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Ionisierende Strahlung

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Ionisierende Strahlung

Radon in der Boden-Luft in Deutschland

  • Radon kommt in Deutschland im Boden regional in unterschiedlichen Konzentrationen vor.
  • Ursache ist, dass Uran und Radium, bei deren Zerfall Radon entsteht, in Deutschland regional in unterschiedlichem Maße vorkommen und der Boden regional unterschiedlich durchlässig für Radon ist.
  • Das BfS hat Karten zur regionalen Verteilung von Radon im Boden erstellt. Aussagen zu Einzelgebäuden sind aus den Prognosekarten niemals ableitbar, sondern müssen im jeweiligen Gebäude gemessen werden.

Zerfällt das in allen Böden und Gesteinen in unterschiedlichem Maße vorhandenen Uran und Radium, entsteht Radon, das sich im Erdboden ausbreitet und schließlich an die Erdoberfläche gelangt.

Durch Undichtigkeiten eines Gebäudes kann Radon in Innenräume von Häusern gelangen, sich dort anreichern und Lungenkrebs verursachen.

Messwerte und Prognosen

Wie gut sich Radon im Boden ausbreiten kann, hängt von dessen Gasdurchlässigkeit ab. Auf der Basis von Messwerten

  • der Radon-Konzentration in der Luft im Boden (Bodenluft),
  • der Gasdurchlässigkeit des Bodens
  • und mittels geologischer Karten

hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Prognosen zur regionalen Verteilung von Radon in der Bodenluft erstellt. Die Karten

  • "Radon-Konzentration im Boden" und
  • "Radonpotenzial"

zeigen in einem groben Raster, wieviel Radon im Boden vorkommt bzw. in welchem Maße Radon aus dem Boden freigesetzt werden kann.

Karte "Radon-Konzentration im Boden"

Die Karte "Radon-Konzentration im Boden" zeigt in einem groben Raster, wieviel Radon im Boden vorkommt. Damit gibt sie eine Orientierung darüber, wie Radon in der Bodenluft einen Meter unter der Erdoberfläche regional verteilt ist.

Radonkonzentrationen in Deutschland RadonkarteÜbersicht über die Radonkonzentration in der Bodenluft in einem Meter Tiefe

Abschätzung anhand repräsentativer Messdaten

Datenbasis für die Karte sind Messungen an insgesamt 2.346 geologisch repräsentativen Messpunkten in Deutschland, die zwischen 1992 und September 2003 stattfanden. In Gebieten, in denen aufgrund ihrer geologischen Eigenschaften mit einer höheren Radon-Konzentration zu rechnen ist, lagen die Messpunkte dabei dichter beieinander als in den übrigen Regionen.

Anhand der 2.346 über Deutschland verteilten Messdaten hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Konzentration von Radon im Boden flächendeckend für ganz Deutschland abgeschätzt. Die Karte zeigt die so für ein Raster von drei mal drei Kilometern ermittelten Schätzungen.

Radon-Situation vor Ort kann nur durch Messungen geklärt werden

Über die Radonkonzentration in der Bodenluft an einem bestimmten Standort (zum Beispiel einem Baugrundstück) kann die Karte keine Aussage treffen - auch nicht auf die Konzentration in einem einzelnen Haus.

Die Radon-Situation in einem bestehenden Gebäude kann nur durch Messungen der Radon-Konzentration in der Raumluft ermittelt werden.

Fachanwendung BfS-Geoportal zeigt Radon-Konzentration im Boden

Die für ein Raster von drei mal drei Kilometern ermittelten Schätzungen der Radon-Konzentration in der Bodenluft können auch in der Fachanwendung BfS-Geoportal abgerufen werden.

Wenn Sie die komplexe Kartenanwendung öffnen, schließen Sie bitte zunächst das Begrüßungsfenster. Mithilfe der Lupen-Symbole rechts oben können Sie in die Karte hinein- und hinauszoomen.

Karte "Radon-Potenzial"

Wie stark Radon aus dem Boden entweichen und potenziell in Innenräume von Häusern gelangen kann, wird als "Radon-Potenzial" bezeichnet. Seine Höhe hängt davon ab, wie viel Radon im Boden konzentriert ist und wie (gas-)durchlässig der Boden ist. Die Karte "Radon-Potenzial" berücksichtigt daher neben dem Radon-Vorkommen im Boden auch die Durchlässigkeit des Bodens.

Prognose des Radonpotenzials in Deutschland dargestellt in einer Landkarte Prognose des Radonpotenzials in DeutschlandKarte Radon-Potenzial

Abschätzung anhand repräsentativer Messdaten

Da nicht jeder Quadratmeter in Deutschland auf seine Radonkonzentration und Gasdurchlässigkeit hin vermessen werden kann, hat das BfS eine Methode entwickelt, mit der das Radonpotenzial für ganz Deutschland abgeschätzt werden kann.

Von 1995 bis 2001 wurden an rund 3.700 Messpunkten in Deutschland die Radon-Konzentration im Boden und seine Gasdurchlässigkeit ermittelt. Mithilfe dieser Werte lässt sich das Radon-Potenzial auch für die Gebiete abschätzen, die zwischen den Messpunkten liegen.

Dafür wurden die Messwerte in einer Deutschlandkarte anhand ihrer Geologie zusammengefasst und anschließend ähnliche Messwerte in nah beieinander liegenden Regionen zu einer Einheit verbunden. Das daraus entstandene Muster wurde danach mithilfe von mathematischen Simulationen für die zwischen den Messpunkten liegenden Gebiete analysiert und verfeinert.

Die Methode basiert auf Vorgehensweisen, die in ähnlicher Form zum Beispiel in der Rohstofferkundung angewendet werden. Dort wird auf Grundlage von wenigen Probebohrungen auf zum Beispiel den Metallgehalt geschlossen. Auch in der Erdbebenforschung wird mithilfe von Messungen und dem Wissen um die geologische Beschaffenheit des Untergrunds auf ein potenzielles Erdbebenrisiko einzelner Regionen geschlossen.

Radon-Situation vor Ort kann nur durch Messungen geklärt werden

Die Karte "Radon-Potenzial" liefert eine erste Einschätzung zur Radonsituation in einer Region. Wie hoch das Radonvorkommen an einem bestimmten Standort tatsächlich ist, lässt sich nur durch Messungen der bodennahen Luft oder der Radon-Konzentration in einem Gebäude konkret ermitteln.

Die Karten zeigen jeweils die regional zu erwartende Situation in einem groben Raster. Aussagen zu einzelnen Gebäuden oder Grundstücken können daraus nicht abgeleitet werden, da die für die Prognose verwendeten Parameter lokal stark variieren können.

Wie die Radon-Situation einem bestimmten Standort ist, lässt sich nur durch Messungen der Radon-Konzentration konkret ermitteln.

Stand: 21.11.2018

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