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Ionisierende Strahlung

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Ionisierende Strahlung

Radon-Gebiete in Deutschland

  • Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet die Bundesländer, bis Ende 2020 die Gebiete auszuweisen, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Konzentration von Radon zu erwarten ist.
  • Um eine ausreichende Datengrundlage zur Verfügung zu haben, führen die Bundesländer Messprogramme durch, bevor sie die Gebiete bestimmen können.
  • In diesen Gebieten gelten gemäß Strahlenschutzgesetz unterschiedliche Regelungen zum Schutz vor Radon – je nachdem, ob es sich um ein Wohngebäude oder einen Arbeitsplatz handelt.

Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet die Bundesländer, bis Ende 2020 die Gebiete auszuweisen, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist. Reichert sich Radon in Innenräumen von Häusern an, kann es Lungenkrebs verursachen.

Datengrundlage schaffen

Um bis Ende 2020 eine solide Datengrundlage aufzubauen, führen die Bundesländer bereits heute Messprogramme durch. Mit den Daten sollen die Gebiete, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist, festgelegt werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um abzuschätzen, wo Radon in welcher Höhe in Gebäuden auftreten kann:

  • Vom Radon-Vorkommen in der Bodenluft und der Gasdurchlässigkeit des Bodens auf die mögliche Radon-Konzentration in Häusern schließen oder
  • von Messwerten der Radon-Konzentration in Innenräumen auf das Radon-Potenzial im Boden schließen. Diese Variante erfordert allerdings eine sehr große Anzahl von Messungen.

BfS erstellt Prognosekarte des Radon-Potenzials

Auf Basis der in den Bundesländern gesammelten Messdaten wird das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Prognosekarte des Radon-Potenzials aktualisieren. Das Radon-Potenzial gibt an, wie stark Radon aus dem Boden entweichen und potenziell in Innenräume von Häusern gelangen kann. Mit dieser Prognose unterstützt das BfS die Bundesländer dabei, die Gebiete auszuweisen, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist.

Diese Gebiete werden voraussichtlich hauptsächlich in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland liegen, da dort hohe Anteile von uranhaltigem Gestein im Boden enthalten sind. Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran.

Auch Gegenden in der Norddeutschen Tiefebene könnten betroffen sein.

Besondere Regelungen zum Schutz vor Radon

In den Gebieten, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist, gelten gemäß Strahlenschutzgesetz unterschiedliche Regelungen zum Schutz vor Radon – je nachdem, ob es sich um ein Wohngebäude oder einen Arbeitsplatz handelt.

Ein Referenzwert soll gemäß Strahlenschutzgesetz als Maßstab für die Angemessenheit von Schutzmaßnahmen dienen. Wird er überschritten, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Radon-Konzentration nachhaltig zu senken.

Stand: 21.11.2018

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© Bundesamt für Strahlenschutz