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Optische Strahlung

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Optische Strahlung

Infrarotstrahlung in der Medizin und im Wellnessbereich

Infrarotlampe InfrarotlampeInfrarotlampe

Die stärkste natürliche Infrarotquelle ist die Sonne. Schon in der Antike wurde ihre "Wärmestrahlung" zur Linderung von Beschwerden genutzt. Auch heute nutzt die Medizin die Wärmestrahlung zum Beispiel beim Einsatz von Infrarotlampen.

Wirkung

Wenn Infrarotstrahlung auf Gewebe trifft, werden Moleküle in Schwingungen versetzt. Es entsteht Wärme und es kommt zu einem Temperaturanstieg. Da menschliches Gewebe zum größten Teil aus Wasser besteht, spielt die Absorptionsfähigkeit des Wassers für die verschiedenen Wellenlängen der eindringenden Infrarotstrahlung eine entscheidende Rolle für ihre Eindringtiefe und Wirkung.

Eindringtiefe

Wasser hat jedoch im Bereich des roten Anteils des sichtbaren Lichts und im angrenzenden Infrarotbereich (kurzwelliges IR-A) ein Absorptionsminimum. Das erklärt die vergleichsweise große Eindringtiefe von IR-A–Strahlung (780-1400 Nanometer), die in der Haut bis zu etwa 5 Millimeter betragen kann. Sie kann daher bis in die Unterhaut gelangen und dort direkt wirken. Allgemein gilt für die Infrarotstrahlung: Je kürzer die Wellenlänge, desto größer die Eindringtiefe. IR-C (3000 Nanometer – 1 Millimeter) und IR-B (1400 - 3000 Nanometer) werden in der oberen Hautschicht, der Epidermis, absorbiert. Nur dort entfalten sie ihre direkte Wirkung. Die Wärmewirkung von IR-A-Strahlung verteilt sich über ein größeres Volumen als die von IR-B- und IR-C-Strahlung. Durch indirekte Wärmeleitung kann sich die Temperaturerhöhung aber auch in tiefere Bereiche fortsetzen.

Warn- und Schutzsystem des Körpers

Hitze- und Schmerzrezeptoren sitzen vor allem unmittelbar unter der Oberhaut (der Epidermis) in der oberen Schicht der Lederhaut (Dermis) und stellen ein Warn- und Schutzsystem des Körpers dar. Sie werden durch IR-A-Strahlung weniger angesprochen als von der oberflächennah und auf kleinerem Volumen wirkenden IR-C- und IR-B-Strahlung. Dies kann bei medizinischen Anwendungen, die bewusst auf die stärkere Erwärmung tiefer gelegener Regionen abzielen, durchaus therapeutisch beabsichtigt sein. Es muss aber bei allen Anwendungen von Infrarotstrahlung bedacht werden.

Heilende Wirkung der Wärme

Infrarot-Strahlung kann die lokale Durchblutung fördern und die Muskelspannung senken. Traditionell wird Infrarotstrahlung in der Medizin zum Beispiel zur Linderung bei Muskelschmerzen und Verspannungen eingesetzt, aber gegebenenfalls auch bei Autoimmunerkrankungen oder bei Wundheilungsstörungen. Die Frage, ob die Behandlung einer Erkrankung oder von Beschwerden mit Wärme sinnvoll ist oder im Gegenteil sogar schaden kann, muss aber im Einzelfall von einem Arzt oder einer Ärztin beurteilt werden.

Zu hohe Temperatur schadet

Negative Wirkungen können vor allem dann auftreten, wenn die Erhöhung der Temperatur und die Einwirkdauer kritische Grenzen überschreitet. Bei zu starker Bestrahlung können Schäden bis hin zu Verbrennungen gesetzt werden. Generell können thermische Belastungen zu Störungen im Wärmehaushalt des Gesamtorganismus führen.

Besonders empfindlich gegenüber thermischen Effekten sind die Augen. Eine geeignete Schutzbrille kann die Augen vor zu starker Infrarot-Strahlung schützen.

Infrarotkabinen

Weit verbreitet sind neben Infrarot-Lampen für die lokale Bestrahlung Infrarot-Kabinen für die Ganzkörperbestrahlung. Dabei kommen unterschiedliche Strahlertypen zum Einsatz. Emittiert werden können IR-A-, IR-B-, IR-C-Strahlung oder Kombinationen dieser Wellenlängen. Allein aufgrund der Watt-Angabe kann nicht beurteilt werden, wie viel Strahlungsleistung pro Flächeneinheit (angegeben in Watt pro Quadratmeter) auf den Körper letztlich einwirkt. Dabei kommt es unter anderem darauf an, wie die Strahler in der Kabine verbaut sind und welche Abstände zum Körper bei der Nutzung der Kabine jeweils eingehalten werden.

Grundsätzlich kann der Mensch Hitze wahrnehmen und auf ein "zu viel" durch Vermeidung reagieren. Dieser Schutzmechanismus kann jedoch herabgesetzt sein oder versagen, wenn das natürliche Schmerzempfinden gemindert ist. Dies kann zum Beispiel aufgrund von Medikamenten, Alkohol oder Drogen der Fall sein. Auch in Narbengewebe kann die Schmerzwahrnehmung gemindert sein oder fehlen.

Empfehlungen für die Nutzung von Infrarot-Kabinen:

  • Gegenüber thermischen Belastungen anfällige Personen (zum Beispiel Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sollten ärztlichen Rat einholen, bevor sie Infrarot-Kabinen benutzen.
  • Auf die Bildung von länger anhaltenden Hautrötungen (Erythemen) sollte geachtet werden. Treten solche anhaltenden Hautrötungen auf, sollten keine weiteren Infrarot-Bestrahlungen erfolgen und ein Arzt befragt werden.
  • Unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen, Medikamenten oder anderen Einwirkungen, die die Schmerzwahrnehmung herabsetzen, sollten Wärmekabinen nicht benutzt werden.
Stand: 04.08.2016

© Bundesamt für Strahlenschutz