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Ionisierende Strahlung

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Ionisierende Strahlung

Röntgendiagnostik: Häufigkeit und Strahlenexposition

Jede Röntgenuntersuchung ist mit einem gewissen – wenn auch geringen – Strahlenrisiko verbunden. Daher wird regelmäßig abgeschätzt, wie viele Untersuchungen durchgeführt werden und wie hoch die daraus resultierende Strahlenexposition für die deutsche Bevölkerung ist. Die Erhebung, Auswertung und Bewertung der Daten erfolgen jährlich.

Wie wird die Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen abgeschätzt?

Ärztliche Leistungen werden über spezielle Gebührenziffern abgerechnet, die die ärztlichen Maßnahmen und damit auch die hier interessierenden radiologischen Maßnahmen beschreiben. Da ca. 98 % der deutschen Bevölkerung gesetzlich oder privat krankenversichert sind, kann die Häufigkeit röntgendiagnostischer Untersuchungen gut mithilfe dieser Gebührenziffern abgeschätzt werden. Diese werden dem BfS für den ambulanten Bereich regelmäßig von der kassenärztlichen beziehungsweise kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung sowie dem Verband der privaten Krankenversicherung zur Verfügung gestellt. Für den stationären Bereich stehen dem BfS ab dem Jahr 2007 zu zahlreichen Röntgenuntersuchungen verlässliche Daten des Statistischen Bundesamtes zur Verfügung. Darüber hinaus gehen hier die Ergebnisse eines Ressortforschungsvorhabens ein.

Wie wird die Strahlenexposition durch Röntgendiagnostik abgeschätzt?

Für die Abschätzung der kollektiven effektiven Dosis (Kollektivdosis) werden für die verschiedenen Untersuchungsarten jeweils die Produkte von Untersuchungshäufigkeit und einem repräsentativen Schätzwert für die mittlere effektive Dosis dieser Untersuchungsart ermittelt und über alle Untersuchungsarten aufsummiert. Mithilfe jährlicher Bevölkerungszahlen wird die mittlere effektive Dosis pro Einwohner und Jahr berechnet.

Ergebnisse der aktuellen Auswertung

Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen, CT und MRT Häufigkeit Röntgenuntersuchungen, CT und MRTHäufigkeit von Röntgenuntersuchungen und CT-/MRT-Untersuchungen in Deutschland

Häufigkeit

Für das Jahr 2014 wurde für Deutschland eine Gesamtzahl von etwa 140 Millionen Röntgenanwendungen abgeschätzt (ohne zahnmedizinischen Bereich etwa 83 Mio.). Die Häufigkeit von Röntgenuntersuchungen in Deutschland lag zwischen 2007 und 2014 nahezu konstant bei 1,7 pro Einwohner und Jahr (siehe 1. Abbildung).

Zahnmedizinische Röntgenuntersuchungen

Die Häufigkeit zahnmedizinischer Röntgenuntersuchungen (Zähne und Kiefer) erhöhte sich im Zeitraum 2007 bis 2014 von etwa 0,6 auf 0,7 Untersuchungen pro Einwohner (siehe 1. Abbildung). Damit nehmen zahnmedizinische Röntgenuntersuchungen im Jahr 2014 ca. 40 % aller Röntgenuntersuchungen ein.

Sonstige konventionelle Röntgenaufnahmen

Tortendiagramme zeigen die Häufigkeit der Untersuchungsarten und den Anteil an der kollektiven effektiven Dosis Prozentualer Anteil UntersuchungsartenProzentualer Anteil der verschiedenen Untersuchungsarten an der Gesamthäufigkeit (links) und an der kollektiven effektiven Dosis (rechts) für das Jahr 2014

Neben den zahnmedizinischen Untersuchungen entfiel der größte Teil aller Röntgenuntersuchungen auf das Skelett (das heißt Schädel, Schultergürtel, Wirbelsäule, Beckengürtel, Extremitäten) und auf den Brustkorb (Thorax) (siehe 2. Abbildung). Die Anzahl der meisten konventionellen Röntgenuntersuchungen, z.B. von Schädel, Thorax und Wirbelsäule, hat im betrachteten Zeitraum abgenommen. Die Häufigkeit von Mammographien nahm infolge der Einführung des Das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland zwischen 2007 und 2009 um 35 % zu und ist – nach anschließender geringfügiger Abnahme – ab 2011 weitgehend konstant.

Computertomographie (CT)

Am auffälligsten ist die stetige Zunahme der CT-Untersuchungen zwischen 2007 und 2014 um etwa 40 Prozent (siehe 1. Abbildung). Eine erhebliche Zunahme der Untersuchungshäufigkeit ist übrigens auch bei der Magnetresonanztomographie (MRT), also einem bildgebenden Untersuchungsverfahren, das keine ionisierende Strahlung verwendet, zu verzeichnen (Anstieg um etwa 55 %).

Dosis

Dosis über die Jahre 2007 bis 2014 Jährliche mittlere effektive DosisMittlere effektive Dosis (in mSv) pro Einwohner und Jahr durch Röntgenuntersuchungen in Deutschland

Die mittlere effektive Dosis infolge von Röntgenanwendungen in Deutschland pro Einwohner beläuft sich für das Jahr 2014 auf ca. 1,6 Millisievert (mSv) (siehe 3. Abbildung). Über den Beobachtungszeitraum steigt die mittlere effektive Dosis pro Einwohner und Jahr an (siehe 3. Abbildung). Dieser Anstieg der jährlichen Pro-Kopf-Dosis hat seine Ursache im Wesentlichen in der Zunahme der CT-Untersuchungshäufigkeit (siehe 1. Abbildung). Bei den restlichen Untersuchungsverfahren nimmt die jährliche Pro-Kopf-Dosis über den Zeitraum 2007 bis 2014 dagegen leicht ab (siehe 3. Abbildung).

CT-Untersuchungen sowie die ebenfalls dosisintensiven Angiographien und interventionellen Maßnahmen tragen nur etwa 10 % zu der Gesamthäufigkeit bei, ihr Anteil an der kollektiven effektiven Dosis betrug im Jahr 2014 jedoch ca. 80 % (siehe 2. Abbildung).

Stand: 24.03.2017

© Bundesamt für Strahlenschutz