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Kerntechnik

Kerntechnische Anlagen - Meldepflichtige Ereignisse - Stilllegung - Nukleare Unfälle

Kerntechnik

Vom Leistungsbetrieb zur Stilllegung

Nach der endgültigen Abschaltung eines Kernkraftwerkes schließt sich die mehrjährige Nachbetriebsphase an, während der Maßnahmen zur Vorbereitung der Stilllegung durchgeführt werden können.

Zeitliches Ablaufschema für die Übergänge zwischen Leistungsbetrieb, Nachbetriebsphase und Stilllegung eines Kernkraftwerkes bis zur Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung Zeitschema StilllegungZeitliches Ablaufschema für die Übergänge zwischen Leistungsbetrieb, Nachbetriebsphase und Stilllegung eines Kernkraftwerkes bis zur Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung

Maßnahmen in der Nachbetriebsphase

Die Maßnahmen in der Nachbetriebsphase sind durch die Betriebsgenehmigung des Kernkraftwerkes abgedeckt. In der Regel werden folgende Maßnahmen in der Nachbetriebsphase durchgeführt:

  • Die Brennelemente werden aus dem Reaktor entladen und zunächst in einem wassergefüllten Becken innerhalb des Kernkraftwerkes gelagert.
  • Ist die im bestrahlen Brennstoff enthaltene Aktivität weit genug zurückgegangen, werden die Brennelemente in Lagerbehälter umgeladen und in den Standortzwischenlagern gelagert.
  • Radioaktive Stoffe werden verwertet und radioaktive Abfälle aus der Betriebsphase beseitigt.
  • Die Anlage bzw. die Systeme werden dekontaminiert.
  • An Systemen und Komponenten werden Proben entnommen, damit die Antragsunterlagen für die Stilllegung des Kernkraftwerkes erstellt werden können.

Der Betreiber kann - unter Berücksichtigung des jeweiligen nuklearen Gefährdungspotentials - bei der zuständigen atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde weitergehende Anpassungen in der Nachbetriebsphase beantragen.

Sicherheit in der Nachbetriebsphase

Während der Nachbetriebsphase wird die erforderliche Vorsorge gegen Schäden nach dem Stand von Wissenschaft und Technik getroffen. Das bedeutet, dass wie auch schon in der Betriebsphase Vorkehrungen getroffen werden, um die vorhandenen radioaktiven Stoffe sicher einzuschließen und die Strahlenexposition zu begrenzen.

Solange sich noch Brennelemente im Kernkraftwerk befinden, müssen die Vorkehrungen zur Kühlung der Brennelemente und zur Kontrolle der Reaktivität beibehalten werden. Mit der Kontrolle der Reaktivität muss sichergestellt werden,

  • dass im Betrieb im Mittel genau eines der durch die Spaltung eines Atomkerns erzeugten Neutronen eine neue Atomspaltung auslöst (kritischer Zustand) und
  • dass im abgeschalteten Reaktor kein kritischer Zustand auftritt.

Die Vorkehrungen in der Nachbetriebsphase sind durch die weiterhin gültige Betriebsgenehmigung des Kernkraftwerkes abgedeckt.

Nach der Nachbetriebsphase

Die sich an die Nachbetriebsphase anschließende Stilllegung eines Kernkraftwerkes erfordert im Vorfeld ein umfassendes Genehmigungsverfahren, welches insbesondere Aspekte des Strahlenschutzes und mögliche Auswirkungen auf die Umwelt mit einschließt. Erst wenn die Stilllegungsgenehmigung erteilt ist, können diejenigen Arbeiten begonnen werden, welche die Systeme und Komponenten wesentlich ändern und die letztlich zum Abbau des Kernkraftwerkes führen.

Stand: 29.08.2016

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

© Bundesamt für Strahlenschutz