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Nukleare Entsorgung

Lagerung - Transport - Überwachung radioaktiver Abfälle

Nukleare Entsorgung

Radioaktive Abfälle

Die Verantwortung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in der Bundesrepublik Deutschland obliegt dem Bund. Durch das Atomgesetz wurden die Aufgaben der Errichtung und des Betriebs von Endlagern auf das Bundesamt für Strahlenschutz (vor 1989 die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, PTB) übertragen.

Um diese Aufgaben erfüllen zu können, benötigt das BfS genaue Kenntnisse über die zu entsorgenden Mengen an radioaktiven Abfällen. Das BfS ermittelt deshalb jährlich den Bestand an radioaktiven Abfällen bei den Abfallverursachern bzw. Landessammelstellen in Deutschland. Darüber hinaus erstellt das BfS Prognosen für den zukünftigen Anfall von radioaktiven Abfällen. Die Prognosedaten werden von den Abfallverursachern übermittelt. Die Ergebnisse der Datenermittlung veröffentlicht das BfS im Internet.

Abfallfass

Was sind radioaktive Abfälle?

Wenn für radioaktive Stoffe (nach der Definition des Atomgesetzes) keine weitere Verwendung mehr vorgesehen ist, gelten sie als radioaktive Abfälle. Radioaktive Abfälle entstehen bei der Nutzung ionisierender Strahlung in Kernkraftwerken, in der Forschung, der Industrie und in kleinen Mengen in der Medizin. Sie müssen entsprechend den Vorschriften des Atomgesetzes geordnet beseitigt – also endgelagert – werden.

Aufteilung des Bestandes an radioaktiven Abfällen der Kategorie P1 bis G2 (konditionierte Abfälle) mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung nach Verursachergruppen am 31.12.2015, Gesamtvolumen: 118.585 Kubikmeter

Abfallverursacher

Radioaktive Reststoffe und Abfälle fallen in Deutschland hauptsächlich an im Zusammenhang mit der Stromerzeugung durch Kernkraftwerke, bei Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, bei Stilllegung und Abbau kerntechnischer Einrichtungen, in Industrie und zu geringen Mengen in der Medizin.

Transport- und Lagerbehälter CASTOR® HAW28M

Rückführung und Rücktransport aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente

Seit dem Jahr 2005 finden keine Transporte deutscher Brennelemente zur Wiederaufarbeitung mehr statt. Bis dahin wurden etwa 6.670 Tonnen Schwermetall (Uran und Spaltprodukte der abgebrannten Brennelemente) zu Wiederaufarbeitungsanlagen gebracht.

Auch wenn keine weiteren Transporte aus Deutschland in die Wiederaufarbeitung stattfinden, lagern noch Wiederaufarbeitungsabfälle bei den entsprechenden Anlagen im Ausland. Gemäß den existierenden vertraglichen Verpflichtungen besteht für Deutschland die Pflicht, diese zurückzunehmen.

Nukleare Entsorgungskonvention

Am 1. Oktober 1997 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland das "Gemeinsame Übereinkommen über die Sicherheit der Behandlung abgebrannter Brennelemente und über die Sicherheit der Behandlung radioaktiver Abfälle", das am 18. Juni 2001 in Kraft getreten ist. Deutschland gehört zu den 63 Signatarstaaten des "Gemeinsamen Übereinkommens".

Einlagerung von Abfallgebinden

Abfallarten

International gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, radioaktive Abfälle in unterschiedliche Kategorien einzuteilen. Die Einteilung der Abfälle richtet sich dabei nach der geplanten Endlagerung (tiefe geologische Schichten oder oberflächennah) oder der nötigen Handhabung der Abfälle.

Häufig wird eine Unterscheidung zwischen hochradioaktiven Abfällen (HAW), mittelradioaktiven Abfällen (MAW) und schwachradioaktiven Abfällen (LAW) vorgenommen.

Aufteilung des Bestandes an radioaktiven Abfällen der Kategorie P1 bis G2 (konditionierte Abfälle) mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung nach Verursachergruppen am 31.12.2015, Gesamtvolumen: 118.585 Kubikmeter

Abfallbestand

Radioaktive Abfälle werden für die Endlagerung und die Zwischenlagerung entsprechend den jeweiligen Anforderungen behandelt ("konditioniert"). Unter Konditionierung ist dabei die Herstellung von Abfallgebinden durch Verarbeitung und/oder Verpackung von radioaktivem Abfall zu verstehen. Für die Darstellung des aktuellen Bestandes an radioaktiven Abfällen wird der konditionierte und unkonditionierte Abfall kategorisiert.

Prognostizierter Gesamtanfall radioaktiver Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung im Zeitverlauf

Abfallprognosen

Um ein Endlager planen zu können, muss das zukünftige Abfallaufkommen prognostiziert werden. Hierfür sind Informationen über den aktuellen Bestand der radioaktiven Abfälle sowie über die zu erwartenden zukünftig anfallenden Mengen radioaktiver Abfälle notwendig. Bei den Abfallprognosen werden die unterschiedlichen Abfallarten (Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung, Wärme entwickelnde Abfälle) berücksichtigt.

© Bundesamt für Strahlenschutz