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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Emissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen

In den Ableitungen aus kerntechnischen Anlagen sind radioaktive Stoffe enthalten. Die Strahlenschutzverordnung schreibt deshalb eine kontinuierliche Überwachung dieser Ableitungen durch die Betreiber vor, damit die Summe der abgegebenen radioaktiven Stoffe daraus abgeleitet werden kann. Zusätzlich werden die Messungen der Betreiber quartalsweise stichprobenartig durch eine unabhängige Messstelle überprüft. Aus den jährlichen Ableitungen wird anschließend die jährliche Strahlenbelastung für die Bevölkerung berechnet.

Skizze eines Kernkraftwerks

Überwachung der Emission radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen

Die Ableitungen radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen (Emission) mit Fortluft und Abwasser werden regelmäßig und dauerhaft überwacht und bilanziert. Daraus wird die resultierende Strahlenexposition der Bevölkerung ermittelt. Zusätzlich schreibt die atomrechtlich zuständige Genehmigungsbehörde Höchstwerte für die Ableitungen von kerntechnischen Anlagen fest.

Berechnung der Strahlenbelastung für die Bevölkerung

Anhand der vom Betreiber bilanzierten Ableitungen wird die Strahlenbelastung in der Umgebung jeder kerntechnischen Anlage für eine Referenzperson berechnet. Diese Referenzperson ist eine fiktive Person, die sich hinsichtlich ihrer Aufenthalts- und Verzehrgewohnheiten so verhält, dass daraus eine höchstmögliche Strahlenbelastung resultiert. Für die Berechnung kommen Ausbreitungsmodelle zum Einsatz. Durch Computer-Simulationen errechnen sie die Transportprozesse von Radionukliden, die mit der Fortluft oder dem Abwasser aus einer kerntechnischen Anlage in die Umwelt abgegeben werden, und infolgedessen zu einer Strahlenexposition der Bevölkerung führen können.

exemplarisches Auswertungsergebnis Abwasserringversuch 2013

Kontrolle der Eigenüberwachung radioaktiver Emissionen aus Kernkraftwerken

Seit mehr als 30 Jahren prüft das Bundesamt für Strahlenschutz beziehungsweise seine Vorgängerbehörde die Zuverlässigkeit und Qualität der Eigenüberwachung radioaktiver Emissionen durch die Kraftwerksbetreiber. Wesentliche Instrumente zur Qualitätssicherung sind ein Kontrollmessprogramm und Ringversuche. Dazu führt das BfS als Sachverständiger im Auftrag der zuständigen Aufsichtsbehörden Kontrollmessungen durch.

ARTM-Modell

Das Ausbreitungsmodell ARTM wird für die Berechnung der Strahlenbelastung der Bevölkerung in der Umgebung kerntechnischer Anlagen eingesetzt. Notwendige Eingabeparameter für ARTM stellen dabei Zeitreihen meteorologischer Messungen sowie die Ableitungsdaten an radioaktiven Stoffen über den Fortluftkamin dar. Die anhand der Aktivitätsableitungen resultierende zusätzliche Strahlenbelastung für die Bevölkerung ist seit 1974 jährlich an das Parlament zu berichten.

© Bundesamt für Strahlenschutz