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Nukleare Entsorgung

Lagerung - Transport - Überwachung radioaktiver Abfälle

Nukleare Entsorgung

Endlager

Die Menschen nutzen radioaktive Stoffe in vielfältiger Weise zum Beispiel zur Gewinnung von Strom, in der Medizin und der Industrie. Dabei fallen radioaktive Abfälle an, die wegen der mit ihnen verbundenen Gefahren sicher endgelagert werden müssen. In Deutschland ist der Staat für die Endlagerung verantwortlich. Als geeignete Lösung für die Endlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle wird in Deutschland die Einlagerung in tiefe Bergwerke und deren nachfolgender dauerhafter Verschluss angesehen.

Karte mit den Standorten Asse, Morsleben und Konrad

Was sind Endlager?

Für die Endlagerung unterscheidet man in Deutschland zwischen wärmeentwickelnden radioaktiven Abfällen und solchen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. In Deutschland ist das BfS für die Errichtung und den Betrieb von Endlagern zuständig. Die Zuständigkeit umfasst das Endlager Konrad, das Endlager Morsleben, die Schachtanlage Asse II und das Bergwerk Gorleben. Während in Morsleben und in der Asse bereits radioaktive Abfälle lagern, wurden die Erkundungsarbeiten am Standort Gorleben mit In-Kraft-Treten des Standortauswahlgesetzes am 27. Juli 2013 beendet. Konrad hingegen wird derzeit zum Endlager umgerüstet.

Der Förderturm von Konrad 1

Endlager Konrad

Schacht Konrad, ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk im Stadtgebiet Salzgitter, wird derzeit zum Endlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung umgerüstet. Rund 90 Prozent der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfälle gehören in diese Kategorie, sie beinhalten aber nur etwa 1 Prozent der gesamten Radioaktivität allen Abfalls.

Förderturm 2014

Stilllegung des Endlagers Morsleben

Die Schachtanlage Bartensleben in Morsleben diente der Kali- und Salzgewinnung, bevor sie 1971 zum Endlager für radioaktive Abfälle wurde. Bis 1998 wurden hier zunächst Abfälle aus Kernkraftwerken der DDR und später auch aus der Bundesrepublik Deutschland eingelagert. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat nun die Stilllegung des Endlagers beantragt.

Icon Standortauwahl in Deutschland mit

Standortauswahl

Für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist weltweit noch kein Endlager in Betrieb. 2013 trat in Deutschland das Standortauswahlgesetz in Kraft. Ziel des Standortauswahlverfahrens ist es, in einem wissenschaftsbasierten und transparenten Verfahren einen Standort für ein Endlager - insbesondere für hochradioaktive Abfälle - zu finden.

Fördergerüst und Schachthalle Schacht Asse 2

Stilllegung der Schachtanlage Asse

Die Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel ist ein rund 100 Jahre altes Kali- und Salzbergwerk. Das Helmholtz Zentrum München hatte das Bergwerk von 1965 bis 1995 im Auftrag des Bundesforschungsministeriums genutzt, um die Handhabung und die Lagerung von radioaktiven Abfällen in einem Endlager zu erproben. Zwischen 1967 und 1978 wurden in 125.787 Fässern 46.930 Kubikmeter radioaktive Abfälle eingelagert.

Icon Endlagerüberwachung

Endlagerüberwachung

Die Endlagerung radioaktiver Abfälle muss hohen Sicherheitsanforderungen genügen, um Gefährdungen von Mensch und Umwelt sowohl kurz- wie auch langfristig auszuschließen. Deswegen hat die Bundesrepublik Deutschland als Betreiber von atomaren Endlagern eine Endlagerüberwachung beim Bundesamt für Strahlenschutz eingerichtet. Sie hat die Aufgabe, die Einhaltung von Gesetzen und Regelungen mit nuklearspezifischem Inhalt (insbesondere das Atom- und Strahlenschutzrecht) beim Bau, Betrieb sowie der Stilllegung eines Endlagers für radioaktive Abfälle zu prüfen.

Die Endlagerüberwachung ist als eigenständiges Referat des Bundesamts für Strahlenschutz in Salzgitter ansässig und unmittelbar der Vizepräsidentin zugeordnet. Die Fach- und Rechtsaufsicht über die Endlagerung sowie über die Endlagerüberwachung führt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

© Bundesamt für Strahlenschutz