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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

Die Leitstelle Inkorporationsüberwachung des BfS ist auch im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Sie initiiert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, entwickelt Analyse-, Mess- und Berechnungsverfahren weiter und optimiert Überwachungskonzepte. In den vergangenen Jahren wurden u. a. Forschungsvorhaben durchgeführt zur Verbesserung des Notfallschutzes, zu Inkorporationsmess- und Analyseverfahren sowie zu Biokinetik und interner Dosimetrie.

Abschlussberichte der Forschungsvorhaben

Im Digitalen Online Repositorium und Informations-System (DORIS) des Bundesamtes für Strahlenschutz sind einige Abschlussberichte von Forschungsvorhaben zu finden, die von der Leitstelle fachlich betreut wurden:

Biokinetik und Dosimetrie radioaktiv markierter organischer Verbindungen

Beschäftigte, die in Medizin, Forschung und Industrie mit radioaktiv markierten organischen Verbindungen umgehen, müssen unter Umständen auf Inkorporationen radioaktiver Stoffe überwacht werden. In dieser Studie wurden bei diesen Personengruppen entsprechende biokinetische Daten erhoben und daraus die Ausscheidungsfunktionen sowie die zugehörigen Dosiskoeffizienten für die Bestimmung der Körperdosis ermittelt.

Ermittlung der Zufuhr von natürlichen Radionukliden der Uranzerfallsreihe (230Th, 226Ra, 210Pb, 210Po) bei Personen aus der Bevölkerung, in belasteten Gebieten und Wohnungen und an NORM-Arbeitsplätzen durch Ausscheidungsanalyse - Abschlussbericht 2005 zum Forschungsvorhaben St.Sch.-Nr.4280

In der Strahlenschutzverordnung von 2001 wurde erstmals auch der Schutz des Menschen durch natürliche Radionuklide berücksichtigt. Zur Bestimmung der Belastung durch natürliche Radionuklide wurden Ausscheidungsproben von Personen der Bevölkerung aus Regionen mit erhöhter natürlicher Strahlenbelastung und von Personen, die im Zuge ihrer Arbeit einer erhöhten Belastung durch natürliche Radionuklide ausgesetzt sind, gesammelt und gemessen.

Schutz des Ungeborenen bei beruflicher Strahlenexposition der Mutter

Bei schwangeren Frauen, welche bei ihrer Arbeit Strahlung ausgesetzt werden, muss auch der Schutz des Ungeborenen gewährleistet sein. Das Ziel dieses Vorhabens war die Feststellung der Anzahl der betroffenen schwangeren Arbeitnehmerinnen und der Art der Arbeitsplätze, bei denen spezielle Schutzmaßnahmen einzuleiten sind.

Hochexponierte Kinder im Belarus

Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl wurden weite Gebiete in Weißrussland kontaminiert. Der Verzehr lokaler Nahrungsmittel führte zu einer inneren Strahlenbelastung der Bevölkerung durch Cäsium-134 und Cäsium-137. Im Rahmen des Vorhabens wurden Ganzkörpermessungen zur Bestimmung der Körperdosis an Kindern aus kontaminierten Gebieten durchgeführt.

Nutzung von Geräten in nuklearmedizinischen Einrichtungen bei radiologischen Notfallsituationen mit hohen bis sehr hohen Körperaktivitäten im Rahmen des REMPAN-Netzwerkes - Vorhaben 3609S60012

Die in der Inkorporationsüberwachung üblichen Messeinrichtungen sind für kleine bis mittlere Aktivitäten ausgelegt. Um in radiologischen Notfallsituationen kurzfristig Personen auch auf hohe Körperaktivitäten untersuchen zu können, wurde die Eignung von in der Nuklearmedizin standardmäßig verwendeten Messgeräten, wie z.B. Gamma-Kameras, geprüft.

Untersuchung der Eignung von In-situ-Gammaspektrometern für den Nachweis von inkorporierten gammastrahlenden Radionukliden in nuklearen Notfallsituationen (2014)

In einigen nuklearen Notfallsituationen müssen unter Umständen bei einer größeren Anzahl von Personen in kurzer Zeit und vor Ort in den Körper aufgenommene radioaktive Stoffe bestimmt werden. Im Rahmen des Vorhabens wurden einige tragbare Strahlungsmessgeräte auf ihre Eignung untersucht und Kalibrierfunktionen aufgenommen. Der Bericht ist auf Anfrage bei der Leitstelle Inkorporationsüberwachung unter der E-Mail-Adresse LS-inko@bfs.de erhältlich.

Stand: 31.03.2017

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