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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Überwachung der Emission radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen

  • Die Ableitungen radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen (Emission) mit Fortluft und Abwasser werden regelmäßig und dauerhaft überwacht und bilanziert.
  • Die im Rahmen der Emissionsüberwachung "Fortluft" und "Abwasser" ermittelten Aktivitätsableitungen werden gemäß gesetzlicher Vorgaben an das Bundesumweltministerium (BMUB) und an die Europäische Kommission übermittelt.
  • Zusätzlich sind die gemeldeten Aktivitätsableitungen im BMUB-Jahresbericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung" dokumentiert.

Die Ableitungen radioaktiver Stoffe aus kerntechnischen Anlagen (Emission) mit Fortluft und Abwasser werden regelmäßig und dauerhaft überwacht und bilanziert. Daraus wird die resultierende Strahlenexposition der Bevölkerung ermittelt. Zusätzlich schreibt die atomrechtlich zuständige Genehmigungsbehörde Höchstwerte für die Ableitungen von kerntechnischen Anlagen fest.

Die Betreiber der kerntechnischen Anlagen sind dazu verpflichtet,

  • die Ableitungen zu minimieren sowie
  • alle abgeleiteten radioaktiven Stoffe nach Art und Aktivität zu bestimmen, zu dokumentieren und zu bilanzieren (sogenannte "Eigenüberwachung").

Die erforderlichen Messungen werden dokumentiert und der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörde Bericht erstattet.

Schema einer Probenentnahmeeinrichtung in einer deutschen kerntechnischen Anlagen Probeentnahmeeinrichtung zur EmissionsüberwachungSchema einer Probenentnahmeeinrichtung in einer deutschen kerntechnischen Anlagen

Aktivitätsableitungen mit der Fortluft

Über die Kamine kerntechnischer Anlagen gelangen radioaktive Stoffe mit der Fortluft in die Umwelt.

Ein repräsentativer Anteil der Fortluft wird für die Bilanzierung kontinuierlich über Sammeleinrichtungen geleitet (s. nebenstehende Abbildung).

Nach vorab festgelegten Zeiträumen werden die Aktivitäten der Radionuklide, die sich in dieser Zeit auf den Sammelmedien abgelagert haben, bestimmt und die resultierenden Aktivitätskonzentrationen dieser Radionuklide in der Fortluft ermittelt. Da es sich bei dieser Art der Probenentnahme um ein sogenanntes "integrierendes Verfahren" handelt, werden auch kurzzeitige Emissionen zuverlässig erfasst.

Zusätzlich werden über sogenannte "Online-Monitoring-Einrichtungen" gammastrahlende Radionuklide (zum Beispiel Cobalt-60) und Iod-Isotope kontinuierlich überwacht. Diese Messungen ermöglichen es, Erhöhungen von Aktivitätsableitungen unverzüglich zu erkennen und gewährleisten darüber hinaus auch die Erfassung von Aktivitätsableitungen kurzlebiger Radionuklide wie zum Beispiel Iod-133.

Radioaktive Edelgase können nur mit großem Aufwand auf Sammelmedien abgeschieden werden. Um sie zu erfassen, wird daher ein repräsentativer Teil der Kaminfortluft ständig durch eine Messkammer geleitet. Auf diese Weise können Aktivitätsableitungen dieser Edelgase kontinuierlich ermittelt und bilanziert werden.

Aktivitätsableitungen mit dem Abwasser

Im Gegensatz zur Fortluft müssen alle radioaktiven Abwässer in Auffangbehältern gesammelt werden. Erst wenn eine Entscheidungsmessung ergeben hat, dass vorgegebene Genehmigungswerte nicht überschritten werden, dürfen sie über den Vorfluter an die Umwelt abgegeben werden.

Der Betreiber bestimmt die Aktivitäten der im Abwasser enthaltenen

Die abgeleiteten radioaktiven Stoffe werden bilanziert.

Aktivitätsableitungen einzelner Radionuklide und Radionuklidgruppen mit der Fortluft und dem Abwasser 1962 - 2015 Aktivitätsableitungen einzelner Radionuklide beziehungsweise Radionuklidgruppen bis 2015Aktivitätsableitungen einzelner Radionuklide und Radionuklidgruppen mit der Fortluft und dem Abwasser 1962 - 2015, jährlich summiert über alle deutschen Kernkraftwerke im Geltungsbereich des Atomgesetzes

Überblick über die Aktivitätsableitungen aus kerntechnischen Anlagen in Deutschland

Seit den 1960er Jahren erfolgt die Bilanzierung von radioaktiven Stoffen mit der Fortluft und dem Abwasser. Bis auf die Ableitung von Tritium (H-3) mit dem Abwasser und Kohlenstoff-14 (C-14) in der Fortluft sind alle anderen Radionuklidgruppen seit den 1970er Jahren in der Tendenz rückläufig.

Dies ist zum einen durch die Abschaltung von Kernkraftwerken bedingt – 1993 waren 20 Kernkraftwerke in Betrieb, 2015 sieben Anlagen –, zum anderen wurden die Anlagen mit Rückhalteeinrichtungen für radioaktive Stoffe in der Fortluft (sogenannte "Vollfilterung") nachgerüstet.

Berichterstattung ist gesetzlicher Auftrag

Die im Rahmen der Emissionsüberwachung "Fortluft" und "Abwasser" ermittelten Aktivitätsableitungen werden gemäß gesetzlicher Vorgaben an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und an die Europäische Kommission übermittelt.

Zusätzlich sind die gemeldeten Aktivitätsableitungen im BMUB-Jahresbericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung" dokumentiert.

Stand: 09.05.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz