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Nukleare Entsorgung

Lagerung - Transport - Überwachung radioaktiver Abfälle

Nukleare Entsorgung

Dezentrale Zwischenlager - Standorte und Belegung

  • Mit der Novellierung des Atomgesetzes im April 2002 wurde die Verpflichtung der Betreiber von Kernkraftwerken festgelegt, an den Standorten der Kernkraftwerke für die Zwischenlagerung der aus dem Betrieb entstehenden bestrahlten Brennelemente Sorge zu tragen.
  • Mit den in Betrieb befindlichen dezentralen Zwischenlagern wird erreicht, dass weitere Transporte in der Bundesrepublik Deutschland, etwa von den Kernkraftwerken in zentrale Zwischenlager, nicht erforderlich sind.
  • Die Standort-Zwischenlager sind für genau festgelegte Mengen an abgebrannten Brennelementen (definiert in Tonnen Schwermetall) sowie für eine genau festgelegte Anzahl an Behälterstellplätzen genehmigt.

Deutschlandkarte mit Standorten Entstehung und Lagerung radioaktiver Abfälle in DeutschlandEntstehung und Lagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland

Mit der Novellierung des Atomgesetzes im April 2002 wurde die Verpflichtung der Betreiber von Kernkraftwerken festgelegt, an den Standorten der Kernkraftwerke für die Zwischenlagerung der aus dem Betrieb entstehenden bestrahlten Brennelemente Sorge zu tragen.

Die Pflicht zum Entsorgungsvorsorgenachweis gilt unverändert weiter, wobei der Nachweis durch die Lagerung in den Standort-Zwischenlagern erbracht wird. Außerdem wurde die Abgabe von abgebrannten Brennelementen an die Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien mit dem 30. Juni 2005 untersagt.

Die abgebrannten Brennelemente werden in speziellen Transport- und Lagerbehältern (zum Beispiel der Bauart CASTOR) trocken aufbewahrt. Mit den in Betrieb befindlichen dezentralen Zwischenlagern wird erreicht, dass weitere Transporte in der Bundesrepublik Deutschland, etwa von den Kernkraftwerken in zentrale Zwischenlager, nicht erforderlich sind.

Geplante und gebaute Standort-Zwischenlager

Von den Betreibern der Kernkraftwerke wurden bereits in den Jahren 1998 bis 2000 Anträge zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen in Form von abgebrannten Brennelementen in Standort-Zwischenlagern gestellt.

Die Genehmigungen zur Aufbewahrung wurden bis Ende 2003 erteilt. Nach einer Bauzeit von ca. drei Jahren wurden die Standort-Zwischenlager in den Jahren 2006/2007 in Betrieb genommen. Die genehmigten Laufzeiten betragen ab dem Zeitpunkt der Einlagerung eines ersten Behälters maximal 40 Jahre, da nach Ablauf dieses Zeitraums nach der damaligen Planung der Bundesregierung ein Endlager zur Verfügung stehen sollte.

Die Aufbewahrung der am Kernkraftwerk Obrigheim lagernden bestrahlten Kernbrennstoffe soll im Standortzwischenlager Neckarwestheim erfolgen. Die Genehmigung wurde im August 2016 erteilt.

Neben den Standort-Zwischenlagern besteht als weiteres Zwischenlager das AVR-Behälterlager in Jülich, in dem 152 Behälter mit Brennelementen aus dem ehemaligen AVR-Versuchsreaktor gelagert werden. Es wurde bereits 1993 für die Dauer von 20 Jahren genehmigt. Weitere Informationen zum AVR-Behälterlager erhalten Sie hier

Genehmigte Behälterstellplätze - Belegung und Bedarf

Die Standort-Zwischenlager sind für genau festgelegte Mengen an abgebrannten Brennelementen (definiert in Tonnen Schwermetall) sowie für eine genau festgelegte Anzahl an Behälterstellplätzen genehmigt.

Die genehmigten Mengen an Schwermetall bzw. Stellplätzen richteten sich ursprünglich nach der im Jahr 2002 mit dem Atomausstieg festgelegten Laufzeiten von maximal 32 Jahren. Die 2011 nach dem Reaktorunfall in Fukushima Daiichi erfolgte vorzeitige Abschaltung von insgesamt acht Kernkraftwerken und die Reduzierung der Laufzeiten der weiteren Kernkraftwerke führt voraussichtlich dazu, dass die genehmigten Stellplatzkapazitäten nicht ausgeschöpft werden.

Die Tabelle "Übersicht zu den Standort-Zwischenlagern" berücksichtigt in der Spalte "Behälterstellplätze: insgesamt benötigt" die aus dem Kernkraftwerksbetrieb stammenden Abfälle. Die aus der Wiederaufarbeitung in England und Frankreich zurückzuführenden Abfälle sind in der Schätzung nicht berücksichtigt. Für die Rückführung der Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und England sehen BMUB und Energieversorgungsunternehmen vor, im Standortzwischenlager Philippsburg die 5 Behälter mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in La Hague/Frankreich aufzubewahren. Auf die Zwischenlager an den Standorten Biblis, Brokdorf und Isar sollen jeweils 7 Castoren mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Sellafield/Großbritannien verteilt werden.

Übersicht zu den Standort -Zwischenlagern
Standort,
Bundesland
Inbetrieb-
nahme
Masse
Schwermetall
in Tonnen (Mg)
Aktivität
(Bq)
Wärme-leistung
(MW)
Behälter-
stellplätze:
genehmigt
Behälter-
stellplätze:
belegt
(Ende 2015)
Behälter-
stellplätze:
insgesamt benötigt (geschätzt)*
Biblis,
Hessen
18.05.20061.4008,5 x 10195,313552 102
Brokdorf,
Schleswig-Holstein
05.03.2007 1.0005,5 x 10193,751002975
Brunsbüttel,
Schleswig-Holstein
05.02.2006450 6 x 10192 80 9 19
Grafenrheinfeld,
Bayern
27.02.2006 800 5 x 10193,5 882153
Grohnde,
Niedersachsen
27.04.2006 1.0005,5 x 10193,75 1002774
Gundremmingen,
Bayern
25.08.20061.8502,4 x 1020619242181
Isar,
Bayern
12.03.20071.5001,5 x 1020615235118
Krümmel,
Schleswig-Holstein
14.11.2006 7750,96 x 10203802141
Lingen,
Niedersachsen
10.12.2002 1.2506,9 x 10194,71253887
Neckarwestheim,
Baden-Württemberg
06.12.20061.6008,3 x 10193,515153113
Philippsburg,
Baden-Württemberg
19.03.2007 1.6001,5 x 1020615240102
Unterweser,
Niedersachsen
18.06.2007 8004,4 x 10193802738
Obrigheim,
Baden-
Württemberg
--1004,2 x 10180,3--**----

*Bei der Abschätzung der zukünftig erforderlichen Anzahl an Behälterstellplätzen in den Standort-Zwischenlagern wird davon ausgegangen, dass kein Abtransport von Behältern zu einer Konditionierungsanlage für die spätere Endlagerung möglich ist. Es wird außerdem unterstellt, dass nach der Stilllegung des KKW zwecks Rückbaus alle Brennelemente aus dem Nasslager in das Standort-Zwischenlager überführt werden müssen. Ferner wird davon ausgegangen, dass es zu keiner Teilbeladung von Behältern kommt und die Restlaufzeiten voll ausgeschöpft werden.
** Für das Standort-Zwischenlager Obrigheim wurden 15 Behälterstellplätze beantragt. Für den parallel von EnBW gestellten Antrag, die 15 Behälter im Zwischenlager Neckarwestheim unterzubringen, wurde im August 2016 eine Genehmigung erteilt.

Stand: 16.01.2017

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

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