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Kerntechnik

Kerntechnische Anlagen - Meldepflichtige Ereignisse - Stilllegung - Nukleare Unfälle

Kerntechnik

Ressortforschung zur Sicherheit in der Kerntechnik

  • Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) unterstützt ebenso wie zuvor das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) das Bundesumweltministerium bei der Planung, Koordinierung und Durchführung der Ressortforschung zur kerntechnischen Sicherheit.
  • Schwerpunkte dabei sind die Überprüfung der sicherheitstechnischen Auslegung und die Gewährleistung der Betriebssicherheit von kerntechnischen Anlagen.

Die Ressortforschung zur Sicherheit in der Kerntechnik umfasst das Erarbeiten wissenschaftlicher Grundlagen für die Ressortaufgaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie die Beratung bei diesen Aufgaben. Das unterscheidet Ressortforschung von der allgemeinen Forschungsförderung, die generell in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) fällt.

Die Ressortforschung zur kerntechnischen Sicherheit befasst sich schwerpunktmäßig mit

  1. Entwicklung und Auswertung von Grundlagen, Strategien und Instrumenten für das atomrechtliche Handeln
  2. Weiterentwicklung des Atomrechts und des nationalen und internationalen kerntechnischen Regelwerks sowie Bearbeitung von Rechts- und Verfahrensfragen
  3. Erarbeitung von bundesaufsichtlichen Stellungnahmen zu in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken und Forschungsreaktoren.
  4. Weiterentwicklung der Anforderungen an Sicherheitsüberprüfungen und Bewertungen der sicherheitstechnischen Auslegung und Gewährleistung der Betriebssicherheit von kerntechnischen Einrichtungen auf der Grundlage des aktuellen Standes von Wissenschaft und Technik
  5. Weiterentwicklung der Anforderungen an die Nukleare Sicherung (Physischer Schutz von Kernmaterial)

Eine ausführliche Darstellung der Themenbereiche ist im Ressortforschungsplan des BMUB beschrieben.

Forschungsschwerpunkte des BfE zur "Sicherheit in der Kerntechnik"

Schwerpunkte im Bereich "Sicherheit in der Kerntechnik" bilden die Themenfelder

  • Überprüfung der sicherheitstechnischen Auslegung und
  • Gewährleistung der Betriebssicherheit.

Die Ergebnisse der Untersuchungsvorhaben werden in erster Linie in Fachzeitschriften veröffentlicht und in Vorträgen auf Fachtagungen vorgestellt. In einer aktuellen Liste veröffentlicht das BfE - und das bisher zuständige BfS - die eigenen publizierten Forschungsergebnisse in Bereich "Sicherheit in der Kerntechnik".

Identifizierung der Forschungsthemen

Um für die erforderlichen Sicherheitsaufgaben angemessen vorzusorgen, vergeben BMUB und BfE entsprechende Untersuchungen zu Fachthemen von grundlegender Bedeutung. Wenn

  • bei der systematischen Auswertung der nationalen oder internationalen Betriebserfahrung,
  • bei aktuellen Erkenntnissen aus meldepflichtigen Ereignissen oder
  • im Rahmen von Diskussionen zur Fortschreibung der technischen Regeln in nationalen Gremien wie der Reaktor-Sicherheitskommission (RSK), der Strahlenschutzkommission (SSK), dem Kerntechnischen Ausschuss (KTA) oder dem Facharbeitskreis Probabilistische Sicherheitsanalyse (FAK PSA)

Abweichungen von vorhandenen Auslegungsmerkmalen bei kerntechnischen Anlagen festgestellt werden, müssen diese auf der Grundlage des aktuellen Regelwerks untersucht und bewertet werden. Das gleiche gilt für Fälle, in denen Verbesserungsmöglichkeiten des kerntechnischen Regelwerks identifiziert werden.

Beispiele hierfür sind Untersuchungen im Bereich äußerer Einwirkungen wie Hochwasser oder Erdbeben nach dem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima (Japan) oder zum Einsatz neuer Werkstoffe bei der Instandhaltung von druckführenden Komponenten. Hieraus sind Ressortforschungsprojekte abgeleitet worden.

