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Nukleare Entsorgung

Lagerung - Transport - Überwachung radioaktiver Abfälle

Nukleare Entsorgung

Wie funktioniert das Zulassungsverfahren?

Transport- und Lagerbehälter TN 85 Transport- und Lagerbehälter TN 85Transport- und Lagerbehälter TN 85 Quelle: Areva - TN International

Die Beförderung von radioaktiven Stoffen unterliegt strengen nationalen und internationalen Vorschriften, um den Schutz von Personen, Eigentum und der Umwelt zu gewährleisten. Dieses Schutzziel wird im Wesentlichen durch das Konzept des „sicheren Versandstücks“ erreicht, wobei das Versandstück die Verpackung mit dem radioaktiven Inhalt darstellt.

Dieses Konzept umfasst verschiedene Arten von Versandstücken:

  • freigestellte Versandstücke (z. B. für klinische Reagenzien)
  • Industrieversandstücke vom Typ IP-1, Typ IP-2 und Typ IP-3 (z. B. für radioaktive Abfälle)
  • Typ A-Versandstücke (z.B. für radiopharmazeutische Produkte)
  • Typ B-Versandstücke (z.B. für abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Strahlenquellen)
  • Typ C-Versandstücke (für die Beförderung radioaktiver Stoffe im Luftverkehr ab einer bestimmten Aktivität)
  • Versandstücke für spaltbare Stoffe (z.B. für unbestrahlte Brennelemente)

Sicherheitstechnische Anforderungen

Für die Versandstücke bestehen unterschiedliche sicherheitstechnische Anforderungen in Abhängigkeit von der Art und Menge (Gefährdungspotential) des zu transportierenden radioaktiven Stoffes. Diese reichen von allgemeinen Anforderungen an Versandstücke mit sehr begrenztem Inhalt (freigestellte Versandstücke) bis hin zu "unfallsicheren" Versandstücken mit radioaktiven Stoffen hoher Aktivität (Typ B und Typ C). Für Versandstücke mit spaltbaren radioaktiven Stoffen bestehen darüber hinaus zusätzliche Anforderungen, um die Kritikalitätssicherheit (das heißt den Ausschluss der Entstehung einer nuklearen Kettenreaktion) während des Transports zu gewährleisten.

Bauart

Transport- und Lagerbehälter CASTOR® HAW28M Transport- und Lagerbehälter CASTOR HAW28MTransport- und Lagerbehälter CASTOR® HAW28M

Die Bauart bezeichnet die genaue Beschreibung des Versandstücks, in der unter anderem

  • Beschreibungen zum Inhalt und zur Verpackung,
  • Konstruktionszeichnungen und
  • Werkstoffspezifikationen

enthalten sind.

Der Nachweis, dass eine Bauart alle anzuwendenden sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt, ist im Sicherheitsbericht zu führen. Es wird zwischen zulassungspflichtigen und nicht zulassungspflichtigen Bauarten unterschieden.

Für die Beförderung radioaktiver Stoffe, die ein erhöhtes Gefährdungspotential darstellen, gelten hohe sicherheitstechnische Anforderungen. Die Bauart der Versandstücke für diese Stoffe ist zulassungspflichtig. Hierzu zählen Versandstücke vom Typ B und C, sowie Versandstücke, die spaltbare radioaktive Stoffe enthalten. Diese Zulassungen werden vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) erteilt. Das BfE hat diese Aufgabe am 30. Juli 2016 vom bis dahin zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übernommen.

Bauarten von Versandstücken, an die aufgrund des begrenzten Inhalts von radioaktiven Stoffen geringere Anforderungen gestellt werden (zum Beispiel Behälter vom Typ IP für Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung), benötigen keine Zulassung. Allerdings muss auch für diese Bauarten ein dokumentierter Nachweis vorliegen, der die Einhaltung aller anzuwendenden sicherheitstechnischen Anforderungen des Gefahrgutrechts belegt.

Stand: 01.12.2016

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

© Bundesamt für Strahlenschutz