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Elektromagnetische Felder

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Elektromagnetische Felder

Vorsorge gegen Belastungen durch niederfrequente Felder

  • Auch wenn die Grenzwerte bereits eingehalten werden, kann eine Belastung durch niederfrequente Felder vorsorglich weiter verringert werden.
  • Dies gilt sowohl für Hochspannungsleitungen als auch für die persönliche Vorsorge im Alltag und im Haushalt.
  • Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Vorsorge und setzt sich für weitere Forschung auf diesem Gebiet ein.

Grenzwerte schützen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft vor nachgewiesenen schädlichen Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder. Vorsorgemaßnahmen ergänzen die Grenzwerte, um wissenschaftlichen Unsicherheiten in der Risikobewertung Rechnung zu tragen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Vorsorge und setzt sich für weitere Forschung auf diesem Gebiet ein.

Vorsorgemaßnahmen bei der Stromversorgung

Grundsätzlich sollte die Belastung durch elektrische und magnetische Felder so gering wie möglich sein. Deshalb sollten neue Stromtrassen aus Sicht des Strahlenschutzes so geplant werden, dass sie möglichst nicht zu einer zusätzlichen Belastung der Bevölkerung mit elektrischen oder magnetischen Feldern führen.

Die novellierte 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BImSchV) sieht ein Minimierungsgebot vor. Danach sind künftig bei Errichtung und wesentlicher Änderung von Niederfrequenzanlagen und Gleichstromanlagen die von der Anlage ausgehenden Felder so gering wie möglich zu halten.

Was im Einzelfall möglich ist, hängt vom Stand der Technik und den Gegebenheiten im Einwirkungsbereich der jeweiligen Anlage ab. Die Einzelheiten zu diesem Punkt sind in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder – 26. BImSchV (26. BImSchVVwV) vom 26. Februar 2016 geregelt.

Die Feldstärken in der Umgebung von Stromversorgungsanlagen (und damit die Belastung der Bevölkerung) hängen grundsätzlich vom Abstand zur Anlage, von der technischen Ausführung und von der Betriebsweise der Anlage ab.

  • Schon bei der Planung sollte die Möglichkeit genutzt werden, durch Abstände zwischen Wohngebäuden und Hochspannungsleitungen sowie anderen Anlagen der Stromversorgung die Belastung der Bevölkerung gering zu halten. Das bedeutet, dass neue Trassen möglichst nicht durch Wohngebiete geführt werden sollten.
    Die novellierte 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BImSchV) sieht für 50-Hz-Freileitungen mit einer Nennspannung von 220 Kilovolt und mehr, die in einer neuen Trasse errichtet werden, ein Überspannungsverbot vor. Das bedeutet: Trassen für neue Höchstspannungsleitungen zur Drehstromübertragung müssen aus Vorsorgegründen so geplant werden, dass die Leitungen nicht über Gebäude oder Gebäudeteile, die zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, hinwegführen.
  • Mit zunehmendem Abstand zu Wohngebäuden wird der Beitrag einer Hochspannungsleitung zur Belastung durch elektrische und magnetische Felder immer geringer. Die Gesamtbelastung wird dann zunehmend durch die Nutzung elektrischer Energie im Haushalt bestimmt. Bei Wechselstromfreileitungen ist dies in einem Abstand von etwa 100 bis 400 Metern der Fall. Im Einzelfall hängt das von der Ausführung und den Betriebsparametern der Leitung ab.
  • Stromnetzbetreiber sollten beim Bau von Leitungen die technischen Möglichkeiten zur Verringerung der elektrischen und magnetischen Felder ausschöpfen. Dies kann durch die bauliche Gestaltung von Hochspannungsmasten geschehen, zum Beispiel durch eine geeignete Wahl der so genannten Phasenbelegung, die Höhe der Masten oder durch den Abstand der einzelnen Leiterseile zueinander. Auch wenn Leitungen in die Erde verlegt werden, kann durch Abstände und Anordnungen der einzelnen Stromleiter Einfluss auf die emittierten Magnetfelder genommen werden. Welche Variante sich am besten eignet, hängt unter anderem von den Gegebenheiten vor Ort ab. Auch wirtschaftliche Erwägungen spielen dabei eine Rolle.
  • Bei Elektroinstallationen im Haushalt sollten nach Möglichkeit Hin- und Rückleiter immer eng zusammen (in einem Kabel) geführt werden. Leitungsstränge, die hohe Ströme führen, zum Beispiel Steigleitungen zur Versorgung mehrerer Wohnungen, sollten in möglichst großem Abstand zu Aufenthaltsräumen installiert werden (zum Beispiel in den Wänden von Fluren und Abstellräumen). Auch die Nutzung energiesparender Geräte kann die Feldbelastung vermindern.

Individuelle Vorsorgemöglichkeiten

Für die meisten Menschen in Deutschland verursachen nicht Hochspannungsleitungen, sondern Elektroinstallationen und Geräte in Alltag und Haushalt den größten Teil ihrer Belastung durch niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Deswegen kann auch jeder Einzelne zur Verringerung seiner persönlichen Belastung beitragen – das BfS gibt Hinweise zu individuellen Vorsorgemaßnahmen.

Forschung

Um wissenschaftliche Unsicherheiten beseitigen zu können, fördert das Bundesamt für Strahlenschutz weitere Forschung zum Thema elektrische und magnetische Felder.

Stand: 06.06.2016

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