Navigation und Service

Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Im Notfall

Die Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima haben deutlich gemacht, dass schwere nukleare Unfälle möglich sind. Da nicht auszuschließen ist, dass sich solche Ereignisse wiederholen können, ist ein System zur Notfallvorsorge zum Schutz der Bevölkerung erforderlich. Um in einem Notfall die geeigneten Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, muss die Kontamination (Verunreinigung) der Umwelt rasch und zuverlässig vorhergesagt, gemessen und die daraus resultierende Strahlenbelastung des Menschen festgestellt werden.

Zwei beschützende Hände

Schutz der Bevölkerung vor Radioaktivität bei einem nuklearen Unfall

Bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk sollen Schutzmaßnahmen die Strahlenbelastung (Dosis) der Bevölkerung so weit begrenzen, dass allenfalls ein geringes zusätzliches Krebsrisiko entsteht. Damit die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden der Bundesländer entscheiden können, welche Maßnahmen dafür am geeignetsten sind, benötigen sie schnell zuverlässige Informationen: Mit welcher Belastung der Bevölkerung ist zu rechnen? Welche Belastung ist schon entstanden?

Zwei in verschiedene Richtungen blickende Köpfe

Bewältigung psychosozialer Probleme bei einer Reaktorkatastrophe

Bei Naturkatastrophen, wie zum Beispiel schweren Erdbeben oder Überschwemmungen, ist die betroffene Bevölkerung einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt. Dies gilt auch für katastrophale nukleare Unfälle, wie in Tschernobyl oder Fukushima. Notfallmaßnahmen wie Evakuierung, Umsiedlung oder Dekontaminationsmaßnahmen sind gravierende Eingriffe in das Leben der Betroffenen, die deren körperliches, seelisches und soziales Wohlergehen erheblich beeinträchtigen.

Skizze eines Kernkraftwerks

Anlagenexterne Notfallmaßnahmen

Sollten sich trotz aller sicherheitstechnischer Vorkehrungen Unfälle ereignen, können radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen. Übersteigt deren Aktivität vorgeschriebene Dosiswerte für den Menschen, so genannte Eingreifrichtwerte, müssen Maßnahmen für den Schutz der Bevölkerung angeordnet werden.

Menschen

Wie wird die Strahlenbelastung der Bevölkerung nach einem nuklearen Unfall festgestellt?

Bei einem nuklearen Unfall richten die Bundesländer nach dem Durchzug einer radioaktiven Wolke in den betroffenen Gebieten Notfallstationen ein. Dort können sich Menschen, die sich in dem Gebiet der Wolke aufgehalten haben, registrieren und beraten lassen.

Deutschlandkarte mit Ausbreitung radioaktiver Wolke

Messstrategien im Notfall

Um die radiologische Lage festzustellen, werden in einem Notfall umgehend flächendeckende Messungen durchgeführt. Während des Durchzugs einer radioaktiven Wolke messen die automatischen Messnetze des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Nach Durchzug der Wolken werden die Kontamination des Bodens in Karten dargestellt und die Vermarktungsfähigkeit von Lebensmitteln geprüft.

RODOS Grafik: Maßnahmen Aufenthalt in Gebäuden und Evakuierung

Entscheidungshilfen - Ermittlung und Darstellung radiologischer Konsequenzen

Das RODOS-Modell ("Realtime Online Decision Support System") berechnet in einem radiologischen Notfall die zukünftige Umweltkontamination und die zu erwartenden Dosen der betroffenen Menschen. Das Entscheidungshilfemodell RODOS ist Teil des zum Integrierten Mess- und Informationssystem (IMIS) des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).

© Bundesamt für Strahlenschutz