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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Akute Strahlenschäden

Deterministische Strahlenwirkung, Strahlungs-Frühschäden

GlossareintragDeterministisch

Bei deterministischen Strahlenschäden nimmt die Schwere des Schadens mit der Dosis zu und in der Regel besteht ein Schwellenwert. Deterministische Schäden sind z. B. Hautrötung oder Haarausfall.

GlossareintragStochastische Strahlenschäden

Zufallsbedingt. Bei stochastischen Strahlenschäden hängt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von der Dosis ab. Die Schwere von stochastischen Strahlenschäden ist dagegen von der Dosis unabhängig. Stochastische Schäden sind z.B. Krebserkrankungen und Leukämie.

Akute Strahlenschäden können nach einer Strahlenexposition mit hohen Dosen (über zirka 500 Millisievert, mSv) innerhalb kurzer Zeit (Tage oder Wochen) auftreten, zum Beispiel nach einem Unfall. Zu den akuten Strahlenschäden zählen unter anderem

  • das Erythem der Haut (Rötung, verbrennungsähnliche Erscheinungen),
  • Haarausfall,
  • Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit und
  • Blutarmut (Anämie).

Bleibt die Strahlendosis unter einem gewissen Schwellenwert, tritt zwar kein akuter Frühschaden auf, spätere stochastische Schäden sind jedoch nicht ausgeschlossen. Für die meisten akuten Strahlenschäden liegt dieser Schwellenwert über 500 mSv.

Im Strahlenschutz sind die Dosisgrenzwerte so festgelegt, dass eine akute Strahlenschädigung ausgeschlossen wird.

Deterministische Strahlenwirkung

Akute Strahlenschäden werden auch deterministische Strahlenwirkungen genannt. Sie sind in der Regel die Folge einer massiven Abtötung von Zellen in einem Organ- oder Gewebesystem, das aufgrund seines natürlichen Verschleißes auf einen dauernden Zellnachschub aus dem Stammzellenvorrat des Körpers angewiesen ist. Dazu gehören insbesondere

  • die Haut,
  • die Haare und
  • das Epithel des Magen-Darmtraktes.

Überschreitet das Ausmaß der Zellabtötung in einem Gewebe oder Organ eine gewisse Höhe, so ist die Funktion des betroffenen Organs oder Gewebes eingeschränkt. Ist die Schwellendosis überschritten, nimmt die Schwere des Schadens mit der Dosis zu und je höher die Dosis ist, desto früher tritt der Schaden ein. Die Begriff "akut" und "chronisch" beschreiben den Krankheitsverlauf eines Früh- oder Spätschadens. Ein typisches Beispiel für einen Spätschaden aufgrund einer deterministischen Strahlenwirkung ist die Störung der Lungenfunktion aufgrund einer Fibrose.

Stand: 15.02.2016

© Bundesamt für Strahlenschutz