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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Wie hoch ist die natürliche Strahlenbelastung in Deutschland?

GlossareintragStrahlenexposition

Als Strahlenexposition bezeichnet man die Einwirkung von Strahlung auf den menschlichen Körper oder Körperteile. Ganzkörperexposition ist die Einwirkung ionisierender oder nichtionisierender Strahlung auf den ganzen Körper, Teilkörperexposition ist die Einwirkung ionisierender oder nichtionisierender Strahlung auf einzelne Organe, Gewebe oder Körperteile. Bei der äußeren Strahlenexposition durch ionisierende Strahlung wirkt die Strahlung von außen auf den Körper ein. Als innere Strahlenexposition bezeichnet man die Einwirkung der Strahlung von Radionukliden, die in den Körper mit der Atemluft (Inhalation) und mit der Nahrung (Ingestion) aufgenommen werden.

Glossareintrag Dosis

Die Dosis ist ein Maß für Strahlenwirkungen.

GlossareintragSievert

SI-Einheit der Äquivalentdosis und der effektiven Dosis 1 Sievert (Sv) = 100 Rem, 1 Sievert = 1 000 Millisievert (mSv) = 1 000 000 Mikrosievert (µSv).

Der Mensch lebt seit jeher in einer strahlenden Umwelt. Natürliche Strahlenquellen führen zu einer natürlichen Strahlenexposition und diese wiederum zu einer natürlichen Dosis. Die jährliche natürliche Strahlenbelastung (oder genauer: die jährliche natürliche Dosis) eines Mitglieds der Bevölkerung in Deutschland beträgt durchschnittlich 2,1 Millisievert (effektive Dosis). Je nach Wohnort, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten reicht sie von zirka einem bis zu zehn Millisievert.

Aufnahme radioaktiver Stoffe durch Atemluft und Nahrung

Die natürliche Strahlenexposition setzt sich aus inneren und äußeren Komponenten zusammen. Die innere Komponente macht den Hauptanteil der natürlichen Strahlenexposition aus.

Über die Atemluft und die Nahrung nimmt der Mensch seit jeher natürliche radioaktive Stoffe in den Körper auf. Die Inhalation des radioaktiven Edelgases Radon mit seinen Folgeprodukten bewirkt im Durchschnitt pro Jahr eine effektive Dosis von 1,1 Millisievert. Mit der Nahrung werden natürliche Radionuklide aus den radioaktiven Zerfallsreihen des Thoriums und des Urans sowie das Kalium-40 aufgenommen; dadurch kommen im Mittel jährlich 0,3 Millisievert hinzu.

Äußere Strahlenexposition durch kosmische und terrestrische Strahlung

Die äußere Strahlenexposition beträgt zirka ein Drittel der gesamten natürlichen Strahlenbelastung - woraus eine Dosis von rund 0,7 Millisievert im Jahr resultiert. Sie beinhaltet etwa zur Hälfte die kosmische Strahlung. Diese gelangt von der Sonne und aus den Tiefen des Weltalls zur Erde und besteht im Wesentlichen aus energiereichen Teilchen und aus Gammastrahlung. Auf ihrem Weg durch die Lufthülle wird die kosmische Strahlung zum großen Teil absorbiert. Die Intensität der kosmischen Strahlung hängt somit von der Höhenlage ab. Sie ist auf Meeresniveau am niedrigsten und nimmt mit der Höhe eines Ortes zu. Auf der Zugspitze ist sie viermal höher als an der Küste.

Zur äußeren Strahlenexposition zählt auch die terrestrische Strahlung. Ihre Ursache sind natürliche radioaktive Stoffe, die in den Böden und Gesteinsschichten der Erdkruste vorhanden sind - in regional unterschiedlichen Konzentrationen.

Steine und Erden sind wiederum wichtige Rohstoffe für mineralische Baumaterialien, wie zum Beispiel Ziegel und Beton. Die darin enthaltenen Radionuklide gehen in die Baustoffe über und tragen auf diese Weise beim Aufenthalt in Häusern ebenfalls zu einer äußeren Strahlenexposition bei. Die durch die terrestrische Strahlung verursachte jährliche effektive Dosis der Bevölkerung beträgt im Mittel etwa 0,4 Millisievert, davon entfallen auf den Aufenthalt im Freien zirka 0,1 Millisievert und auf den Aufenthalt in Gebäuden etwa 0,3 Millisievert.

Zivilisatorische Strahlenexposition durch medizinische und technische Anwendungen

Auf den Menschen wirkt heutzutage neben der natürlichen Strahlenexposition auch ionisierende Strahlung aus medizinischer und technischer Anwendung ein. Die mittlere effektive Dosis der sogenannten "zivilisatorischen Strahlenexposition" beträgt in Deutschland circa 2,0 Millisievert pro Jahr.


Stand: 30.09.2015

© Bundesamt für Strahlenschutz