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Ionisierende Strahlung

Umweltradioaktivität - Medizin - Beruflicher Strahlenschutz - Nuklear-spezifische Gefahrenabwehr

Ionisierende Strahlung

Brachytherapie

Bei der Brachytherapie (griechisch brachys – kurz, nah) wird die Strahlenquelle in unmittelbarer Nähe oder direkt innerhalb des zu bestrahlenden Gebietes platziert. Durch die Brachytherapie ist daher – im Unterschied zur Teletherapie – eine Bestrahlung "von innen" möglich.

Kontakttherapie

Bei der klassischen Kontakttherapie von Hauttumoren wird die Strahlenquelle unmittelbar auf den Tumor aufgelegt. Wird die Strahlenquelle in eine Körperhöhle eingeführt, so spricht man von einer intrakavitären oder intraluminalen Brachytherapie (etwa bei Tumoren von Gebärmutterhals oder Speiseröhre).

Interstitielle Brachytherapie

Im Unterschied zur Kontakttherapie handelt es sich bei der interstitiellen (interstitiell – dazwischen liegend) Brachytherapie um ein invasives, das heißt gewebsverletzendes Verfahren. Der Strahler wird dabei direkt in den Tumor eingebracht. Dazu wird das kranke Gewebe mit Nadeln gespickt, die für die Dauer der Therapie im Körper bleiben.

Eine weitere Methode ist die dauerhafte Implantation von kleinen Metallstäbchen (Seeds), die in ihrem Innern einen radioaktiven Strahler (meist Iod-125) enthalten. Die Seeds werden direkt in den Tumor implantiert und geben über einen längeren Zeitraum kontinuierlich Strahlung geringer Reichweite ab.

Im Regelfall verbleiben die Seeds dauerhaft im Körper des Patienten und müssen nicht wieder entfernt werden. Diese Form der Brachytherapie wird zum Beispiel bei Prostatakarzinomen und einigen Hirntumoren angewendet.

Nachladeverfahren (Afterloading)

Da beim direkten Umgang mit den radioaktiven Quellen eine hohe Strahlenbelastung des medizinischen Personals resultieren würde, wird die Brachytherapie heute überwiegend im sogenannten Nachladeverfahren (Afterloading) durchgeführt. Dabei werden zunächst Schläuche oder Hohlnadeln als spätere Träger für die Quelle in das zu behandelnde Gebiet eingeführt.

Die radioaktive Quelle befindet sich im Afterloading-Gerät. Sie wird ferngesteuert über Schlauchverbindungen in das Bestrahlungsgebiet gefahren, sobald das Personal den Bestrahlungsraum verlassen hat.

Das Afterloadingverfahren wird sowohl für Kontakttherapien als auch für interstitielle Brachytherapien eingesetzt.

In der klinischen Routine wird zum Afterloading meist Iridium-192 als radioaktive Quelle verwendet. Da die Aktivität mit der Zeit abnimmt, muss die Quelle in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden.

Stand: 23.08.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz