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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Maßnahmen zum Schutz vor Radon

  • Gebäudesanierungen sind sinnvoll bei einer Radonbelastung über 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft im Jahresmittel.
  • Wer über eine Gebäudesanierung nachdenkt, sollte zunächst das mögliche Gesundheitsrisiko abschätzen.
  • Oft reichen schon einfache Maßnahmen wie häufiges intensives Lüften, Abdichten von Rissen, Fugen und Rohrdurchführungen in Boden berührenden Hausbereichen, Abdichten von Kellertüren und Rohrführungen in darüber liegenden Etagen.
  • Neu zu errichtende Gebäude sollten so geplant werden, dass in den Aufenthaltsräumen Radonkonzentrationen von mehr als 100 Becquerel pro Kubikmeter im Jahresmittel vermieden werden. In den meisten Fällen reichen die Baumaßnahmen, die nach heutigem Technikstand angewendet werden.

Bodenschutz durch Abdichtung RadondrainageRadonschutz durch Abdichtung in der Bodenplatte und Erzeugung eines Unterdruckes im Baugrund mittels Radondrainage

Das natürlich vorkommende radioaktive Edelgas Radon gelangt aus dem geologischen Untergrund in Gebäude, wenn diese im Boden berührenden Bereich nicht dicht sind. Der Jahresmittelwert der Radonkonzentration beträgt in Wohnräumen in Deutschland durchschnittlich 50 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. In Gebieten, in denen höhere Radonkonzentrationen in der Bodenluft vorkommen und gute Transportwege für das Radon existieren, sind erhöhte Radonkonzentrationen in Gebäuden häufiger anzutreffen. Jahresmittelwerte über 1.000 Becquerel pro Kubikmeter sind jedoch selten.

Wer über eine Gebäudesanierung nachdenkt, sollte zunächst das mögliche Gesundheitsrisiko abschätzen. Grundlage dafür ist der Jahresmittelwert der Radonkonzentration in häufig genutzten Räumen (zum Beispiel Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer). Kurzzeitige Messungen haben hier keine Aussagekraft. Je nachdem wie oft und wie lange gelüftet wird, ändert sich die Konzentration des Gases. Da in den wärmeren Jahreszeiten öfter gelüftet wird und somit ein größerer Gasaustausch stattfindet, sind die mittleren Radonkonzentrationen zu diesen Zeiten geringer.

Nationale und internationale Untersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um circa 10 Prozent pro 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft ansteigt. Wer sich über Jahre hinweg in Räumen aufhält, in denen Konzentrationen um die 1.000 Becquerel pro Kubikmeter gemessen werden, hat ein doppelt so hohes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, als wenn er sich in Räumen mit einem Jahresmittelwert um 100 Becquerel pro Kubikmeter aufhält. Es ist daher ratsam, Häuser mit einer Radonbelastung über 100 Becquerel pro Kubikmeter zu sanieren.

Hier finden Sie weitere Informationen zu gesundheitlichen Auswirkungen von Radon in Wohnungen.

Wo und wann sind Sanierungsmaßnahmen sinnvoll?

Radon ist ein Gas, das sich im Erdboden bildet. Potentielle Eintrittsstellen sind also vor allem in Hausbereichen zu suchen, die Bodenkontakt haben, seien es Hauswände, Fundament oder Keller. Über Risse, Fugen oder Rohrdurchführungen findet das Gas seinen Weg ins Gebäudeinnere. Aber auch aus der Außenluft gelangt Radon ins Haus. Und selbst Baumaterialien setzen das Gas frei. Bei einer Radonkonzentration über 100 Becquerel pro Kubikmeter überwiegt das Radon aus dem Untergrund. Hier sind Sanierungsmaßnahmen sinnvoll. Oft reichen schon einfache Maßnahmen wie

  • häufiges intensives Lüften,
  • Abdichten von Rissen, Fugen und Rohrdurchführungen in Boden berührenden Hausbereichen,
  • Abdichten von Kellertüren und Rohrführungen in darüber liegenden Etagen.

Da die Strahlenbelastung nicht allein von der Konzentration des Radons in der Raumluft abhängt, sondern auch von der Aufenthaltsdauer im Raum abhängig ist, kann gegebenenfalls auch die Raumnutzung verändert werden.

Wie zügig Sanierungsarbeiten durchgeführt werden sollten, richtet sich nach der Höhe des Jahresmittelwertes. Bei Konzentrationen über 1.000 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft sollten die Maßnahmen innerhalb von 3 Jahren abgeschlossen sein. Vor einer Sanierung sollte ein Fachmann zunächst die Ursachen für die erhöhten Werte ermitteln und die bauliche Situation bewerten. Unter Beachtung des Aufwands und der Erfolgsaussichten sind verschiedene Sanierungsmöglichkeiten gegeneinander abzuwiegen. Allgemein gilt, dass die Effizienz einer Sanierungsmaßnahme umso größer sein sollte, je höher die Radonkonzentration ist. Radonsanierungen lassen sich kostengünstig in ohnehin vorgesehene Um- oder Ausbauarbeiten integrieren. Nach Abschluss der Sanierung empfiehlt es sich, den Erfolg der Maßnahmen durch Messungen zu überprüfen.

Was ist beim Neubau zu beachten?

Neu zu errichtende Gebäude sollten so geplant werden, dass in den Aufenthaltsräumen Radonkonzentrationen von mehr als 100 Becquerel pro Kubikmeter im Jahresmittel vermieden werden. In den meisten Fällen reichen die Baumaßnahmen, die nach heutigem Technikstand angewendet werden. Dies ist im Wesentlichen die fachgerechte Isolierung von Boden berührenden Wänden und Fundament gegenüber der Bodenfeuchtigkeit. Einen zusätzlichen Schutz bieten radondichte Baumaterialien sowie eine sorgfältige Verarbeitung am Bau. Für Standorte mit hoher Radonkonzentration oder stark durchlässigem Baugrund wurden spezielle Techniken entwickelt und erprobt (siehe Grafik). In solchen Fällen sollten auf der Basis einer Baugrundbewertung geeignete Maßnahmen ausgewählt werden, um den Bau gegen Radon abzudichten.

Radon-Handbuch Deutschland

Detaillierte Informationen zur Ausgestaltung von Radonschutzmaßnahmen hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im "Radon-Handbuch Deutschland" zusammengestellt. Wenn Sie sich für das Handbuch interessieren, senden Sie bitte eine E-Mail.

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Stand: 27.01.2017

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