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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Bestrahlungstechnik

Durch Blendensysteme am drehbaren Beschleunigerarm (Gantry) kann die Form der Bestrahlungsfelder an das Zielvolumen angepasst werden. Im einfachsten Fall kommen rechteckige Felder zum Einsatz. Bei der Bestrahlung von Knochenmetastasen der Wirbelsäule beispielsweise wird häufig nur ein einziges Feld verwendet, die Bestrahlung des Patienten erfolgt von hinten (dorsales Stehfeld).

Werden zwei Bestrahlungsfelder benutzt, die aus einander gegenüberliegenden Richtungen bestrahlt werden, spricht man von Gegenfeldern. Ein typisches Beispiel ist die Bestrahlung des Hirnschädels mit lateralen (seitlichen) Gegenfeldern bei Hirnmetastasen, bei der ein Feld von links, das andere von rechts bestrahlt wird.

Mehrfeldertechnik

Häufig kommen Mehrfeldertechniken mit drei und mehr Feldern zum Einsatz. Der bewegliche Beschleunigerarm wird dazu nach jedem Feld in eine neue Position gebracht. Dadurch lässt sich die Strahlenbelastung im Eintrittsbereich verringern, während die Dosis im Zielvolumen durch Überlagerung der Dosisbeiträge aller Felder steigt.

Intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT)

Die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (intensity modulated radiotherapy = IMRT) ist ein sogenanntes hochkonformales Bestrahlungsverfahren. Das bedeutet, dass durch diese moderne Technik ein hohes Maß an Übereinstimmung zwischen dem Zielvolumen und der tatsächlichen Dosisverteilung im bestrahlten Gebiet erreicht wird.

Diese Technik arbeitet mit speziellen Blendensystemen, die aus beweglichen Lamellen bestehen (Multileaf-Kollimatoren). Anders als bei der klassischen Technik wird das Bestrahlungsfeld hierbei nicht mit einer gleichmäßigen Dosis bestrahlt. Die Einzellamellen ändern im Verlauf der Bestrahlung ihre Position, so dass die Form des übergeordneten Bestrahlungsfeldes ständig modifiziert werden kann.

Auf diese Weise kann eine Vielzahl von untergeordneten "Subfeldern" in sehr kurzer Zeit (zum Teil nur mit einer geringen Dosis) bestrahlt werden. Die Dosisverteilung kann so sehr genau an das zu behandelnde Gebiet angepasst werden. Diese aufwändige Technik kommt insbesondere bei komplex geformten Zielvolumina in Nachbarschaft von sensiblen Risikoorganen zum Einsatz.

Lagerungshilfen

In der modernen Strahlentherapie werden eine Vielzahl von Lagerungshilfen verwendet. Bei Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich kommen zum Beispiel starre Masken zum Einsatz, mit denen der Kopf des Patienten für die Dauer der Bestrahlungssitzung am Bestrahlungstisch fixiert wird. Dadurch wird gewährleistet, dass der Patient in stets gleicher Position behandelt wird und das Zielvolumen auch tatsächlich im Bestrahlungsfeld liegt.

Lagekontrollen

Zur Sicherstellung einer korrekten Bestrahlung wird in regelmäßigen Abständen die Lage des Patienten kontrolliert. Dabei wird ausgenutzt, dass die im Linearbeschleuniger erzeugten Photonen auch zur Belichtung eines Röntgenschirmes benutzt werden können. Mithilfe der Röntgenaufnahmen der Bestrahlungsfelder (sogenannte Feldkontrollen) kann die Lage des Patienten überprüft und bei Bedarf korrigiert werden.

Stand: 23.08.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz