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Kerntechnik

Kerntechnische Anlagen - Meldepflichtige Ereignisse - Stilllegung - Nukleare Unfälle

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Kernkraftwerk Brokdorf Kernkraftwerk BrokdorfKernkraftwerk Brokdorf

In Atomkraftwerken wird durch Kernspaltung elektrischer Strom erzeugt. Es gibt außerdem Kernreaktoren für Forschungszwecke sowie Anlagen zur Ver- und Entsorgung dieser Reaktoren.

Während der gesamten Lebensdauer – von der Errichtung bis einschließlich Stilllegung – unterliegen kerntechnische Anlagen zur Erzeugung, Bearbeitung, Verarbeitung oder Spaltung von Kernbrennstoffen einer staatlichen Aufsicht. Für die Aufsicht und damit die Überwachung der Sicherheit der Anlagen ist das jeweilige Bundesland verantwortlich, in dem sich die Anlage befindet.

Wenn bei einer solchen Anlage ein Zwischenfall auftritt, muss dieser gemeldet und ausführlich dokumentiert werden. Danach erfolgt eine eingehende sicherheitstechnische Bewertung des Ereignisses. Auch bei der Stilllegung von kerntechnischen Anlagen – zum Beispiel dem Rückbau eines Kernkraftwerks – müssen weitgehende Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Kerntechnische Anlagen

Unter dem Begriff "kerntechnische Anlagen" werden alle nach § 7 Absatz 1 und § 6 Absatz 1 oder 3 Atomgesetz genehmigten Anlagen zusammengefasst. Zu den kerntechnischen Anlagen zählen Kernkraftwerke zur Erzeugung von Elektrizität, Forschungsreaktoren zur Erzeugung von freien Neutronen zu Forschungszwecken oder zur Herstellung bestimmter radioaktiver Nuklide sowie Anlagen der Kernbrennstoffver- und -entsorgung.

Meldepflichtige Ereignisse

Unfälle, Störfälle oder sonstige für die kerntechnische Sicherheit bedeutsame Ereignisse müssen vom Betreiber einer kerntechnischen Anlage an die jeweils zuständige Landesaufsichtsbehörde gemeldet werden. Grundlage dafür ist die Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) vom 14. Oktober 1992, zuletzt geändert am 08. Juni 2010.

Nukleare Unfälle

In der Geschichte der zivilen Nutzung der Kernenergie kam es auch zu Unfällen in kerntechnischen Anlagen. Die Unfallursachen waren sehr unterschiedlich. Nukleare Unfälle können beispielsweise durch Versagen technischer Komponenten, durch menschliche Fehler oder auch durch Naturkatastrophen entstehen. Durch einen nuklearen Unfall werden radioaktive Substanzen in stark erhöhtem Maße freigesetzt. Dies kann Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt haben.

Sicherheit in der Kerntechnik

Mensch und Umwelt zu schützen ist eine der wichtigsten Aufgaben des Staates. Dies gilt auch gegenüber den möglichen Gefahren beim Betrieb und der Stilllegung von Anlagen im Bereich der Kerntechnik. Kerntechnische Anlagen zur Erzeugung, Bearbeitung, Verarbeitung und Spaltung von Kernbrennstoffen müssen daher für ihre Errichtung, ihren Besitz, ihren Betrieb, wesentliche Änderungen und ihre Stilllegung einem atomrechtlichen Genehmigungsverfahren unterzogen werden und unterliegen dauerhaft der staatlichen Aufsicht. Für die Aufsicht und damit die Überwachung der Sicherheit der Anlagen ist das jeweilige Bundesland verantwortlich, in dem sich die Anlage befindet.

Außerbetriebnahme und Stilllegung kerntechnischer Anlagen

Nicht nur Leistungsreaktoren werden am Ende ihrer Betriebszeit stillgelegt, sondern auch andere Arten von kerntechnischen Anlagen mit einer Genehmigung nach § 7 Atomgesetz, wie Prototyp- und Forschungsreaktoren sowie Anlagen der nuklearen Ver- und Entsorgung. Je nach Typ und Zweck der Anlage können erhebliche Unterschiede bezüglich der Art und Menge der in der Anlage vorhandenen Radionuklide auftreten.

© Bundesamt für Strahlenschutz