Aktuelle Forschungsthemen

Aus dem Bereich der Überprüfung der sicherheitstechnischen Auslegung und der Gewährleistung der Betriebssicherheit betreute ehemals das BfS mehrere Forschungsthemen. Am 30. Juli 2016 ging diese Aufgabe auf das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit über. Folgende Themen mit einem Förderzeitraum von 2012 bis 2019 werden momentan vom BfE betreut:

Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanalysen, StörfallanalysenEinklappen / Ausklappen

  • Sicherheit von Kernkraftwerken während des Nachbetriebs
  • Probabilistische Sicherheitsanalysen für übergreifende Einwirkungen
  • Quantifizierung der Zuverlässigkeit von Personalhandlungen
  • Schadensvorsorge und Risikokontrolle – Einsatz von PSA (PSÜ) und risikoorientierten Methoden
  • Thermohydraulisches Verhalten und Komponentenverhalten eines DWR bei ausgewähltem Kernschmelzszenarium infolge "Station Blackout (SBO)"
  • Unfallanalysen in Kernkraftwerken nach anlagenexternen auslösenden Ereignissen und im Nichtleistungsbetrieb
  • Vertiefte und generische Auswertung von Betriebserfahrungen – neue Bewertungsmethoden und Störfallanalyseverfahren
  • Weiterführende Untersuchungen zur deterministischen Bewertung naturbedingter Einwirkungen von außen auf Kernkraftwerke
  • Untersuchungen zu Einwirkungen von innen und von außen während des Nachbetriebs
  • Ermittlung des Standes von Wissenschaft und Technik für die Methodik bei Untersuchungen zum gezielten Flugzeugabsturz
  • Analyse der Belastung von Gleitdruckventuriwäschern in SHB-Ventingsystemen von DWR-Konvoi und SWR-72 bei Unfällen

Werkstofffragen, BrennelementeEinklappen / Ausklappen

  • Aufarbeitung und Bewertung des aktuellen Kenntnisstandes bezüglich primärwasserinduzierter Spannungsrisskorrosion (PWSCC)
  • Auswirkung von Nachbeben auf die Integrität von Rohrleitungssystemen in Kernkraftwerken
  • Untersuchungen zur Zuverlässigkeit von Brennelementen und mechanischen Einrichtungen in Kernkraftwerken
  • Zentrale Untersuchung und Auswertung von Herstellungsfehlern und Betriebsschäden im Hinblick auf druckführende Anlagenteile von Kernkraftwerken

Elektro- und Leittechnik des Sicherheitssystems, IT-SicherheitEinklappen / Ausklappen

  • Entwicklung eines Ansatzes zur Analyse der Netzwerktechnologien in sicherheitsrelevanten Leittechniksystemen hinsichtlich Verbreitung und Auswirkung postulierter Fehler
  • Entwicklung eines Quantifizierungsansatzes für die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Kabeln im Brandfall
  • Experimentelle Untersuchungen zum hochenergetischen Versagen elektrischer Komponenten (HEAF) und deren Auswertung im Rahmen eines OECD/NEA Projekts
  • IT-Sicherheitslage in deutschen Kernkraftwerken
  • Zuverlässigkeit programmierbarer oder rechnerbasierter Komponenten bezüglich Strahlungseinfluss
  • Komplexität und Fehlerpotenzial bei softwarebasierter digitaler Sicherheitsleittechnik
  • Rückwirkungen von Netzstörungen auf Kernkraftwerke
  • Redundanzübergreifende Ausfälle in der E- und Leittechnik
  • Auswirkungsbereiche von Softwarefehlern in sicherheitstechnisch wichtigen Einrichtungen von Kernkraftwerken

Mensch-Technik-Organisation, SicherheitskulturEinklappen / Ausklappen

  • Entwicklung und Erprobung eines kurzen Leitfadens für die Beurteilung wesentlicher Merkmale der Sicherheitskultur deutscher Kernkraftwerke durch die Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden
  • Erhaltung und Weiterentwicklung der Sicherheitskultur in Kernkraftwerken unter Berücksichtigung der aktuellen Randbedingungen der Kernenergienutzung in Deutschland
  • Erhaltung und Weiterentwicklung der Sicherheitskultur unter Einbeziehung der Sicherheitsmanagementsysteme in Kernkraftwerken unter Berücksichtigung der aktuellen Randbedingungen der Kernenergienutzung in Deutschland.
  • Untersuchungen zu sicherheitstechnischen Fragestellungen für Anlagen im Nachbetrieb, in Stilllegung sowie für Forschungsreaktoren - Bewertung von organisatorischen Änderungen beim Übergang vom Leistungsbetrieb über den Nachbetrieb bis hin zur Stilllegung
  • Sicherheitstechnische Bewertung der Erfahrungen bei Einführung und Betrieb der Mensch-Maschine-Interaktion von rechnerbasierter Leittechnik in ausländischen Kernkraftwerken

Internationale ZusammenarbeitEinklappen / Ausklappen

  • Internationale Gremienarbeit auf dem Gebiet des Brandschutzes
  • Systematische Aufbereitung der weltweiten Betriebserfahrung mit gemeinsam verursachten Ausfällen (GVA) im Rahmen einer internationalen Expertengruppe ICDE (Internationales Datenaustauschprojekt der OECD/NEA)

Hinweis: Seit dem 30. Juli 2016 ist das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) für die Ressortforschung zur Sicherheit in der Kerntechnik zuständig. Es hat diese Aufgabe vom bis dahin zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übernommen.

Stand: 04.10.2016

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

© Bundesamt für Strahlenschutz