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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Vergleichs- und Eignungsprüfungen für passive Radonmessgeräte

  • Das Bundesamt für Strahlenschutz führt seit 2003 regelmäßig Vergleichsprüfungen für passive Radonmessgeräte durch.
  • An den Vergleichsprüfungen können Messstellen aus dem In- und Ausland teilnehmen.
  • Die aktuelle Vergleichs- und Eignungsprüfung für passive Messgeräte mit Festkörperspurdetektoren (FKSD) in Diffusionskammern oder Elektretionisationskammern findet im 1. Quartal 2019 statt. Anmeldeschluss ist der 15. Januar 2019.

Im Rahmen der Qualitätssicherung für passive Radonmessgeräte führt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) seit dem Jahr 2003 regelmäßig Vergleichsprüfungen für passive Messgeräte mit

  • Festkörperspurdetektoren (FKSD) oder
  • Elektreten

durch. Die Vergleichsprüfungen sind Teil der Aufgaben der Leitstelle ENORM des Bundes zur Überwachung der Umweltradioaktivität. Die Messgeräte werden im Radonkalibrierlaboratorium des BfS exponiert. Das Kalibrierlaboratorium ist von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) für die Messgrößen "Radon-222-Aktivitätskonzentration in Luft" und "Potenzielle Alpha-Energiekonzentration der kurzlebigen Radon-222-Folgeprodukte in Luft" akkreditiert. Ab 2019 wird im Zuge der neuen Strahlenschutzgesetzgebung zusätzlich eine Eignungsprüfung angeboten.

Teilnehmer

  • Messstellen nach §169 StrlSchG, die in der Bundesrepublik Deutschland Messgeräte zur Überwachung beruflicher Strahlenexpositionen durch Radon und Radonzerfallsprodukte ausgeben, können verpflichtet sein, an den Vergleichsprüfungen regelmäßig teilzunehmen.
  • Stellen, die für die Messung der Radon-222-Aktivitätskonzentration nach §155 der neuen StrlSchV anerkannt sind oder die Anerkennung beantragt haben, sind verpflichtet, an den Maßnahmen zur Qualitätssicherung (hier: Vergleichs- und Eignungsprüfung) durch das BfS regelmäßig teilzunehmen.
  • Stellen, die Messungen der Radon-Aktivitätskonzentration in Häusern, im Freien oder zu anderen Zwecken durchführen, die nicht im Zusammenhang mit der Überwachung beruflich strahlenexponierter Personen stehen, wird empfohlen, ebenfalls an den Vergleichsprüfungen teilzunehmen. Die Teilnahme soll das Vertrauen des Kunden in die durchgeführten Messungen und die Akzeptanz in die erhaltenen Ergebnisse erhöhen.
  • Messstellen, die eine Akkreditierung für die Bestimmung der Radon-222-Aktivitätskonzentration entsprechend DIN EN ISO/IEC 17025 besitzen beziehungsweise eine solche anstreben, erfüllen mit der Teilnahme an der Vergleichsprüfung die Forderung nach Validierung ihres Messverfahrens.

Es können Messstellen aus dem In- und Ausland teilnehmen. Kapazitätsbedingt wird voraussichtlich auch bei der Vergleichs- und Eignungsprüfung 2019 eine Teilnehmerbeschränkung erfolgen. Dabei wird Messstellen nach §169 StrlSchG sowie Interessenten, die als Stelle zur Messung der Radon-222-Aktivitätskonzentration nach §155 der neuen StrlSchV anerkannt sind oder nachweislich die Anerkennung beantragt haben, Vorrang eingeräumt.

Vorgehen

Interessenten melden sich mit dem ausgefüllten Anmeldeformular per E-Mail an comparison-radon@bfs.de an. Nach der Teilnahmebestätigung senden die Teilnehmer die zu prüfenden Radonmessgeräte an das BfS. Die Messgeräte werden danach per Zufallsprinzip in mehrere Expositionsgruppen aufgeteilt und verschiedenen Radon-222-Aktivitätskonzentrationen von bis zu 10 Kilobecquerel pro Kubikmeter bei normalem Raumklima (Temperatur circa 20 bis 25 Grad Celsius, relative Luftfeuchtigkeit 30 bis 60 Prozent) ausgesetzt. Dabei werden Expositionen von bis zu 3.500 Kilobecquerel-Stunden pro Kubikmeter erreicht.

Eine weitere Gruppe wird für die Bestimmung der Transport- und Lagerungseffekte verwendet (Transitgruppe). Die Messgeräte werden nach Abschluss aller Expositionen zurückgesandt.

Auswertung

Die Teilnehmer werten die Messgeräte aus und teilen dem Bundesamt für Strahlenschutz die einzelnen Messergebnisse mit. Das BfS erstellt die Endauswertung nach Eingang der Ergebnisse. Hierbei werden die Messergebnisse der Teilnehmer den Referenzexpositionen gegenübergestellt.

Bei der anschließenden Eignungsprüfung wird die Abweichung der einzelnen Messwerte von den Werten der jeweiligen Referenzexposition bewertet.

Zum Abschluss erhalten die Teilnehmer

  • einen individuellen Bericht mit den Messergebnissen und den Referenzexpositionen,
  • entsprechend Antrag eine Bescheinigung mit der Bewertung der Eignung sowie
  • einen Gesamtbericht mit den anonymisierten Messergebnissen aller Teilnehmer, den detaillierten Expositionsbedingungen und statistischen Aussagen zur Eignung.

Das BfS ist verpflichtet, die im Zuge der Vergleichs- und Eignungsprüfungen erhaltenen oder ermittelten Daten vertraulich zu behandeln. Ergebnisse werden ausschließlich in anonymisierter Form an Dritte weitergegeben.

Einzusendende Messgeräte und Expositionsdaten

Anzahl der einzusendenden Messgeräte: Expositionsgruppen- und Messgeräteanzahl
Messgeräte mit ...Festkörper-
spurdetektor
Elektret
Anzahl der Expositionsgruppen43
Anzahl der einzusendenden Messgeräte je Teilnehmer und Gerätetyp3524
Expositionsdaten
Messgeräte mit Festkörperspurdetektor oder Elektret
Expositionsdauer7 bis 21 Tage
Radon-222-Aktivitätskonzentrationbis zu 10 Kilobecquerel pro Kubikmeter
Radon-222-Expositionbis zu 3.500 Kilobecquerel-Stunden pro Kubikmeter

Das Bundesamt für Strahlenschutz führt im 1. Quartal 2019 die nächste Vergleichsprüfung für Messgeräte mit Festkörperspurdetektoren (FKSD) in Diffusionskammern oder Elektretionisationskammern durch. Die Anmeldung muss bis 15. Januar 2019 erfolgt sein.

Stand: 21.11.2018

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