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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Vergleichsprüfungen für passive Radonmessgeräte

  • Das Bundesamt für Strahlenschutz führt seit 2003 regelmäßig Vergleichsprüfungen für Messgeräte mit Festkörperspurdetektoren (FKSD), Elektreten oder Aktivkohle durch.
  • An den Vergleichsprüfungen können Messstellen aus dem In- und Ausland teilnehmen.
  • Die nächste Vergleichsprüfung für Messgeräte mit Festkörperspurdetektoren (FKSD) in Diffusionskammern oder Elektretionisationskammern findet im 1. Quartal 2017 statt. Eine Anmeldung ist bis zum 16. Januar 2017 möglich.

Kontakt

Elisabeth Foerster
Bundesamt für Strahlenschutz
Fachgebiet SW 1.3
Köpenicker Allee 120-130
10318 Berlin
Deutschland
Tel.: +49 (0)3018 333 4221
Fax: +49 (0)3018 333 4215

cal-radon@bfs.de

Im Rahmen der Qualitätssicherung für passive Radonmessgeräte werden seit dem Jahr 2003 regelmäßig Vergleichsprüfungen für Messgeräte mit

  • Festkörperspurdetektoren (FKSD),
  • Elektreten oder
  • Aktivkohle

durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt. Die Expositionen werden im Kalibrierlaborator des BfS durchgeführt. Das Kalibrierlabor ist von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) für die Messgrößen Aktivitätskonzentration von Radon-222 in der Luft und für die potenzielle Alphaenergiekonzentration der kurzlebigen Radonzerfallsprodukte in Luft akkreditiert.

Vorgehen

Die zu prüfenden Radonmessgeräte werden an das BfS eingesendet und danach per Zufallsprinzip in mehrere Expositionsgruppen aufgeteilt. Die Expositionsgruppen werden verschiedenen Radon-222-Aktivitätskonzentrationen mit bis zu 10 Kilobecquerel pro Kubikmeter bei normalem Raumklima (Temperatur circa 20 bis 25 Grad Celsius, relative Luftfeuchtigkeit 30 bis 60 Prozent) ausgesetzt. Es werden Expositionen von bis zu 3.500 Kilobecquerel-Stunden pro Kubikmeter erreicht.

Eine weitere Gruppe wird für die Bestimmung der Transport- und Lagerungseffekte verwendet (Transitgruppe). Sie umfasst die Messgeräte, welche den gleichen Transport- und Lagerungsbedingungen ausgesetzt sind, jedoch nicht in den Referenzatmosphären exponiert werden. Aktivkohlemessgeräte werden sofort nach Beendigung der Exposition, alle anderen Messgeräte nach Abschluss aller Expositionen zurückgesandt.

Auswertung

Die Messstellen werten die Messgeräte aus und teilen dem Bundesamt für Strahlenschutz die einzelnen Messergebnisse mit. Nach Eingang der Ergebnisse erfolgt die Endauswertung durch das BfS. Hierbei werden die Messergebnisse den Referenzexpositionen gegenübergestellt.

Zum Abschluss erhalten die Messstellen

  • ein Teilnahmezertifikat mit ihren Messergebnissen und den Referenzexpositionen sowie
  • einen Gesamtbericht mit den anonymisierten Messergebnissen aller Teilnehmer und den detaillierten Expositionsbedingungen.

Das BfS ist verpflichtet, die im Zuge der Vergleichsprüfungen erhaltenen beziehungsweise ermittelten Daten vertraulich zu behandeln.

Ergebnisse werden ausschließlich in anonymisierter Form an Dritte weitergegeben.

Einzusendende Messgeräte und Expositionsdaten

Die Planung der Vergleichsprüfung ist auf die unterschiedlichen Detektorarten abgestimmt. Die Anzahl der einzusendenden Messgeräte sowie die Expositionsdaten entnehmen Sie bitte den folgenden Tabellen.

Anzahl der einzusendenden Messgeräte: Expositionsgruppen- und Messgeräteanzahl
Messgeräte mit Festkörper-
spurdetektor
Messgeräte mit ElektretMessgeräte mit Aktivkohle
Anzahl der Expositionsgruppen431
Anzahl der einzusendenden Messgeräte je Teilnehmer und Gerätetyp35248
Expositionsdaten
Messgeräte mit FestkörperspurdetektorMessgeräte mit ElektretMessgeräte mit Aktivkohle
Expositionsdauer7 bis 21 Tage2 oder 3 Tage
Radon-222-Aktivitäts-
konzentration
kleiner gleich 10 Kilobecquerel pro Kubikmeter
Radon-222-Expositionkleiner gleich 3.500 Kilobecquerel-Stunden pro Kubikmeterkleiner gleich 0,7 Kilobecquerel-Stunden pro Kubikmeter

Teilnehmer

An diesen Vergleichsprüfungen können Messstellen aus dem In- und Ausland teilnehmen:

  • Messstellen, die in der Bundesrepublik Deutschland Messgeräte zur Überwachung beruflicher Strahlenexpositionen durch Radon und Radonzerfallsprodukte ausgeben, sind entsprechend der Richtlinie für die Überwachung der Strahlenexposition bei Arbeiten nach Teil 3, Kapitel 2 der Strahlenschutzverordnung verpflichtet, an den Vergleichsprüfungen regelmäßig teilzunehmen.

  • Messstellen, die Messungen der Radon-Aktivitätskonzentration in Häusern, im Freien oder zu anderen Zwecken durchführen, die nicht im Zusammenhang mit der Überwachung beruflich strahlenexponierter Personen stehen, wird empfohlen, ebenfalls an den Vergleichsprüfungen teilzunehmen. Die Teilnahme soll das Vertrauen des Kunden in die durchgeführten Messungen und die Akzeptanz in die erhaltenen Ergebnisse erhöhen.

  • Messstellen, die eine Akkreditierung für die Bestimmung der Radon-222-Aktivitätskonzentration entsprechend DIN EN ISO/IEC 17025 besitzen beziehungsweise eine solche anstreben, erfüllen mit der Teilnahme an der Vergleichsprüfung die Forderung nach Validierung ihres Messverfahrens.

Das Bundesamt für Strahlenschutz führt im 1. Quartal 2017 die nächste Vergleichsprüfung für Messgeräte mit Festkörperspurdetektoren (FKSD) in Diffusionskammern oder Elektretionisationskammern durch.

Stand: 15.12.2016

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