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Kerntechnik

Kerntechnische Anlagen - Meldepflichtige Ereignisse - Stilllegung - Nukleare Unfälle

Kerntechnik

Stilllegungsstrategien

Nach der endgültigen Einstellung des Betriebes einer kerntechnischen Anlage können in der Nachbetriebsphase Maßnahmen zur Vorbereitung der Stilllegung durchgeführt werden. Hierzu zählen in der Regel:

  • Entladung von Brennelementen oder Kernbrennstoffen
  • Verwertung radioaktiver Stoffe und Beseitigung radioaktiver Abfälle aus der Betriebsphase
  • Probenahmen an Systemen und Komponenten
  • Anlagen- bzw. Systemdekontamination

Grundlegende Stilllegungsstrategien

Die Stilllegung der kerntechnischen Anlage schließt sich an die Nachbetriebsphase an und erfordert eine Stilllegungsgenehmigung, welche in der Regel die Betriebsgenehmigung ablöst. Bei der Stilllegung wird in Deutschland zwischen den folgenden grundlegenden Stilllegungsstrategien unterschieden:

  1. Direkter Abbau: Bei dieser Stilllegungsstrategie wird eine kerntechnische Anlage abgebaut und aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen.
  2. Sicherer Einschluss: Bei dieser Stilllegungsstrategie wird eine kerntechnische Anlage für einen längeren Zeitraum in einen praktisch wartungsfreien Zustand überführt, wobei der endgültige Abbau und die Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung auf einen späteren Zeitraum verschoben wird.

Stilllegungsstrategien können auch Mischformen aus diesen beiden grundlegenden Alternativen sein. So kann durch den Ausbau unzerlegter Großkomponenten, deren Zwischenlagerung und spätere Zerlegung der Stilllegungsablauf insgesamt optimiert werden.

In Deutschland wird der direkte Abbau bisher überwiegend praktiziert, gleichwohl das Atomgesetz beide Stilllegungsstrategien als gleichwertig ansieht. Folgende Faktoren sprechen für den direkten Abbau:

  • Planung und Durchführung der Stilllegung (in der Anlage vorhandene Erfahrungen und Fachkenntnisse können genutzt werden),
  • Finanzierung (Sicherheit der Finanzierung braucht über kürzeren Zeitraum bewerkstelligt zu werden),
  • soziale Belange (Erhalt von Arbeitsplätzen, Minimierung lokaler wirtschaftlicher Folgen der Stilllegung),
  • Fortschritt bei Dekontaminationstechniken und beim (fernbedienten) Abbau. Der Zerfall von Radionukliden während des sicheren Einschlusses hat aus Sicht des Strahlenschutzes hierdurch an Bedeutung verloren.

Ziel der Stilllegung

Das Ziel der Stilllegung ist in der Regel der Abbau der kerntechnischen Anlage und die anschließende Entlassung des Standortes aus der atomrechtlichen Überwachung. Häufig wird die sogenannte "Grüne Wiese" angestrebt, das heißt, eine vollständige Entfernung aller Bauten und die Rekultivierung des Standortes. Es sind aber auch andere Ziele möglich, zum Beispiel die industrielle Nutzung eines freigegebenen Standortes, ein Teilabbau der kerntechnischen Anlage und eine anderweitige Nutzung verbleibender Gebäude.

Stand: 02.05.2016

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

© Bundesamt für Strahlenschutz