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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Messnetze

Die Errichtung eines flächendeckenden Messsystems zur Ermittlung der Radioaktivität in der Umwelt wurde in Deutschland als Konsequenz aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl veranlasst. Beim Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 zeigte sich, dass die Vorbereitungen auf eine großräumige Kontamination der Umwelt mangelhaft waren. Radioaktivitätsmessungen in der Umwelt wurden nicht systematisch durchgeführt und waren nicht aufeinander abgestimmt. Die Dosisabschätzungen sowie der Datenaustausch zwischen den Institutionen waren vorab nicht geplant und entsprechend zeitaufwändig. Eine umfassende Darstellung der Ergebnisse fand nur unsystematisch statt. Dies hat dazu beigetragen, dass Politiker die Situation unterschiedlich bewerteten und es zu erheblichen Verunsicherungen in der Bevölkerung kam.

Das Strahlenschutzvorsorgegesetz wurde geschaffen und sieht seither die kontinuierliche Überwachung der radioaktiven Stoffe in der Umwelt auf der Basis verbindlicher Messprogramme vor.

Das Integrierte Mess- und Informationssystem IMIS

Aufgabe von IMIS ist es, die Umwelt kontinuierlich zu überwachen, um bereits geringfügige Änderungen der Umweltradioaktivität flächendeckend schnell und zuverlässig erkennen sowie langfristige Trends erfassen zu können. Alle Ergebnisse werden zusammengeführt, geprüft, aufbereitet und in übersichtlichen Dokumenten dargestellt.

auf der Weltkarte sind alle Radioaktivitätsmessstationen der CTBTO eingetragenQuelle: CTBTO

Spurenanalyse weltweit

Die Internationale Organisation zur Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization, CTBTO) verfügt über ein weltweites Netzwerk, das bei vollem Ausbau u.a. aus 80 Radionuklidmessstationen zum Nachweis von an Luftstaub gebundenen Radionukliden besteht. 40 dieser Stationen sind zusätzlich mit Systemen zur Messung radioaktiven Xenons (Xenon-133) ausgestattet.

Eine dieser Radionuklidmessstationen wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf dem Schauinsland bei Freiburg im Breisgau betrieben.

Internationale Messnetze

Innerhalb der Europäischen Union haben sich die Mitgliedstaaten zur kontinuierlichen Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt verpflichtet. Auch das CTBT-Messnetz zur Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens liefert weltweit Daten zur Radioaktivität in der Umwelt.

Blick auf die Messstation Schauinsland des BfS

Station Schauinsland: Geschichte und Aufgaben

Kurz nach dem 2. Weltkrieg (1946) begann eine Arbeitsgruppe des Physikalischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg unter Leitung von Prof. Wolfgang Gentner und Dr. Albert Sittkus damit, im Schwarzwald auf dem Schauinsland Experimente zur Charakterisierung der kosmischen Höhenstrahlung durchzuführen. Im Frühjahr 1953 gelang den Forschern zum ersten Mal der Nachweis von Fallout eines Kernwaffentests in Niederschlagsproben. Als Folge wurde für die lückenlose langfristige Überwachung der Atmosphäre auf künstliche und natürliche Radioaktivität auf dem Schauinsland (1200 Meter über dem Meeresspiegel) eine feste Messstation gebaut. 1957 nahm die Station ihren Betrieb auf.

Heute ist die Station auch Teil des weltweiten Messnetzes zur Überprüfung des UN-Abkommens zum Atomwaffen-Teststopp.

© Bundesamt für Strahlenschutz