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Nukleare Entsorgung

Lagerung - Transport - Überwachung radioaktiver Abfälle

Nukleare Entsorgung

Verfahrensüberblick am Beispiel der Schachtanlage Asse II

Am Beispiel der Schachtanlage Asse II finden Sie an dieser Stelle einen Überblick über Maßnahmen und Verfahren, bei denen eine Beteiligung der Endlagerüberwachung erforderlich ist. Hierzu gehören zum Beispiel Arbeitsfreigaben zur Prüfung auf Einhaltung der Vorgaben der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), Anträge auf Zustimmung nach Atomrecht sowie Freigaben gemäß §29 der Strahlenschutzverordnung.

Die Durchführung von Zuverlässigkeitsüberprüfungen gemäß der atomrechtlichen Zuverlässigkeitsüberprüfungsverordnung (AtZüV) fällt ebenso in den Zuständigkeitsbereich der Endlagerüberwachung.

Arbeitsfreigaben

Die Erteilung einer Arbeitsfreigabe durch die Endlagerüberwachung ist erforderlich, wenn Tätigkeiten unter Tage ausgeführt werden sollen, bei denen ein Auftreten offener Kontaminationen nicht ausgeschlossen werden kann. In dem Verfahren wird insbesondere geprüft, ob die für den radiologischen Arbeitsschutz vom Betriebsführenden vorgesehenen Maßnahmen ausreichend sind.

Aktuelle Arbeitsfreigaben (1. Quartal 2016)Zustimmung
durch EÜ am

Erstellung geotechnischer Bauwerke im südlichen Bereich des Hauptquerschlags nach Süden auf der 750-m-Sohle und im östlichen Bereich der 2. südlichen Richtstrecke nach Westen

1. Nachtrag: Änderung der Reihenfolge zur Errichtung der Einzelbauwerke

09.03.2016
Wechsel des radiologischen Filterpakets an der Abluftanlage zur MAW-Kammer 8a28.01.2016

Anträge auf Zustimmungen

Alle atomrechtlich relevanten Änderungen an der Schachtanlage Asse II bedürfen der Zustimmung durch die Endlagerüberwachung. Hierbei wird unter anderem geprüft, ob die Baumaßnahme Auswirkungen auf die Beherrschung möglicher Störfälle, die Rückholung radioaktiver Abfälle und die spätere Stilllegung haben.

Aktuelle Anträge auf Zustimmung (1. Quartal 2016)Zustimmung
durch EÜ am
Zustimmung zum Herstellen einer dritten Erkundungsbohrung auf der 574-m-Sohle06.01.2016
Zustimmung zum 2. Nachtrag für den Rückbau und die Verfüllung des Laugenspeicherbeckens 1 auf der 490-m-Sohle28.01.2016
Zustimmung zur Änderung der Wetterführung auf der 700-m-Sohle01.02.2016
Zustimmung zur Änderung der Wetterführung auf der 750-m-Sohle01.02.2016
Zustimmung zur Umorganisation der Bereiches Strahlenschutz und seiner Teilbereiche03.02.2016
Zustimmung zur Revision der Strahlenschutzordnung der Asse-GmbH05.02.2016
Zustimmung zur Revision der Wach- und Zugangsordnung der Asse-GmbH05.02.2016
Zustimmung zur Revision der personellen Betriebsorganisation der Asse-GmbH03.02.2016
Zustimmung zur Revision des Wetterführungs- und Feuerlöschplans12.02.2016
Zustimmung zur Revision der Messanweisung des Hand-Fuß-Kleidermonitors09.02.2016
Zustimmung zur Revision der Unterlage "Probeentnahmestellen zur routinemäßigen Überwachung von Salzlösung auf Kontamination"26.02.2016
Zustimmung zur Revision der Arbeitsanweisung "Bohren Gebindeannäherung und Durchstoß" 26.02.2016

Freigaben nach § 29 StrlSchV

Die Freigabe radioaktiver Stoffe wird durch § 29 StrlSchV geregelt. Bei einer Freigabe von radioaktiven Stoffen zur Entlassung aus der atomrechtlichen Bindung muss sichergestellt sein, dass durch diese Stoffe für eine Einzelperson der Bevölkerung eine Dosis im Bereich von 10 Mikrosievert im Kalenderjahr nicht überschritten wird.

Der hierfür vom Betreiber vorzulegende Nachweis kann auf verschiedene Weise geführt werden. Im Freigabeverfahren wird dieser von der Endlagerüberwachung geprüft. Nach Erteilung einer Freigabe gelten die auf diese Weise freigegebenen Stoffe nicht mehr als radioaktive Stoffe und können der vorgesehenen Verwendung oder Entsorgung zugeführt werden. Die Unterscheidung in „uneingeschränkte“ und „eingeschränkte“ Freigaben erfolgt gemäß StrlSchV im Hinblick auf einen nicht festgelegten oder festgelegten Verwendungszweck bzw. Entsorgungsweg.

Derzeit sind alle dem Verfahren der Freigabe nach § 29 StrlSchV unterliegenden Chargen durch gültige Freigabebescheide für alle Stoffströme abgedeckt.

Inspektionen/Wiederkehrende Prüfungen/Besondere Vorkommnisse

Regelmäßige Inspektionen und Anlagenbegehungen stellen einen wichtigen und wesentlichen Teil der Überwachungstätigkeit dar. Hierbei kann die Endlagerüberwachung überprüfen, ob Maßnahmen des Strahlenschutzes, Bauarbeiten und technische Ausführungen den aktuellen Genehmigungen und Rechtsgrundlagen entsprechen oder ob und inwieweit es zu Abweichungen gekommen ist.

Zudem wird durch regelmäßige Wiederkehrende Prüfungen insbesondere der Strahlenschutzinstrumentierung die Einsatzbereitschaft von Anlagen, Systemen und Komponenten überprüft.

Stand: 24.08.2016

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

© Bundesamt für Strahlenschutz