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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Leitstelle für Fragen der Radioaktivitätsüberwachung bei erhöhter natürlicher Radioaktivität (ENORM)

In der Natur vorkommende Radionuklide sind allgegenwärtig und tragen zur Umweltradioaktivität bei. Durch unterschiedliche geologische Bedingungen und der Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen (Erze, Baustoffe, Erdöl, Erdgas etc.) kann es zu einer Anreicherung dieser Nuklide an Arbeitsplätzen und in der Umwelt kommen. Als Teil der bundesweiten Überwachung der Umweltradioaktivität wurde deshalb seitens des Gesetzgebers die Leitstelle für Fragen der Radioaktivitätsüberwachung bei erhöhter natürlicher Radioaktivität (Leitstelle ENORM) eingerichtet.

Leitstelle ENORM

Aufgabe

  • Anleitung und fachliche Beratung von Behörden und Messstellen bei der Überwachung der Umweltradioaktivität durch natürliche Radionuklide aus bergbaulichen oder industriellen Tätigkeiten gemäß Strahlenschutzvorsorgegesetz, §11, Absatz (10) und Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), Teil 3.
  • Untersuchungen zum Verhalten radioaktiver Stoffe in überwachungsbedürftigen Rückständen gemäß StrlSchV, Anlage XII.

Die Leitstelle für Fragen der Radioaktivitätsüberwachung bei erhöhter natürlicher Radioaktivität (Leitstelle ENORM) des BfS wurde im Jahr 2002 eingerichtet. Für methodisch-analytische Arbeiten stehen verschiedene Labore am Standort Berlin zur Verfügung.

Probenaufbereitungszentrum

Im Probenaufbereitungszentrum werden die eingehenden Materialen zunächst in einer Datenbank dokumentiert.

Aufbereitet werden unter anderem

  • Böden und Sedimente,
  • Lebensmittel und Futtermittel,
  • Trinkwässer und Grundwässer,
  • Oberflächenwässer, Sickerwässer und Abwässer,
  • Schlämme, Ablagerungen, Stäube und ähnliches aus der Industrie sowie
  • Baustoffe.

Die Materialien werden entsprechend den Anforderungen der nachfolgenden Messmethoden aufbereitet. Sie werden zum Beispiel getrocknet, gesiebt, zerkleinert, verascht und/oder aliquotiert, das heißt portioniert und in die zu untersuchenden Mengen aufgeteilt.

Das Zentrum ist insbesondere für die Aufbereitung von Feststoffproben eingerichtet, die anschließend gammaspektrometrisch analysiert werden.

Gammaspektrometrielabor

Reinstgermanium-Detektor Reinstgermanium-DetektorReinstgermanium-Detektor mit automatischem Probenwechsler

Im Gammaspektrometrielabor wird die von den vorbereiteten Materialien ausgehende Gamma-Strahlung mit hochauflösenden Germanium-Detektoren gemessen. Die Einrichtung des Labors sowie die Messtechnik sind so ausgelegt, dass auch noch sehr geringe Aktivitäten natürlicher Radionuklide (geringe Radioaktivität) festgestellt werden können (Low-Level-Messlabor). Die Analyse der gemessenen Strahlung ermöglicht, die in dem Probenmaterial vorhandenen Radionuklide (Gammastrahler) eindeutig zu identifizieren und ihre jeweils spezifischen Aktivitäten zu bestimmen.

Radon-Kalibrierlabor

Zur Qualitätssicherung von Radon- und Radon-Folgeprodukt-Messgeräten unterhält das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein akkreditiertes Kalibrierlabor. Die Messgeräte und Messmethoden werden nach von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt vorgegebenen Standards, sogenannten nationalen Primärnormalen, kalibriert.

Die Akkreditierung erfolgt durch die Deutsche Akkreditierungsstelle.

Service-Center Dosimetrie

Strahlenschutzmessgeräte, insbesondere zur Messung der Gamma-Ortsdosisleistung, werden zur Ermittlung der Strahlenexposition in den verschiedensten Lebensbereichen eingesetzt. Zuverlässige und belastbare Messdaten können nur gewährleistet werden, wenn regelmäßige Überprüfungen der Funktion und der Kalibrierung vorgenommen werden. Dazu dient unter anderem das Service-Center Dosimetrie am Standort Berlin.

Die durchgeführten Überprüfungen dienen der internen Qualitätssicherung und ersetzen keine Eichung der Geräte nach dem Eichgesetz. Die Eichung der Geräte, die im BfS zum Einsatz kommen, erfolgt regelmäßig und analog der Vorschriften für amtliche Messungen.

Stand: 05.01.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz