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Umweltzeichen Blauer Engel für Mobiltelefone - wie viele Geräte damit ausgezeichnet werden könnten

Umweltzeichen "Blauer Engel"

Für die Vergabe des Umweltzeichens müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Strahlenschutzkriterium: SAR-Wert von max. 0,6 Watt pro Kilogramm (beim Telefonieren mit Handy am Kopf)
  • Umwelt- und recyclingfreundliche Produktion

Das Umweltzeichen Blauer Engel für Mobiltelefone wurde im Jahr 2002 eingeführt. Im Jahr 2007 erhielt das erste Mobiltelefon den "Blauen Engel". Mit 0,59 Watt pro Kilogramm erfüllte das Gerät das Kriterium für den SAR-Wert nur knapp. Ende 2009 hat der Hersteller die Auszeichnung mit dem Umweltzeichen aufgekündigt.

Im September 2013 wurde zwei anderen Geräten das Umweltzeichen verliehen, die beide mit einem SAR-Wert von 0,49 Watt pro Kilogramm das Strahlenschutzkriterium des Blauen Engel erfüllen. Die Auszeichnung lief im Jahr 2014 aus.

Ende Oktober 2016 wurde erstmals einem Smartphone der Blaue Engel verliehen. Das Gerät weist einen SAR-Wert von 0,29 Watt pro Kilogramm auf.

Zurzeit könnten 55 Prozent der aktuell erhältlichen klassischen Mobiltelefone und Smartphones aus strahlenhygienischer Sicht mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden.

Erhebung der SAR-Werte auf dem Markt erhältlicher Mobiltelefone

Grafische Darstellung von SAR-Werten am Kopf SAR-Messwerte KopfTypische Verteilung der Spezifischen Absorptionsrate (SAR) an der Oberfläche des Kopfes während eines Handytelefonats. Legende: Rot - SAR-Werte von ca. 1 W/kg; Blau - SAR-Werte niedriger als 0,002 W/kg Quelle: IMST, Dr. Achim Bahr, 2001

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erhebt seit 2002 regelmäßig bei den Herstellern die spezifische Absorptionsrate (SAR-Werte) von auf dem Markt erhältlichen Mobiltelefonen. Die aktuelle Erhebung vom September 2017 umfasst insgesamt 2992 Geräte von 71 verschiedenen Herstellern sowie 4 Netzbetreibern.

SAR-Werte für den Anwendungsfall "Handy am Kopf"

Für 2694 klassische Mobiltelefone und Smartphones konnte ein standardisiert ermittelter SAR-Wert (Anwendungsfall "Handy am Kopf") erhoben werden. Das BfS hat die erfassten Daten in einer SAR-Werte-Übersicht zusammengefasst. Von den Herstellern wird grundsätzlich der maximale SAR-Wert angegeben. Bei Geräten, die in verschiedenen Frequenzbändern betrieben werden können, zum Beispiel GSM (D-, E-Netz), UMTS oder LTE, wird in der Übersicht keine entsprechende Zuordnung der SAR-Werte vorgenommen.

SAR-Werte für den Betrieb von Mobiltelefonen am Körper

Mittlerweile geben einige Hersteller für ihre Mobiltelefone einen SAR-Wert an, der für den Anwendungsfall "Betrieb am Körper" ("body worn") ermittelt wurde. Für 1140 von insgesamt 2992 erfassten Geräten konnte ein SAR-Wert für diesen Fall erhoben werden. Auch hier gilt der Höchstwert von 2 Watt pro Kilogramm (W/kg). Der SAR-Wert für diesen Anwendungsfall wird immer wichtiger, da Smartphones zunehmend für die mobile Datenübertragung genutzt werden und auch Tablets neben einem WLAN-Modul häufig ein Mobilfunk-Modul eingebaut haben.

Im Unterschied zum Anwendungsfall "Handy am Kopf" ist in der Vergabegrundlage für das Umweltzeichen "Blauer Engel" noch keine spezielle Anforderung für den Betrieb am Körper enthalten. In der nachfolgenden Tabelle wird der Anteil der Mobiltelefone aufgeführt, die analog zum Strahlenschutzkriterium des Blauen Engels einen SAR-Wert bis zu 0,6 Watt pro Kilogramm für den Anwendungsfall "body worn" vorweisen.

