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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Aufgaben von Bund, Ländern und Betreibern

Aufgrund der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland kooperieren bei einem Notfall Behörden und Organisationen der verschiedenen staatlichen Ebenen, um bei einem Notfall den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.

Aufgabe Anlageninterne Notfallplanung: Anlagenbetreiber

Die anlageninterne Notfallplanung ist Aufgabe des Betreibers einer kerntechnischen Anlage. Der Betreiber benachrichtigt beim Eintritt eines Notfalls unverzüglich die zuständigen Behörden, sobald die festgelegten Voraussetzungen für einen Alarm erfüllt sind. Dazu sind detaillierte Alarmierungskriterien festgelegt

Aufgabe Gefahrenabwehr: Länder und Kommunen

Die Gefahrenabwehr durch den Katastrophenschutz ist Aufgabe der Länder. Die Zuständigkeit für die Umsetzung liegt bei den Innenbehörden und wird dabei landesabhängig auf regionale oder auch auf kommunale Ebene delegiert. Die atomrechtlichen Aufsichtsbehörden und die Strahlenschutzbehörden der Länder werden unterstützend tätig.

Nach Durchzug radioaktive Stoffe transportierender Luftmassen (sogenannte radioaktive Wolke) ist es Aufgabe der Länder, die Kontamination von Nahrungs- und Futtermitteln durch Probenahme und Messungen zu ermitteln. Sämtliche Ergebnisse werden an das Integrierte Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS) übertragen.

In IMIS werden die eingespeisten Daten dokumentiert und weiter verarbeitet. Auf der Basis der Messungen werden zum Beispiel Prognosen von zukünftig zu erwartenden Umweltkontaminationen berechnet und die Strahlenbelastung der Bevölkerung abgeschätzt. Das BfS stellt den Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit die aufbereiteten Daten in Form von Karten und Tabellen zur Verfügung. Der Vergleich von prognostizierten und gemessenen Werten ermöglicht es, die Ergebnisse des Entscheidungshilfemodell RODOS zu verbessern.

Aufgaben der Behörden des Bundes

Im Falle eines kerntechnischen Unfalls können auch außerhalb des Gebietes, in dem Katastrophenschutzmaßnahmen notwendig sind, weite Gebiete unterhalb der Gefahrenschwelle radiologisch betroffen sein. Daher sind immer auch Strahlenschutzvorsorgemaßnahmen für diese Regionen erforderlich. In solchen Fällen bedarf es der engen Abstimmung zwischen den für den Katastrophenschutz zuständigen Landesbehörden und den für die Strahlenschutzvorsorge zuständigen Bundesbehörden.

Zu den Aufgaben des Bundes gehören:

  • Unterstützung und Beratung der Länder: Bei Bedarf stellt das BMUB die ihm verfügbaren Ressourcen zur Unterstützung und Beratung der Länder zur Verfügung. Zu diesen Ressourcen gehören sowohl das BfS und die GRS als auch die BMUB-Beratungsgremien RSK und SSK.
  • Festlegung von Grenzwerten und Maßnahmen: Im Rahmen der Strahlenschutzvorsorge kann der Bund Grenzwerte und Maßnahmen festlegen, z.B. Vermarktungsverbote von Nahrungsmitteln, Maßnahmen im landwirtschaftlichen Bereich und Dekontamination von Gütern.
  • Überwachung der radiologischen Lage: Das BfS – mit Unterstützung durch andere Bundes- und Länderbehörden - überwacht und bewertet mit Hilfe von IMIS (Integrierte Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität) die radiologische Lage in Deutschland sowohl im Routinebetrieb als auch bei Störfällen oder Unfällen mit dann wesentlich höherer Mess- und Probenahmefrequenz.
  • Internationale Informations- und Meldepflichten: Das BMUB ist zuständig für die Wahrnehmung der internationalen Informations- und Meldeverpflichtungen, die in Verträgen festgelegt sind. Daraus leitet zum Beispiel die IAEA ihre Einstufung nach der Schwere des Unfalls ab, die Einstufung in die sogenannte INES-Skala (International Nuclear Event Scale).
Stand: 08.07.2016

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© Bundesamt für Strahlenschutz