Navigation und Service

Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Informationen zur Einführung eines eindeutigen Personenkennzeichens im Strahlenschutzregister (SSR-Nummer)

  • Mit dem neuen Strahlenschutzgesetz (§ 170 StrlSchG) wird ab 31.12.2018 für alle Personen, für die eine Eintragung ins Strahlenschutzregister erfolgt (beruflich exponierte Personen und Inhaber von Strahlenpässen), ein eindeutiges Personenkennzeichen eingeführt: die Strahlenschutzregisternummer (SSR-Nummer).
  • Damit können im Strahlenschutzregister des BfS die Dosiswerte aus der beruflichen Strahlenexposition den überwachten Personen nachhaltig korrekt zugeordnet und bilanziert werden.
  • Die SSR-Nummer wird dabei durch eine nicht rückführbare Verschlüsselung aus der Sozialversicherungsnummer (§ 147 SGB VI) und den Personendaten des zu überwachenden Beschäftigten abgeleitet.
  • Die dafür nötigen Daten des betreffenden Beschäftigten erhält das BfS vom Strahlenschutzverantwortlichen oder dem entsprechenden Verpflichteten/Verantwortlichen eines überwachten Bereichs, in dem der Beschäftigte tätig ist.

Warum wird ein eindeutiges Personenkennzeichen benötigt?

Im Strahlenschutzregister des BfS gehen jährlich ca. 3,5 Millionen neue Datensätze von beruflich strahlenüberwachten Personen ein. Diese Daten werden bisher allein auf Grundlage der übermittelten Personendaten (Name, Geburtsname, Vornamen, Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort, etc.) personenbezogen zusammengeführt. Unvollständig übermittelte Personendaten, Schreibfehler, Namensänderungen (z.B. durch Heirat oder Scheidung) oder unterschiedliche Schreibweisen erschweren die Zuordnung verschiedener Personenbeschreibungen zu "natürlichen" Personen erheblich, so dass Zuordnungsfehler unvermeidlich sind. Dies kann zu fehlerhaften Berechnungen der Jahres- und Berufslebensdosis führen - mit allen Konsequenzen.
Trotz dieses Umstands konnte in Deutschland bisher zur besseren Personenidentifizierung und Zuordnung kein eindeutiges Personenkennzeichen in der Strahlenschutzüberwachung eingeführt werden, da die datenschutzrechtliche Grundlage fehlte.

Beispiel einer SSR-Nummer Beispiel einer StrahlenschutzregisternummerBeispiel einer SSR-Nummer und deren Aufbau

Was ist die SSR-Nummer und wie wird sie erzeugt?

Mit dem neuen Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) wird nun in § 170 StrlSchG die rechtliche Grundlage für die Einführung eines eindeutigen Personenkennzeichens zur Verwendung in der Strahlenschutzüberwachung geschaffen. Dieses neue Kennzeichen wird Strahlenschutzregisternummer (SSR-Nummer) genannt.

Die SSR-Nummer wird durch ein nicht rückführbares kryptographisches Verfahren aus der Sozialversicherungsnummer nach § 147 des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch und den Personendaten des zu überwachenden Beschäftigten abgeleitet (siehe Abbildung, Typ A). Die Sozialversicherungsnummer wird direkt nach der Erzeugung der SSR-Nummer gelöscht. Sie kann auch nicht wieder aus der SSR-Nummer rekonstruiert werden.

Für Beschäftigte ohne deutsche Sozialversicherungsnummer kann die SSR-Nummer auf Basis einer anderen geeigneten außerhalb Deutschlands vergebenen Identifikationsnummer generiert werden (siehe Abbildung, Typ B). Diese Nummer muss einen eindeutigen, über die gesamte Berufslebenszeit unveränderlichen Bezug zur überwachten Person besitzen und beim Beschäftigten oder Arbeitgeber verfügbar sein.

Im Ausnahmefall kann das BfS eine SSR-Nummer allein auf Basis der Personendaten des Beschäftigten vergeben, wenn die Person weder eine Sozialversicherungsnummer noch eine geeignete ausländische Identifikationsnummer besitzt (siehe Abbildung, Typ C).

Wer benötigt eine SSR-Nummer?

Alle Personen, für die ab Inkrafttreten des Strahlenschutzgesetzes am 31.12.2018 Eintragungen im Strahlenschutzregister vorgenommen werden (beruflich exponierte Personen oder Inhaber von Strahlenpässen) benötigen eine SSR-Nummer.

Erzeugung der SSR-Nummer Datenfluss bei Erzeugung der SSR-NummerDatenfluss bei Erzeugung der SSR-Nummer

Wer ist für die Beantragung der SSR-Nummer verantwortlich?

Die Beantragung der SSR-Nummer beim BfS und die Übermittlung der dafür nötigen Daten ist gemäß § 170 Absatz 4 Satz 4 StrlSchG vom Strahlenschutzverantwortlichen oder dem Verpflichteten nach § 131 Absatz 1 oder § 145 Absatz 1 Satz 1 StrlSchG oder dem Verantwortlichen nach § 115 Absatz 2 oder § 153 Absatz 1 StrlSchG sicherzustellen (siehe Abbildung). Die Beantragung der SSR-Nummern kann entsprechend delegiert werden, z.B. an den Strahlenschutzbeauftragten. Zur Vereinfachung wird im Folgenden ausschließlich vom Verantwortlichen gesprochen.

Wie wird die SSR-Nummer beantragt?

Die Beantragung der SSR-Nummer und der damit verbundene Datenaustausch zwischen dem Verantwortlichen und dem BfS werden über ein passwortgesichertes und geschütztes Webportal realisiert. In einem ersten Schritt muss sich der Verantwortliche im Webportal registrieren. Dazu übermittelt der Verantwortliche

  • die eigenen Personendaten (Vorname, Familienname)
  • die Geschäftsadresse
  • eine E-Mail-Adresse
  • die Betriebsnummer (§ 18i SGB IV) des Betriebs, in dem er selbst bzw. die von ihm zu überwachenden Mitarbeiter tätig sind.

Die Betriebsnummer wird nach Eingabe automatisch anhand der Prüfziffer überprüft. Nur bei korrekter Betriebsnummer erhält der Verantwortliche an die angegebene E-Mail-Adresse einen Link zur Freischaltung seines Profils, über das er dann mit der Übermittlung der Daten fortfahren kann.

In Fällen, in denen keine Betriebsnummer vorhanden ist (z.B. bei Notfalleinsatzkräften), erhält der Verantwortliche einen automatischen Hinweis, mit dem BfS anderweitig Kontakt aufzunehmen.

Zwei technische Übertragungsoptionen können für die Übermittlung der Daten der Beschäftigten genutzt werden. Es handelt sich jeweils um Online-Verfahren über eine passwortgeschützte und gesicherte Internetverbindung:

  • Webportal (Voraussetzung: Internetzugang und Internetbrowser):
    Die Eingabe der Datensätze (Sozialversicherungsnummer + Personendaten) durch den Verantwortlichen erfolgt per Tastatur oder durch Einlesen einer CSV-Datei in eine Dialogmaske innerhalb eines geschützten Webportals. Die ausgegebenen Datensätze (SSR-Nummer + Personendaten) werden ebenfalls über die Dialogmaske angezeigt und sind über das Webportal downloadbar.
    Die URL des Webportals wird noch bekanntgegeben!
  • Webservice (Voraussetzung: Internetzugang, Internetbrowser und Client-Programm):
    Die Eingabe und Übertagung der Datensätze (Sozialversicherungsnummer + Personendaten) durch den Verantwortlichen an das BfS erfolgt mit Hilfe eines geeigneten Client-Programmes über eine geschützte und automatisierte XML-basierte Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Die Ausgabe erfolgt entsprechend umgekehrt durch dieselbe Maschine-zu-Maschine-Kommunikation von Seiten des BfS in Richtung des Verantwortlichen.
    Detaillierte Spezifikationen zur Erstellung eines Client-Programms und zur Einrichtung eines Webservices werden noch bekanntgegeben!

Dateneingabe zur Erzeugung der SSR-Nummer mittels Dialogmaske per Webportal Dateneingabe zur Erzeugung der SSR-NummerBeispiel der Dateneingabe mittels Dialogmaske per Webportal

Welche Daten müssen angegeben werden?

Nach erfolgreicher Registrierung des Verantwortlichen im BfS-Webportal kann der Verantwortliche die Erzeugung der SSR-Nummer für seine Beschäftigten starten. Unabhängig von den technischen Übertragungsoptionen sind vom Verantwortlichen für die zu überwachenden Beschäftigten folgende Daten an das BfS zu übermitteln (Dateneingang, siehe Abbildung):

  • Sozialversicherungsnummer (bzw. geeignete ausländische Identifikationsnummer)
  • Titel
  • Vornamen
  • Familienname
  • Geburtsname
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort

Was gibt es bei der Dateneingabe zu beachten?

  • Plausibilitätstests bei der Dateneingabe:

    Während der Dateneingabe durch den Verantwortlichen wird eine automatische Plausibilitätsprüfung der eingegebenen Sozialversicherungsnummern und Personendaten durchgeführt (mittels Prüfziffer, semantische Prüfung). Fehlerhafte Eintragungen bzw. Datensätze werden dem Verantwortlichen mit einem entsprechenden Vermerk über das Webportal bzw. über den Webservice zurückgemeldet.

  • Eingabefehler:
    Bemerkt der Verantwortliche, dass bereits erfolgreich übertragene Daten fehlerhaft sind, muss er sich unter Angabe seiner Benutzerkennung per E-Mail beim BfS melden, so dass die Fehler vom BfS korrigiert werden können. Nur Mitarbeiter des BfS haben die Möglichkeit, Personendaten nachträglich zu korrigieren.
  • Änderungen der Personalien:
    Änderungen am Personendatensatz von Beschäftigten (z.B. Namensänderung nach Heirat), für die bereits eine SSR-Nummer erzeugt wurde, erfolgen nicht durch den Verantwortlichen, sondern durch die Messstellen/Registrierbehörden, die die Änderungen zusammen mit der Dosis- bzw. Strahlenpassmeldung automatisch an das Strahlenschutzregister übertragen. Die SSR-Nummer bleibt unverändert.
  • Mehrfacheingabe:
    Der Vorgang zur Übermittlung der Personendaten des Beschäftigten und Erzeugung der SSR-Nummer sollte nur einmalig für jeden Beschäftigten erfolgen. Wird dieselbe Sozialversicherungsnummer versehentlich ober absichtlich mehrfach eingegeben (z.B. nach Betriebswechsel des Beschäftigten oder bei Verlust der SSR-Nummer) so würde aus der Sozialversicherungsnummer ein bereits existierender Hashwert generiert werden. Dies hat zur Folge, dass kein neuer Eintrag in der Datenbank angelegt wird. Stattdessen wird die bereits existierende SSR-Nummer ausgegeben, falls die angegebenen Personendaten <Geburtsdatum/Geburtsname> mit denen in der Datenbank übereinstimmen. Stimmen die Personaldaten nicht überein, wird dem Verantwortlichen eine entsprechende Fehlermeldung übermittelt.
  • Ähnliches gilt für den Fall, dass die SSR-Nummer ausschließlich auf Basis der Personendaten erstellt wird (Typ C). Hier wird bei der Eingabe überprüft, ob die Personendaten <Vornamen/Geburtsdatum/ Geburtsname/Geburtsort> bereits in der Datenbank existieren. Wenn dies der Fall ist, wird kein neuer Eintrag erzeugt, dafür wird die bereits existierende SSR-Nummer ausgegeben.

Datenausgabe mittels Dialogmaske per Webportal Datenausgabe mittels Dialogmaske per WebportalBeispiel der Datenausgabe mittels Dialogmaske per Webportal

Welche Daten werden zurückgegeben?

Nach Erzeugung der SSR-Nummer durch das BfS werden unabhängig von den technischen Übertragungsoptionen folgende Daten für den Beschäftigten an den Verantwortlichen zurückgegeben (Datenausgang, siehe Abbildung):

  • SSR-Nummer
  • Titel
  • Vornamen
  • Familienname
  • Geburtsname
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort

Im Rahmen der Datenausgabe können die Datensätze entweder als CSV-Datei aus dem Webportal heraus lokal abgespeichert werden oder sie werden per automatisierter Maschine-zu-Maschine-Übertragung mittels Webservice übermittelt. In beiden Fällen wird zusätzlich für jede einzelne Person ein eigenes PDF-Dokument erzeugt (downloadbar aus dem Webportal heraus oder automatisch mittels Webservice mitgeschickt). Es dient als persönliches Dokument zum Verbleib beim Beschäftigten und muss daher vom Verantwortlichen entsprechend personenbezogen zugestellt werden.

Die Beschäftigten sind zudem (z.B. im Rahmen einer Strahlenschutzunterweisung) über die Hintergründe und Bedeutung der SSR-Nummer zu informieren.

Stand: 26.09.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz