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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Entscheidungshilfesysteme

Im Notfall ist es wichtig, schnell und nachvollziehbar Prognosen zur radiologischen Lage zu erstellen. Für diese Prognosen stehen im Integrierten Mess- und Informationssystem (IMIS) die beiden Entscheidungshilfemodelle PARK ("Programm für die Abschätzung Radiologischer Konsequenzen") und RODOS ("Realtime Online Decision Support System") zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Modelle können die zukünftige Umweltkontamination und die zu erwartenden Dosen abgeschätzt werden.

Was zeigen die Modelle?

PARK und RODOS bilden das Verhalten radioaktiver Stoffe in der Umwelt und die Expositionspfade des Menschen ab: die äußere Belastung des Menschen durch Strahlung aus der radioaktiven Wolke und von der am Boden abgelagerten Aktivität sowie die interne Strahlenbelastung, die aus der Aufnahme von Radionukliden durch Einatmen und mit der Nahrung resultiert. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird bei diesen Berechnungen vom Deutschen Wetterdienst mit Ausbreitungsprognosen unterstützt.

Die Ergebnisse werden in Karten dargestellt, aus denen die Notwendigkeit von Maßnahmen ersichtlich ist. Hierbei wird die zu erwartende Strahlenbelastung mit den Dosisgrenzwerten beziehungsweise Eingreifrichtwerten der jeweiligen Maßnahmen verglichen.

Maßnahme Gebäudeaufenthalt IMIS. Maßnahme Gebäudeaufenthalt

Zur Erläuterung zeigt die Abbildung links eine Karte zur Kontamination von Blattgemüse mit Jod-131. Der Grenzwert der Europäischen Union (EU) beträgt 2.000 Becquerel pro Kilogramm. Die Farben dunkelgrün bis gelb bedeuten, dass diese Werte unterhalb des Eingreifrichtwertes der EU liegen. In den orangefarbenen bis violetten Gebieten liegen die Kontaminationen oberhalb des Grenzwertes. Je intensiver die Farben sind (dunkelgrün und dunkelviolett), um so weiter ist die Kontamination nach unten beziehungsweise nach oben vom Grenzwert entfernt.

Eine grüne Karte signalisiert zum Beispiel, dass keine Maßnahmen zu ergreifen sind (siehe Abbildung rechts), eine rotgefärbte Karte, dass Maßnahmen notwendig sind. Entsprechend vorbereitete Karten gibt es nicht nur für landwirtschaftliche Produkte, sondern auch für andere Maßnahmen wie Evakuierung, Verweilen im Haus, Einnahme von Jodtabletten.

Stand: 01.12.2015

© Bundesamt für Strahlenschutz