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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Nuklearer Notfallschutz

Kommt es in einer kerntechnischen Anlage in Deutschland oder dem unmittelbar benachbarten Ausland zu einem Unfall, wird zum Schutz der Bevölkerung der radiologische Notfallschutz aktiviert.

Handmessgerät zur Messung der Ortsdosisleistung vor dem Reaktor von Tschernobyl. Das Display zeigt einen Wert von 3,04 Mikrosievert pro Stunde.

Was ist ein Notfall?

Werden radioaktive Stoffe in stark erhöhtem Maße freigesetzt, spricht man von einem radiologischen Notfall, der Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt haben kann. Radiologische Notfälle können beispielsweise durch Versagen technischer Komponenten, durch menschliche Fehler oder auch durch Naturkatastrophen ausgelöst werden. Die bekanntesten nuklearen Unfälle mit massiven Freisetzungen radioaktiver Stoffe in die Umwelt ereigneten sich 1986 in Tschernobyl in der Ukraine und 2011 in Fukushima in Japan.

Aufgaben von Bund, Ländern und Betreibern

Für die Sicherheit von Kernkraftwerken sind deren Betreiber verantwortlich. Kommt es zu einem Unfall, arbeiten in Deutschland – wie bei allen denkbaren radiologischen Notfällen – Bundesbehörden und Länder eng zusammen, um gemeinsam mit den Betreibern die Bevölkerung bestmöglich vor radiologischen Folgen zu schützen.

Mit einer Hand getragene Sonde für mobile Messungen

Üben für den Ernstfall

Kommt es in einer kerntechnischen Anlage in Deutschland oder dem unmittelbar benachbarten Ausland zu einem Unfall, wird zum Schutz der Bevölkerung der radiologische Notfallschutz aktiviert. Um in einem Notfall die geeigneten Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, muss die Kontamination (Verunreinigung) der Umwelt rasch und zuverlässig prognostiziert, gemessen und die daraus resultierende Strahlenbelastung für die Menschen vor Ort festgestellt werden. Damit diese Abläufe funktionieren, üben Mitarbeiter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) den Ernstfall.

Screenshot aus dem Experteninterview

Videos: Nukleare Unfälle und ihre Folgen

Anlässlich der Jahrestage der Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima im Frühjahr 2016 sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BfS zu ihren Aufgaben interviewt worden. Sie berichten über ihre Arbeit und zeigen, welche Lehren in Deutschland aus den katastrophalen Unfällen für den nuklearen Notfallschutz gezogen worden sind.

Was versteht man unter nuklearem Notfallschutz?

Kommt es in einer kerntechnischen Anlage in Deutschland oder dem unmittelbar benachbarten Ausland zu einem Unfall, werden Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt ergriffen.

Kontaminationsmesssonde

Im Notfall

Um in einem Notfall die geeigneten Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, muss die Kontamination (Verunreinigung) der Umwelt rasch und zuverlässig vorhergesagt, gemessen und die daraus resultierende Strahlenbelastung des Menschen festgestellt werden.

NGA Übung RASPAD

Nuklearspezifische Gefahrenabwehr

Für die Gefahrenabwehr sind in der Bundesrepublik Deutschland die Bundesländer zuständig. Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt Fachkompetenz im Strahlenschutz unter anderem auch Behörden der Gefahrenabwehr (Polizei, Landes-Umweltbehörden) und des Katastrophenschutzes (Feuerwehr, Rettungsdienste, Notfallmedizin) im Rahmen der Amtshilfe zur Verfügung. Die Nuklearspezifische Gefahrenabwehr (NGA) hilft bei der Bewältigung von Situationen, in denen radioaktive Stoffe unbefugt gehandelt oder missbräuchlich verwendet wurden.

© Bundesamt für Strahlenschutz