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Ionisierende Strahlung

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Ionisierende Strahlung

Computertomographie – Expositionspraxis in Deutschland und Möglichkeiten der Dosisreduktion

  • Nach einer Studie des BfS ist die mittlere Strahlendosis bei Computertomographie (CT-) Untersuchungen in den vergangenen Jahren um 16 % zurückgegangen. Experten sehen gleichzeitig aber weitere Möglichkeiten zur Reduzierung.
  • Für die Studie zur Bewertung der CT-Expositionspraxis in Deutschland wurden in den Jahren 2013/2014 Daten von 11 % aller in Deutschland betriebenen medizinischen CT-Geräte erhoben und ausgewertet.
  • Die relativen Häufigkeiten und typischen Strahlendosen von 34 verschiedenen Standard-CT-Untersuchungen wurden ermittelt.
  • Moderne Gerätetechniken, eine verbesserte Anpassung der Untersuchungsparameter an die medizinische Fragestellung und verbesserte Geräteeinweisungen ermöglichen eine weitere Reduktion der Dosis.

Die mittlere Strahlendosis bei Computertomographie (CT-) Untersuchungen ist in den vergangenen Jahren um 16 % zurückgegangen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Diese bundesweite Studie zur CT-Expositionspraxis wurde in den Jahren 2013/2014 gemeinsam mit der Deutschen Röntgengesellschaft und dem Berufsverband deutscher Radiologen in Krankenhäusern, Universitätskliniken und Praxen durchgeführt und in der Fachzeitschrift European Journal of Radiology veröffentlicht.

Ziel war es, für Deutschland die relativen Häufigkeiten von Standard-CT-Untersuchungen und die korrespondierenden typischen Strahlendosen für die Patienten zu ermitteln. Darüber hinaus sollte der Einfluss moderner CT-Techniken auf die Strahlendosis untersucht werden. Dabei zeigte sich auch, dass sich gegenüber einer früheren Studie aus dem Jahr 2002 das Untersuchungsspektrum verändert hat: Es werden zwar häufiger Untersuchungen durchgeführt, die mit einer höheren Strahlendosis verbunden sind, die mittlere Strahlendosis pro Untersuchung konnte dennoch – insbesondere durch den Einsatz moderner CT-Techniken – von 7,0 mSv auf 5,9 mSv gesenkt werden.

Erhebung an Kliniken und Praxen, die CT-Untersuchungen durchführen

Medizinische Anwendungen ionisierender Strahlung tragen in erheblichem Maß zur zivilisatorischen Strahlenexposition der Bevölkerung bei. Obwohl Computertomographie-Untersuchungen nur 8 % aller Röntgenuntersuchungen ausmachen, liefern sie mit mehr als 60 % den mit Abstand größten Beitrag zur zivilisatorischen Strahlenexposition der Bevölkerung.

Für die Studie wurden medizinische Einrichtungen mit mindestens einem CT-Scanner angeschrieben und um Teilnahme an einer bundesweiten Erhebung gebeten. Mittels eines detaillierten Fragebogens wurden die Daten für 34 unterschiedliche CT-Untersuchungen abgefragt. Insgesamt 296 CT-Geräte in ganz Deutschland wurden so erfasst, das entspricht etwa 11 % der in Deutschland installierten CT-Geräte. Somit kann von einer für Deutschland repräsentativen Erhebung ausgegangen werden.

Verteilung der effektiven Dosis für 10 ausgewählte CT-Untersuchungen. Verteilung der effektiven Dosis für 10 ausgewählte CT-Untersuchungen.Verteilung der effektiven Dosis für 10 ausgewählte CT-Untersuchungen. Die CT-Untersuchungen sind nach der mittleren effektiven Dosis pro Untersuchung angeordnet.

Auswertung hinsichtlich der relativen Häufigkeit verschiedener CT-Untersuchungen und der entsprechenden Strahlendosen

Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass die in Deutschland im Mittel verabreichten Strahlendosen mit den Strahlendosen im Ausland gleichauf oder teilweise etwas niedriger liegen. Im Vergleich zu einer im Jahr 2002 in Deutschland durchgeführten vergleichbaren Studie hat sich die Strahlendosis insbesondere durch den Einsatz moderner CT-Techniken im Mittel um 16 % reduziert. Allerdings machen die Ergebnisse der Studie deutlich, dass das Dosisreduktionspotential . bei der Mehrheit der Einrichtungen noch nicht vollends ausgeschöpft wird. Neuere Studien von spezialisierten Einrichtungen haben gezeigt, dass durch den Einsatz innovativer Gerätetechnologien und einer möglichst guten Anpassung der verwendeten Untersuchungsprotokolle an die medizinische Fragestellung deutlich geringere Dosiswerte als in der BfS-Studie ermittelt möglich sind.

Vergleich zwischen verschiedenen Einrichtungen und Geräten

Der Vergleich zwischen verschiedenen Einrichtungen und Geräten ergab folgende Beobachtungen:

  • Das Alter der CT-Scanner unterschied sich nicht für die verschiedenen Einrichtungstypen (Praxen, Krankenhäuser, Unikliniken). In Unikliniken sind aber tendenziell die modernsten CT-Scanner im Einsatz. Hinsichtlich der Strahlendosen ergaben sich aber keine signifikanten Unterschiede zwischen den Einrichtungstypen.
  • Bei der Verwendung von CT-Systemen unterschiedlicher Hersteller ergaben sich signifikante Unterschiede in der Patientenexposition von bis zu 25 %.
  • Deutliche Dosisunterschiede (bis zum Faktor 5 für gleiche CT-Untersuchungen) ergaben sich zwischen verschiedenen Betreibern von CT-Geräten, unabhängig davon, ob es sich um eine Praxis, Uniklinik oder Krankenhaus handelt. Diese Unterschiede sind weniger durch den Einsatz unterschiedlicher CT-Technik, sondern mehr in der unterschiedlichen Anpassung der verwendeten Untersuchungsprotokolle an die medizinische Fragestellung begründet.
Stand: 15.11.2017

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© Bundesamt für Strahlenschutz