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Kerntechnik

Kerntechnische Anlagen - Meldepflichtige Ereignisse - Stilllegung - Nukleare Unfälle

Kerntechnik

Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke

Das Atomgesetz legt fest, dass für die letzten Kernkraftwerke in Deutschland Ende 2022 die Berechtigung zum Leistungsbetrieb erlischt. Für die noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke gelten folgende Termine für das Laufzeitende:

Kernkraftwerk Emsland Kernkraftwerk EmslandKernkraftwerk Emsland

  • 31. Dezember 2017: Kernkraftwerk Gundremmingen B
  • 31. Dezember 2019: Kernkraftwerk Philippsburg 2
  • 31. Dezember 2021: Kernkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf
  • 31. Dezember 2022: Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2.

Für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld galt der 31. Dezember 2015 als Termin für das Laufzeitende. Es wurde am 27. Juni 2015 endgültig abgeschaltet.

Festlegung der Laufzeiten als Reaktion auf den Reaktorunfall in Fukushima 2011

Aufgrund des Reaktorunfalls in Fukushima Daiichi, Japan, vom 11. März 2011 beschloss die Bundesregierung am 14. März 2011, alle deutschen Kernkraftwerke, die bis einschließlich 1980 in Betrieb gegangen waren, vom Netz zu nehmen und herunterzufahren. Davon betroffen waren die Kernkraftwerke Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Neckarwestheim 1, Unterweser und Philippsburg 1. Das Kernkraftwerk Krümmel war zu diesem Zeitpunkt bereits vom Netz.

Für diese acht abgeschalteten und die neun zu diesem Zeitpunkt noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke führte die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) eine Sicherheitsüberprüfung durch (Robustheitsbewertung). Die Ergebnisse sowie der gesamtgesellschaftliche Dialog unter Beteiligung der Ethikkommission "Sichere Energieversorgung" führten in Deutschland zu einer Neubewertung der Risiken der Nutzung der Kernenergie.

Die Bundesregierung beschloss, die Nutzung der Kernenergie zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität in Deutschland so schnell wie möglich zu beenden. Das daraufhin geänderte Atomgesetz trat am 6. August 2011 in Kraft. Dadurch erlosch zu diesem Zeitpunkt die Berechtigung zum Leistungsbetrieb für die acht bereits aus dem Leistungsbetrieb genommenen Kernkraftwerke

  • Biblis A,
  • Biblis B,
  • Brunsbüttel,
  • Isar 1,
  • Krümmel,
  • Neckarwestheim 1,
  • Philippsburg 1 und
  • Unterweser.

Jahresmeldung 2015 Jahresmeldung 2015 - erzeugte, übertragene und verbleibende ElektrizitätsmengenJahresmeldung 2015 - ein Klick auf das Bild öffnet eine Übersicht der erzeugten, übertragenen und verbleibenden Elektrizitätsmengen als PDF.

Elektrizitätsmengen der deutschen Kernkraftwerke

Außer dem konkreten Abschaltdatum legt das Atomgesetz für jedes Kernkraftwerk eine Elektrizitätsmenge fest, nach deren Erzeugung die Berechtigung zum Leistungsbetrieb der Anlage erlischt. Bezugsdatum ist der 1. Januar 2000. Die Elektrizitätsmengen (vormals Reststrommengen genannt) sind in der Spalte 2 der Anlage 3 zu § 7 Absatz 1a des Atomgesetzes gelistet. Gemäß Atomgesetz ist es möglich, Elektrizitätsmengen von einem auf ein anderes Kernkraftwerk zu übertragen.

Übertragung von Elektrizitätsmengen

Elektrizitätsmengen können ganz oder teilweise von einem - in der Regel älteren und kleineren - Kernkraftwerk auf ein anderes Kernkraftwerk übertragen werden. Auch eine Übertragung der noch verbliebenen Strommengen von den am 6. August 2011 gemäß Atomgesetz abgeschalteten Kernkraftwerken ist möglich.

Die Übertragung von einem neueren auf ein älteres Kernkraftwerk bedarf nach dem Atomgesetz der Zustimmung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (heute: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit - BMUB) im Einvernehmen mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (heute: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie - BMWi). Übertragungen von Elektrizitätsmengen sind dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit mitzuteilen und werden bei der Erfassung der Elektrizitätsmengen berücksichtigt.

Aufgaben des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE)

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) erfasst und dokumentiert seit dem 30. Juli 2016 die in den deutschen Kernkraftwerken erzeugten Netto-Strommengen und die daraus nach Atomgesetz verbleibenden Elektrizitätsmengen nach § 23 Absatz 1 Nr. 9 AtG. Es hat diese Aufgabe vom bis dahin zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) übernommen.

Die Energieversorgungsunternehmen

  • messen die erzeugten Strommengen,
  • melden die Daten monatlich an das BfE,
  • lassen die Messgeräte durch unabhängige Sachverständigenorganisationen prüfen und die mitgeteilten Strommengen durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bescheinigen.

Dem BfE werden die Prüfberichte der Sachverständigen und Wirtschaftsprüfer vorgelegt.

Veröffentlichung der Elektrizitätsmengen

Das BfE gibt die

  • erzeugten,
  • übertragenen und
  • verbleibenden

Elektrizitätsmengen gemäß Atomgesetz im Bundesanzeiger bekannt. Die Bekanntgabe erfolgt mindestens einmal jährlich. Die Jahresmeldung 2015 erschien am 10. März 2016 im Bundesanzeiger (BAnz AT 10.03.2016 B7).

Ist auf Grund der verbleibenden Elektrizitätsmenge eine Laufzeit von weniger als sechs Monaten zu erwarten, erfolgt die Veröffentlichung auch monatlich. Ab Oktober 2016 beträgt die voraussichtliche Restlaufzeit für die Kernkraftwerke Gundremmingen Block B und Block C weniger als sechs Monate, und die Elektrizitätsmengen werden regelmäßig monatlich vom BfE veröffentlicht. Die Tabelle gibt den Stand der Elektrizitätsmengen zum 31. Dezember 2016 wieder, als Monatsmeldung Dezember 2016 am 14. Februar 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht (BAnz AT 14.02.2017 B9).

Festlegung der Elektrizitätsmengen

Bereits im Juni 2001 hatten die Bundesregierung und die Energieversorgungsunternehmen für jedes Kernkraftwerk eine bestimmte Elektrizitätsmenge vereinbart, die die einzelne Anlage mit Bezugsdatum zum 1. Januar 2000 noch produzieren darf (sog. Konsensvereinbarung). Diese ergab für jedes Kernkraftwerk eine Betriebszeit von ungefähr 32 Jahren und wurde im April 2002 im Atomgesetz festgelegt.

2010 beschloss die Bundesregierung, die Laufzeit der Kernkraftwerke, die bis einschließlich 1980 den Leistungsbetrieb aufnahmen, um 8 Jahre beziehungsweise die Laufzeit der jüngeren Kernkraftwerke um 14 Jahre zu verlängern. Entsprechend wies das im Dezember 2010 geänderte Atomgesetz den einzelnen Kernkraftwerken zusätzliche Elektrizitätsmengen zu.

Auf Grund des Reaktorunfalls in Fukushima Daiichi, Japan, am 11. März 2011 beschloss die Bundesregierung, die Nutzung der Kernenergie zur gewerblichen Elektrizitätserzeugung neu zu bewerten und als Folge daraus so schnell wie möglich zu beenden. Das daraufhin im August 2011 geänderte Atomgesetz enthält wieder ausschließlich die bereits in dem früheren Atomgesetz vom April 2002 festgeschriebenen Elektrizitätsmengen für jedes einzelne Kernkraftwerk. Die im Dezember 2010 festgelegte Laufzeitverlängerung wurde rückgängig gemacht und die zusätzlichen Elektrizitätsmengen gestrichen.

Stand: 14.02.2017

Übergang der Fachaufgaben von BfS auf das BfE

Am 30.07.2016 ist das "Gesetz zur Neuordnung der Organisationsstruktur im Bereich der Endlagerung" in Kraft getreten. Es sieht vor, die staatlichen Aufgaben der Aufsicht und Genehmigung im Bereich der Kerntechnik, der Zwischenlagerung, der Standortauswahl und der Endlagerüberwachung mehrheitlich in einer neuen Behörde zu bündeln, dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wurden die entsprechenden Fachaufgaben des BfS auf das BfE übertragen. Damit das BfE sofort arbeitsfähig ist, unterstützt das BfS das BfE für eine Übergangszeit.

Die Internetseiten werden derzeit gemeinsam von BfS und BfE überarbeitet. In dieser Zeit finden Sie alle Informationen zu den Themen Kerntechnische Sicherheit, Nukleare Entsorgung und Endlagerüberwachung weiterhin auf den Internetseiten des BfS.

© Bundesamt für Strahlenschutz