Bei der Ermittlung der SAR-Werte für diesen Anwendungsfall gehen die Hersteller davon aus, dass die von ihnen empfohlenen Handytaschen mit eingebautem Abstandshalter verwendet werden. Wird dies in der Praxis nicht beachtet, so treten höhere SAR-Werte auf. Im ungünstigen Fall kann sogar der empfohlene Grenzwert überschritten werden.

In der SAR-Werte-Übersicht werden Angaben zu den Messabständen gemacht.

Am 05. April 2016 erließ die EU-Kommission einen Beschluss, in dem sie festlegte, dass bei der SAR-Messung am Rumpf der Abstand zwischen Körperoberfläche und Mobiltelefon „nur wenige Millimeter betragen“ darf. Seitdem ermitteln die Mobiltelefonhersteller die SAR-Werte am Körper in einem einheitlichen Abstand von 0,5 cm, wodurch die geforderte Vergleichbarkeit der Werte erreicht wird.

Erhebung September 2017
SAR-Werte für
den Anwendungsfall "Handy am Kopf"
SAR-Werte für
körpernah betriebene (body worn) Mobiltelefone
Betrachtete ModelleAnzahlSAR-Wert W/kgBis 0,6 W/kg*AnzahlSAR-Wert W/kgBis 0,6 W/kg
Klassische Mobiltelefone und Smartphones (nur aktuell erhältliche)5160,013 bis 1,8255 % der Modelle3740,147 bis 1,9930 % der Modelle
Smartphones (nur aktuell erhältliche)4210,013 bis 1,82 55 % der Modelle 3300,174 bis 1,9928 % der Modelle
Klassische Mobiltelefone und Smartphones **26940,013 bis 1,94 40 % der Modelle11400,003 bis 1,9938 % der Modelle
Smartphones **11770,013 bis 1,86 50 % der Modelle8920,003 bis 1,9941 % der Modelle
* strahlungsarm gemäß Strahlenschutzkriterium des Umweltzeichens "Blauer Engel"
** inklusive nicht mehr in Produktion befindlicher Auslaufmodelle

Strahlungsarme Mobiltelefone – Entwicklung der SAR-Werte

zeigt die Entwicklung von Dezember 2002 bis September 2017 Entwicklung der prozentualen Anteile erfasster Geräte mit SAR bis 0,6 Watt pro KilogrammEntwicklung des Anteils strahlungsarmer Mobiltelefone (gemäß Strahlenschutzkriterium des Umweltzeichens Blauer Engel)

In der ersten Erhebung aus dem Jahr 2002 erfüllten 21 Prozent der damals erfassten Handys das Strahlenschutzkriterium des Blauen Engels. Zwei Jahre später waren es bereits über 30 Prozent. Danach blieb der Anteil bis 2008 in etwa gleich. 2009 stieg der Anteil der strahlungsarmen Mobiltelefone deutlich an, sank aber Ende 2010 wieder auf das Niveau von 2008.

Mit 39 Prozentpunkten beziehungsweise 13 Prozentpunkten Steigerung knüpfte dann das Ergebnis der Erhebung von 2012 an das der 2009er-Erhebung an. Im November 2013 nahm der Anteil strahlungsarmer Geräte um 6 Prozentpunkte und ein Jahr später im Dezember 2014 nochmals um 8 Prozentpunkte zu, auf dann 53 Prozent. Im Dezember 2015 blieb der Anteil mit 51 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Die Erhebung vom September 2016 führte mit einer fünfprozentigen Steigerung zu einem Anteil von 56 Prozent. Die aktuelle Erhebung vom September 2017 bleibt mit 55 Prozent auf dem Vorjahresniveau.

Zurzeit könnten somit 55 Prozent der aktuell erhältlichen klassischen Mobiltelefone und Smartphones aus strahlenhygienischer Sicht mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden.

Hintergrund

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erhebt seit 2002 regelmäßig bei den Herstellern die spezifische Absorptionsrate (SAR-Werte) von auf dem Markt erhältlichen Mobiltelefonen.

Als Höchstwert wird von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection – ICNIRP) seit 1998 ein SAR-Wert von 2 Watt pro Kilogramm empfohlen. Die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) und die EU-Kommission schlossen sich dem 1998 beziehungsweise 1999 an.

Bei der Erhebung des BfS wird auch ermittelt, wie viele Geräte die höhere Anforderung des Umweltzeichens "Blauer Engel" erfüllen. Für das Umweltzeichen dürfen Mobiltelefone einen SAR-Wert von 0,6 Watt pro Kilogramm nicht überschreiten.

Stand: 09.10.2017

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© Bundesamt für Strahlenschutz