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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Labore zur Analyse und Messung radioaktiver Stoffe

Labore im Strahlenschutz

Organigramm Labore Organigramm BfS-LaboreDie BfS-Labore im Strahlenschutz dargestellt im Organigramm (Stand 14.07.2016)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist mit hochspezialisierten Laboren in der Lage, Radionuklide in praktisch allen Medien wie etwa Wasser, Boden, Luft und Lebensmittel zu bestimmen. Das Aufgabenspektrum reicht von der Emissionsüberwachung von Kernkraftwerken über die Überwachung der Umweltradioaktivität bis hin zur Spurenanalyse radioaktiver Stoffe in der Atmosphäre zur Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens.

Analyse- und Messverfahren

Abhängig vom radioaktiven Stoff, dessen Gehalt in dem zu untersuchenden Medium und der Art des Mediums werden unterschiedliche Analyse- und Messverfahren eingesetzt.

Gammastrahlung

Am einfachsten sind radioaktive Stoffe zu messen, die bei ihrem Zerfall Gammastrahlung aussenden (Gammastrahler). Gammastrahlung durchdringt das Probenmaterial und das Messgefäß und wird durch das Messgerät, meist spezielle Halbleiterdetektoren (Reinstgermanium-Detektoren), erfasst.

Alpha- und Betastrahlung

Radionuklide, die bei ihrem Zerfall nur Alphastrahlung oder Betastrahlung aussenden (Alphastrahler oder Betastrahler), können auf diese Weise nicht gemessen werden. Ihre Strahlung wird zum größten Teil oder sogar vollständig durch das Probenmaterial oder die Gefäßwände abgeschirmt. Hier ist zunächst eine radiochemische Aufarbeitung der Probe erforderlich. Dabei werden die zu messenden Radionuklide mit aufwändigen Verfahren vom Probenmaterial und anderen die Messung störenden Radionukliden abgetrennt.

Geeignete Messgeräte sind

  • Proportionalzähler und Flüssigszintillationszähler für Alpha- und Betastrahler sowie
  • spezielle Halbleiterdetektoren (Siliziumdetektoren) für Alphastrahler.

Weiterentwicklung der Analyse- und Messverfahren

Die radiochemischen Verfahren zur Bestimmung von Alpha- und Betastrahlern werden im Bundesamt für Strahlenschutz laufend weiterentwickelt. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Schnellmethoden. Ziel ist es,

die radioaktive Kontamination der Umwelt und von Lebensmitteln möglichst rasch zu erfassen, um gezielt wirksame Gegenmaßnahmen zum Schutz des Menschen ergreifen zu können.

BfS-Labore: Leitstellen für die Überwachung der Umweltradioaktivität

Die Hälfte der Labore sind gleichzeitig Leitstellen für die Überwachung der Umweltradioaktivität. Die Aufgaben der Leitstellen umfassen neben Messaufgaben auch

  • die Entwicklung und Festlegung von Probennahme-, Analyse-, Mess- und Berechnungsverfahren sowie
  • die Durchführung von Vergleichsmessungen und Vergleichsanalysen (Ringversuche).

Akkreditierte Labore

Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung haben im BfS einen hohen Stellenwert. Alle Labore nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Vergleichsmessungen (Ringversuchen) teil oder bieten in ihrer Funktion als Leitstelle Vergleichsmessungen an. Maßstab ist ein Qualitätsstandard, welcher der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 entspricht. Die Mehrzahl der Labore ist bereits nach dieser Norm akkreditiert oder strebt die Akkreditierung an. Damit stellen die Labore unter Beweis, dass sie ein effizientes Managementsystem unterhalten und über die fachliche und technische Kompetenz verfügen, um belastbare Mess- und Analyseergebnisse zu liefern.

Stand: 14.07.2016

© Bundesamt für Strahlenschutz