer Betrachtung (über 0,25 Sekunden hinaus) kann es zu Netzhautschäden kommenkleiner als ein MilliwattLaserpointer, Ziel- und Richtlaser, zum Beispiel zur Landvermessung oder in Wasserwaagen
2Mbei Einsatz von optisch sammelnden Instrumenten für das Auge gefährlich (sonst wie Klasse 2)auch größer als ein Milliwatt, aber der Strahldurchmesser ist größer als sieben MillimeterLaserpointer, Lasertaschenlampen und Projektionslaser (zum Beispiel in Diskotheken)
3ADiese Laserklasse ist seit der Novellierung der DIN EN 60825-1 im November 2001 nicht mehr gültig.
Laser und Laserprodukte mit dieser Klassifizierung dürfen nicht mehr vertrieben werden.
kleiner als fünf Milliwatt, aber der Strahldurchmesser ist größer als sieben Millimeter und die Leistungsdichte ist - bezogen auf den Pupillendurchmesser - so groß wie beim Klasse-2-Laser-
3Rgefährlich für das Augeimmer gefährlich für das Auge

Show- und Projektionslaser, Materialbearbeitungslaser, Laser in der Medizin

3Bimmer gefährlich für das Augekleiner als 500 Milliwatt
4immer gefährlich für das Auge und die Hautgrößer als 500 MilliwattMaterialbearbeitungslaser, Laser in Wissenschaft und Forschung

Für die Einhaltung der Schutzmaßnahmen ist der Betreiber einer Lasereinrichtung verantwortlich. Er hat unter anderem dafür Sorge zu tragen, dass die Lasergeräte klassifiziert und entsprechend gekennzeichnet sind. Der gewerbliche Betrieb von Lasereinrichtungen ab Klasse 3R muss beim Gewerbeaufsichtsamt und bei der Berufsgenossenschaft angezeigt werden. Beim Betrieb solcher Laser muss ein Laserbereich abgegrenzt und gekennzeichnet sein. Außerdem muss der Betreiber für diese Lasereinrichtungen sachkundige Personen als Laserschutzbeauftragte nach BGV B2 bestellen.

Berufsgenossenschaft informiert Betreiber von Diskotheken und Ausrichter von Außenveranstaltungen über den sachgemäßen Einsatz von Lasersystemen

Um Licht-Shows interessanter zu gestalten, wurden in den letzten Jahren in Diskotheken und bei Außenveranstaltungen vermehrt Lasersysteme eingesetzt. Es gilt allerdings auch hier, dass die besonderen Lichteffekte bei unsachgemäßem Einsatz bei Beschäftigten und Besuchern bleibende Gesundheitsschäden hervorrufen können. Die BGI 5007 "Laser-Einrichtungen für Show oder Projektionszwecke" soll dem Unternehmer und Betreiber helfen, Anforderungen aus der Muster-Versammlungsstätten-Verordnung zu erfüllen. Weiterhin soll dem Unternehmer eine Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz sowie der darauf erlassenen Verordnungen gegeben werden.

Medizinische und kosmetische Anwendungen von Lasergeräten

In der Medizin werden Lasergeräte mittlerweile für viele therapeutische und diagnostische Verfahren erfolgreich eingesetzt. Leichte Handhabe und günstiger Preis haben aber dazu geführt, dass leistungsfähige Laser (bis zur Klasse 4) auch für kosmetische Anwendungen genutzt werden, wie zum Beispiel zur Haarentfernung, zur Falten- und Pigmentbeseitigung oder zur Entfernung von Tätowierungen. Ohne das Wissen um die genaue Wirkung und geeignete Schutzvorkehrungen können Kunden so einem hohen gesundheitlichem Gefährdungspotenzial ausgesetzt werden. Die Anwender sind nämlich zurzeit durch keine gesetzliche Regelung gezwungen, ihre Qualifikation zum Betreiben eines Lasers und ihr Wissen über Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen nachzuweisen.

Strahlenschutzkommission fordert: Laseranwendungen an der menschlichen Haut nur durch ausgebildeten Arzt

Die Strahlenschutzkommission zeigt mit der Empfehlung "Gefahren bei Laseranwendung an der menschlichen Haut" die Gefahren für die Personen auf, die sich einer kosmetischen Behandlung von Hautveränderungen mit Lasern unterziehen wollen, und stellt Forderungen auf, um Abhilfe vor Gesundheitsgefahren zu schaffen. Die Hauptforderung besteht darin, gesetzliche Regelungen zu schaffen, die sicherstellen, dass Laseranwendungen an der menschlichen Haut ausschließlich durch einen speziell dafür ausgebildeten Arzt erfolgen.

Stand: 10.06.2016

© Bundesamt für Strahlenschutz