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Ionisierende Strahlung

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Ionisierende Strahlung

Der Kernwaffenteststopp-Vertrag (CTBT)

Der umfassende Kernwaffenteststopp-Vertrag (engl. Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) ist eines der zentralen internationalen Abkommen zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Kernwaffen. Obwohl er noch nicht in Kraft getreten ist, wird bereits heute ein weltweites Messnetz zu Überwachung des Teststopps aufgebaut und erfolgreich betrieben.

nukleare Wolke direkt nach Zündung einer Atombombe

Der Kernwaffenteststopp-Vertrag (CTBT) und seine Umsetzung

Mit dem sog. "Trinity"-Test am 16. Juli 1945 in den USA wurde zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte eine Nuklearwaffe gezündet. Einen Monat später erfolgte der erste militärische Einsatz durch die Abwürfe von der Nuklearwaffen über Hiroshima und Nagasaki am Ende des zweiten Weltkrieges. Trotz früher Überlegungen zu einer internationalen Kontrolle von spaltbarem Material für den Bau von Kernwaffen erlangten weitere Nationen die Fähigkeit zur Herstellung dieser Waffen (Sowjetunion: 1949, Vereinigtes Königreich: 1952).

Blick auf die Messstation Schauinsland des BfS

Station Schauinsland: Geschichte und Aufgaben

Kurz nach dem 2. Weltkrieg (1946) begann eine Arbeitsgruppe des Physikalischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg unter Leitung von Prof. Wolfgang Gentner und Dr. Albert Sittkus damit, im Schwarzwald auf dem Schauinsland Experimente zur Charakterisierung der kosmischen Höhenstrahlung durchzuführen. Im Frühjahr 1953 gelang den Forschern zum ersten Mal der Nachweis von Fallout eines Kernwaffentests in Niederschlagsproben. Als Folge wurde für die lückenlose langfristige Überwachung der Atmosphäre auf künstliche und natürliche Radioaktivität auf dem Schauinsland (1200 Meter über dem Meeresspiegel) eine feste Messstation gebaut. 1957 nahm die Station ihren Betrieb auf.

Heute ist die Station auch Teil des weltweiten Messnetzes zur Überprüfung des UN-Abkommens zum Atomwaffen-Teststopp.

Weltkarte mit MessstationenQuelle: CTBTO

Überwachung des Kernwaffenteststopp-Abkommens

Die Organisation zur Überwachung des Internationalen Kernwaffenteststoppabkommens (CTBTO) überwacht die Einhaltung des Abkommens mit seismischen Messungen, Radioaktivitätsmessungen und Spezialmikrophonen in den Ozeanen und der Atmosphäre. Das Bundesamt für Strahlenschutz beteiligt sich mit Radioaktivitätsüberwachungen an der Kontrolle und unterstützt das Auswärtige Amt bei der fachlichen Auswertung der Daten.

auf der Weltkarte sind alle Radioaktivitätsmessstationen der CTBTO eingetragenQuelle: CTBTO

Spurenanalyse weltweit

Die Internationale Organisation zur Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization, CTBTO) verfügt über ein weltweites Netzwerk von über 60 in Betrieb befindlichen Radionuklidmessstationen, welches an Luftstaub gebundene Radionuklide nachweisen kann. Darüber hinaus sind 31 dieser Stationen mit Systemen zur Messung radioaktiven Xenons (Xenon-133) ausgestattet. Bei vollem Ausbau soll das Netzwerk 80 Radionuklidmessstationen weltweit betreiben, von denen 40 mit Edelgasmesstechnik ausgestattet sind.

Eine dieser Radionuklidmessstationen wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf dem Berg Schauinsland bei Freiburg im Breisgau betrieben.

© Bundesamt für Strahlenschutz