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Elektromagnetische Felder

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Weitere Einwirkungen niederfrequenter Felder auf die Umwelt

Stromtrasse auf einem Feld 380 kV Freileitungs-Trasse380 kV Freileitungs-Trasse

In der Debatte über den Netzausbau und Hochspannungsleitungen spielen auch Entladungseffekte in der unmittelbaren Umgebung der Leitungen ("Korona-Effekte") und Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen eine Rolle.

Korona-Effekte

Der Begriff "Korona" (Krone) bezeichnet den Wirkbereich in unmittelbarer Nähe der Leitungen an einem Hochspannungsmast. Durch Entladungen an den Leitungen können dort Geräusche entstehen. Bei bestimmten Wetterlagen wie Nebel, Regen oder Schnee sind sie besonders ausgeprägt. Zu hören ist meist ein Knistern, oft mit einem gleichbleibenden brummenden Dauerton. Dieses Geräusch kann als störend empfunden werden.

In der Korona von Hochspannungs-Freileitungen entstehen außerdem geringe Mengen an Ozon und Stickoxiden. In wenigen Metern Abstand von den Leitungen ist ihre Menge jedoch kaum noch nachweisbar.

Zusätzlich können sich Partikel aus der Luft in der Korona positiv oder negativ aufladen. Englische Wissenschaftler vermuten, dass diese Aufladung die Aufnahme bestimmter Partikel in den Körper begünstigt, so dass diese Partikel zur Entstehung von Erkrankungen durch Luftverschmutzung beitragen können. Weil diese "Korona-Ionen" durch die Lunge in den Körper gelangen würden, wäre hier vor allem an Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs zu denken. Wissenschaftliche Beweise für diese Vermutung gibt es jedoch nicht. Die britische Strahlenschutzbehörde NRPB hat sich mit dieser Frage befasst. Ein zusätzlich erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Luftschadstoffe aufgrund der Aufladung von Partikeln an herkömmlichen Hochspannungsleitungen wird als unwahrscheinlich bzw. sehr gering eingeschätzt. An Gleichstromleitungen könnten größere Mengen von Partikeln aufgeladen werden und sich weiter ausbreiten. Daher ist weitere Forschung nötig.

Tiere und Pflanzen

Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand werden Tiere und Pflanzen durch elektrische und magnetische Felder von Hochspannungsleitungen nicht geschädigt. Allerdings sind direkte Wirkungen der Elektrizität wie beispielsweise Stromschläge möglich. Bei Tierarten, die das Erdmagnetfeld wahrnehmen und sich danach orientieren, kann es in unmittelbarer Nähe von Starkstromleitungen zu Verhaltensänderungen kommen.

Offshore-Windpark südlich der dänischen Insel Samsö Offshore-WindparkOffshore-Windpark südlich der dänischen Insel Samsö Quelle: Prof. Dr. Horst Crome

Einen Spezialfall stellen Kabel im Meeresgrund dar, die den Strom von den Windparks im Meer zum Land transportieren (Offshore-Kabel). Ihre elektrischen und magnetischen Felder haben nach dem derzeitigen Kenntnisstand zwar keinen direkten gesundheitsschädlichen Einfluss auf Meereslebewesen. Sie können aber möglicherweise das Verhalten bestimmter Tierarten beeinflussen.

Einige Fische, insbesondere Haie, können sehr schwache Felder wie das Erdmagnetfeld wahrnehmen und sich danach orientieren. Diese Fische können auch die von Stromkabeln ausgehenden Felder wahrnehmen und eventuell ihr Verhalten entsprechend verändern. Haie nutzen sehr schwache Felder bei der Beutesuche, lernen es aber schnell, Felder, die keine Beute bedeuten, zu ignorieren. Stärkere Felder können einige Fischarten irritieren und das Überschwimmen der Kabel verzögern. Eine vollständige Barrierewirkung haben sie jedoch nicht. Ob die beschriebenen Verhaltensänderungen Auswirkungen auf das Ökosystem haben, wird derzeit noch erforscht. Ebenfalls wird untersucht, welche Wirkung die von den Kabeln abgegebene Wärme auf die Lebewesen im Meeresboden in der unmittelbaren Nähe der Kabel hat.

Stand: 04.05.2016

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© Bundesamt für Strahlenschutz