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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Messmethoden

  • Für die Bewertung der Strahlenexposition durch Radon-222 in Wohnungen und in anderen Aufenthaltsbereichen wird im Allgemeinen der Jahresmittelwert der Radon-222-Aktivitätskonzentration bestimmt.
  • Bei den Messungen ist es wichtig, dass die Art und Weise der Nutzung des betreffenden Bereiches während des Messzeitraumes repräsentativ für seine Zweckbestimmung ist.
  • Wenn möglich sollten die Messungen über 1 Jahr durchgeführt werden. Alternativ sind Messungen über kürzere Zeiträume möglich, wenn daraus der Jahresmittelwert mit ausreichender Sicherheit abgeleitet werden kann.

Aufenthaltsbereich

Teil eines Bauwerks bestehend aus einem oder mehreren Aufenthaltsräumen, der kein technischer Raum und kein gemeinschaftlicher Verkehrsraum ist und einem gemeinsamen Verwendungszweck dient.
Aufenthaltsräume in Wohnungen: Wohnzimmer und Schlafzimmer, Wohndielen und Essdielen.
Andere Aufenthaltsräume: Büroräume, Geschäftsräume, Verkaufsräume und Werkstätten, Gaststätten, Versammlungsräume, Schulräume und Krankenräume, Turnhallen und Haftzellen etc.

Für die Messung von Strahlenexpositionen durch Radon-222 können unterschiedliche Messgerättypen verwendet werden:

  • elektronische Messgeräte (bei denen der momentane Messwert während der Messung angezeigt und/oder auf einem Datenträger gespeichert wird) oder
  • passive Messgeräte (bei denen der Messwert nach Beendigung der Messung mittels einer separaten Auswertung des Detektors durch eine Messstelle festgestellt wird)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt im Internet eine Liste von Messstellen in Deutschland, die passive Messgeräte qualitätsgesichert auswerten, bereit.

Messprinzip

Das Messprinzip ist für alle Gerätetypen identisch: In der Regel gelangt Radon aufgrund von Diffusionsprozessen in das empfindliche Messvolumen der Geräte. Dort zerfallen das Radon und seine kurzlebigen Zerfallsprodukte unter Emission von Alphastrahlung. Diese wird mittels geeigneter Detektoren registriert. Bei elektronischen Messgeräten kann Radon auch infolge Durchspülung unter Verwendung einer Pumpe in das Messvolumen gelangen.

Ein typisches passives Messgerät besteht aus einer Diffusionskammer, in die Radon über die Kammerwände oder ein Filter eindringen kann. Die Diffusionskammer wird am Messort aufgestellt und am Ende der Messung zu einer geeigneten Auswertestelle gesendet.

Bauformen

Difussionskammer DiffusionskammerBeispiel eines passiven Radonmessgerätes (Diffusionskammer)

Für die Diffusionskammern existieren unterschiedliche Bauformen (siehe Abbildung rechts), in denen verschiedene Detektormaterialien verwendet werden. Im Allgemeinen handelt es sich bei den Detektoren um kleine Kunststoffplättchen unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung und Empfindlichkeit gegenüber der Alphastrahlung des Radons und seiner Zerfallsprodukte.

In diesen Kunststoffplättchen erzeugen die Alphateilchen Materialdefekte, die durch chemisch-physikalische Methoden als Teilchenspuren sichtbar werden und anschließend ausgezählt werden können. Daraus kann unter Berücksichtigung der Messzeit die mittlere Radon-222-Aktivitätskonzentration bestimmt werden.


Stand: 24.01.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz