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Kerntechnik

Kerntechnische Anlagen - Meldepflichtige Ereignisse - Stilllegung - Nukleare Unfälle

Kerntechnik

Gremien, die Normen für die kerntechnische Sicherheit entwickeln

Normen sind anerkannte Regeln der Technik. Als Standards dienen sie unter anderem der Qualitätssicherung und Sicherheit in Wirtschaft, Technik und Wissenschaft.

Durch die Erstellung von Normen ist es möglich, den Einfluss von aktuellen technologischen Entwicklungen auf die Sicherheit in kerntechnischen Anlagen zeitnah zu berücksichtigen. Dies unterstützt das BfE durch Mitarbeit in verschiedenen Gremien, Unterkomitees oder Fachausschüssen bei

Bis zum 30. Juni 2016 hatte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) diese Aufgabe wahrgenommen.

Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (DKE)

Die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) ist die nationale Organisation für die Erarbeitung von Normen und Sicherheitsbestimmungen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE-Normenwerk). Sie ist das deutsche Mitglied in der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) in Genf, und im Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) in Brüssel.

Die Arbeitsergebnisse der DKE sind integraler Bestandteil des Deutschen Normenwerks. Die Normungsarbeit der DKE zielt unter anderem auf die umfassende Sicherheit elektrotechnischer Produkte und Anlagen sowie der damit verbundenen Dienstleistungen. BfE-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter arbeiten in folgenden DKE-Gremien aktiv mit:

DKE-Gremium K 132 - Zuverlässigkeit

Das DKE-Gremium K 132 arbeitet an Normen zu Zuverlässigkeit. Zuverlässigkeit meint die Fähigkeit eines Produktes oder technischen Systems, die geforderte Qualität auch über einen längeren Zeitraum beizubehalten. Unter Mitwirkung des BfS, das bis zum 30. Juni 2016 diese Aufgabe wahrgenommen hatte, wurden unter anderem folgende Norm-Entwürfe kommentiert:

  • DIN EN 62628: Leitlinien zu Softwareaspekten der Zuverlässigkeit (2012):

    In dieser Norm werden die gegenwärtig in der Industrie üblichen Vorgehensweisen zur Entwicklung zuverlässiger Software, die dazu erforderlichen Voraussetzungen und Entwicklungsprozesse und die Grundzüge einer Anleitung zur zuverlässigen Entwicklung von Firmware dargestellt.

  • E DIN IEC 60300-3-15 (2006): Zuverlässigkeitsmanagement – Teil 3-15: Anleitung zur technischen Realisierung der Systemzuverlässigkeit

DKE-Unterkomitee UK 967.1 - Elektro- und Leittechnik für kerntechnische Anlagen

Das deutsche kerntechnische Regelwerk (Sicherheitsanforderungen, KTA-Regeln) enthält technologieunabhängige Sicherheitsanforderungen an die Elektro- und Leittechnik in Kernkraftwerken. Für software-basierte Sicherheitsleittechnik sind diese Anforderungen dort nicht in dem Maße beschrieben, wie es die rasche technologische Weiterentwicklung erfordert.

Detailanforderungen an software-basierte Sicherheitsleittechnik für Kernkraftwerke werden stattdessen mit dem erforderlichen Aufwand und bei internationaler Arbeitsteilung als Standards der International Electrotechnical Commission (IEC) formuliert. Somit sind die IEC-Standards mit Anforderungen an software-basierte Leiteinrichtungen zyklisch auf Aktualität zu überprüfen, gegebenenfalls weiter zu entwickeln und in das europäische oder deutsche Normenwerk zu übertragen.

Von deutscher Seite werden diese Standards vom DKE-Unterkomitee Elektro- und Leittechnik für kerntechnische Anlagen (UK 967.1) bearbeitet. Dabei werden Vorschläge für Neuregelungen und Kommentierung der Entwurfsfassungen in den Prozess zur schrittweisen Entwicklung der Standards eingebracht und danach in übersetzter Fassung in das deutsche Normenwerk übertragen. Dabei ist auf Konsistenz mit den Anforderungen des übergeordneten nationalen kerntechnischen Regelwerks zu achten.

Darüber hinaus werden ausgewählte Normen über ein mit dem Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) abgestimmtes Verfahren auch in das europäische Normenwerk überführt. Diese sind in Deutschland dann als DIN EN-Normen verbindlich vorgegeben. Das BfE ist berufenes Mitglied des UK 967.1 und arbeitet an der Kommentierung von Normen mit Sicherheitsbedeutung mit.

Verein Deutscher Ingenieure (VDI)

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gibt ein umfangreiches Programm technischer Richtlinien heraus. Darunter auch Richtlinien zur Sicherheit in der Kerntechnik. Die Richtlinien werden in Fachausschüssen erarbeitet und dienen oft als Grundlage für die Entwicklung und Fortschreibung von Normen. Das BfE arbeitet aktiv in folgenden Fachausschüssen zum Themenbereich kerntechnische Sicherheit mit:

VDI Fachausschuss 510 "Softwarezuverlässigkeit"

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gibt ein umfangreiches Programm technischer Richtlinien heraus. Mit dem breiten Feld der technischen Zuverlässigkeit beschäftigt sich die VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung (GPP). Hier ist der Fachausschuss 510 "Softwarezuverlässigkeit" angesiedelt.

Der VDI-Fachausschuss 510 erstellt gegenwärtig unter Mitwirkung des BfE die VDI-Richtlinie 4011 mit dem Titel "Softwarezuverlässigkeit". Neben einem geeigneten theoretischen und begrifflichen Rahmen soll die geplante Richtlinie insbesondere Aspekte der Spezifikation des akzeptablen Verhaltens zuverlässiger Software enthalten und Methoden zum Zuverlässigkeitsnachweis sowie zur Erhaltung der Zuverlässigkeit bei Modifikation und Konfiguration empfehlen. Es wird angestrebt, eine für alle Anwendungsdomänen nützliche Regel zu erstellen.

Fachausschuss 7.11 der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik "Leittechnik in Kernkraftwerken"

Der Fachausschuss 7.11 "Leittechnik in Kernkraftwerken" gehört zur VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA). GMA ist eine Fachgesellschaft des VDI und des Technisch-Wissenschaftlichen Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). In diesem nationalen Netzwerk sind Experten der Fachgebiete Mess- und Automatisierungstechnik sowie der Optischen Technologien eingebunden. Die GMA bietet Erfahrungsaustausch im Fachgebiet und pflegt ihre fachliche Arbeit in etwa 65 Fachausschüssen und Gremien.

Der GMA-Fachausschuss 7.11 "Leittechnik in Kernkraftwerken" entwickelt aktuell technische Richtlinien zur Anwendung industrieller Serienprodukte für den sicherheitsrelevanten Einsatz in Kernkraftwerken. Einige dieser Leitlinien wurden bereits vom DKE-Unterkomitee UK 967.1 aufgegriffen, um den Arbeitsentwurf für einen entsprechenden IEC-Standard neu zu erarbeiten und der IEC als Normungsentwurf vorzuschlagen.

In dem Fachausschuss 7.11 werden demnach die fachlichen Grundlagen für die spätere Normung erarbeitet. Ein als Mitglied berufener BfE-Mitarbeiter wirkt an der Weiterentwicklung dieser Grundlagen mit.

Stand: 10.10.2016

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

© Bundesamt für Strahlenschutz