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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Industrielle Rückstände (NORM)

Hier finden Sie Informationen zu Rückständen aus industriellen Prozessen mit erhöhter natürlicher Radioaktivität (NORM).

Einführung

Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen von Uran-238, Uran-235 und Thorium-232 sind in allen Gesteinen und Erzen in Spuren vorhanden. Bei der Nutzung von Rohstoffen werden somit grundsätzlich auch natürliche Radionuklide unbeabsichtigt in industrielle Prozesse eingeführt. Bei manchen Industriezweigen können sich natürliche Radionuklide in Teilstoffströmen anreichern. Mit der Einführung des Teils 3 der Strahlenschutzverordnung wurde erstmals der Schutz von Beschäftigten und der Bevölkerung vor erhöhten Strahlenexpositionen durch natürliche radioaktive Stoffe in Deutschland geregelt.

EisenschlämmeQuelle: © Bayerisches Landesamt für Umwelt

Rückstände aus der Trinkwasseraufbereitung

Bei der Trinkwasseraufbereitung können zuvor im Rohwasser gelöste Radionuklide als Nebeneffekt ungewollt in Aufbereitungsrückständen angereichert werden. In Abhängigkeit vom Aufbereitungsverfahren und von der Rohwasserzusammensetzung können Rückstände mit einem erhöhten Gehalt an natürlichen Radionukliden entstehen. Diese entstehen im Wesentlichen bei der Aufarbeitung von Grundwasser zu Trinkwasserzwecken. Für aktuelle Verwertungsmöglichkeiten hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Strahlenexposition für Beschäftigte sowie Personen der Bevölkerung abgeschätzt.

AblagerungenQuelle: Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik

Rückstände aus der tiefen Geothermie

Bei der Förderung von Tiefenwässern zur Energiegewinnung ("tiefe Geothermie") werden im Wasser gelöste natürliche Radionuklide an die Erdoberfläche gefördert. In Abhängigkeit von der Wasserzusammensetzung und der Anlagensteuerung können innerhalb der Anlage Rückstände entstehen, deren Radionuklidgehalt (spezifische Aktivität) den natürlichen Hintergrund von Böden um ein Vielfaches übersteigt. Solche Rückstände entstehen vor allem bei der Nutzung von Tiefenwässern mit einem hohen Salzgehalt von bis zu 300 Gramm Salz pro Liter Wasser.

Fachinfothek NORM

NORM-Stoffe weisen gegenüber dem natürlichen Hintergrundgehalt von Böden erhöhte Radionuklidgehalte auf. An dieser Stelle finden Sie für verschiedene NORM-Stoffe, die in Deutschland wiederholt vorkommen, Hilfestellungen zur Abschätzung der Strahlenbelastung von Beschäftigten in den jeweiligen Industriezweigen sowie bei der Verwertung beziehungsweise Beseitigung. Je nach Art der Verwertung muss auch die Allgemeinbevölkerung bei der Dosisabschätzung berücksichtigt werden.

© Bundesamt für Strahlenschutz